Audiophile Musikwiedergabe – Prodigy HD2 und Trends Audio TA10.1

Trends Audi TA10.1 Verstärker

Eine audiophile Musikwiedergabe am Rechner ist möglich. Alles was man benötigt ist unkomprimierte Musik und eine gute Wiedergabekette.

Hier mal die Wiedergabekette:

Unkomprimierte oder verlustfrei komprimierte Musikdatei > ASIO-Fähiger Player (keine Verfälschung der Daten) > Audiotrak Prodigy HD2 PCI-DAC > Oehlbach-Kabel > Trends Audio TA10.1 Class-T Amp > Hicon Banana-Stecker > Hochwertige Lautsprecherkabel > Jamo Standboxen

Das Problem des ASIO-Fähigen Players lässt sich sehr leicht lösen. Zu empfehlen – was die unverfälschte Wiedergabe von Audio angeht – wären in dieser Reihenfolge:

1. foobar2000 (Benötigt viel Konfiguration und Know-How)

2. MediaMonkey

3. Songbird (Verwende ich momentan)

4. iTunes (Resourcenfresser, deswegen rate ich davon ab)

Unter Windows Vista und Windows 7 ist die Wiedergabe kein Problem mehr, da hier nicht der äußerst schlechte K-Mixer(siehe Wiki) von Windows XP und Konsorten verwendet wird. Solltet ihr WinXP verwenden, rate ich zu ASIO4all um den K-Mixer zu umgehen!

Als Quelle für die Musik sollte man verlustfrei komprimierte Musik verwenden. Ich bevorzuge das freie Format FLAC. Ähnlich wie bei einer ZIP-Datei liegt hier die Musik in gepackter Form vor und wird währenProdigy HD2d der Wiedergabe entpackt. Es liegen also die Originaldaten vor. Im Gegensatz dazu werden bei der Komprimierung mit MP3 “überflüssig erscheinende” Daten unwiederbringlich gelöscht um die Dateigröße zu verringern. Ein Album im FLAC-Format hat um die 500MB. Am besten verwendet man Exact Audi Copy (EAC) zum Umwandeln.

Ist nun Softwareseitig alles geklärt, kommt als nächstes die Frage, wie die digitalen Daten in ein analoges Audiosignal umgewandelt werden. Hierzu verwendet man einen sogenannten DAC (von Digital-Analog-Converter). Gibt es als Standgerät (als HiFi-Komponente), als USB-Gerät oder als Steckkarte.

In einschlägigen Foren liest man viel von der Auditrak Prodigy HD2. Diese ist eine PCI-Karte (Auch Low Profile, was in meinem Fall wichtig war). Man kann sie durch einen Austausch der Opamps tunen (manche setzen Burr Brown Opamps ein), aber auch der Out-of-the-Box-Klang ist schon sehr gut.

In Deutschland ist die Karte sehr schwer zu bekommen. Ich war kurz davor sie in Taiwan zu bestellen als ich zufällig jemanden gefunden habe, der sie bei ebay gebraucht angeboten hat.

Über die Windows Audioeinstellungen lässt sich die Wiedergabe mit dieser Karte fest auf 192 kHz bei 24 Bit (Dynamikumfang von 120 dB (A)!!!!) einstellen. Nur am Rande: Ich habe FLACs von ein paar Tool-LPs, die in 24Bit aufgenommen wurden. Es lohnt sich!

Über ein gutes Oehlbach-Cinch-Kabel ist die Auditrak dann mit dem Trends Audio Verstärker verbunden (grüne Kabel in den Bildern)

Trends Audio Front

Der Trends Audio Verstärker hat inzwischen eine hohe Bekanntheit (und Beliebtheit) erreicht, da er nur so mit Auszeichnungen überhäuft wurde. Dieser kleine Kasten (im Inneren fast wie eine Elektroniksetzkasten aufgebaut – soll heissen: Sehr sauber und aufgeräumt) leistet das, was andere Verstärker in der Preisregion um die 1000€ nicht schaffen. Er klingt wie ein Röhrenverstärker. Zuvor hatte ich noch einen Yamaha-Verstärker und war mit dem bereits mehr als zufrieden. Dann – aufgrund eines Testberichtes bei fairaudio (Übrigens eine sehr gute Seite rund um HiFi) – habe ich mir den Trends Audio Verstärker besorgt. Nur 15Watt Leistung (ein sehr geringer Stromverbrauch – muss man auch erwähnen) bedeuten, dass man sehr wirkungsgrad-starke Lautsprecher haben sollte (im Idealfall mit >90dB Wirkungsgrad), wie das ja auch für Röhrenverstärker gilt. Ein Hochtonhorn statt einer Kalotte für den Hochtonbereich macht einen großen Unterschied. Aus diesem Grund werden wohl früher oder später meine Jamo-Boxen einem Klipsch-Lautsprecher mit Klipsch-Horn weichen müssen.

Rückansicht Trends Audio

Der Amp ist pure Hörfreude ohne Ablenkung. Keine Fernbedienung, keine Tonregler. Nur ein Volumepoti. Keine Signalwahl. Nur ein einziger Signaleingang. Auf der Rückseite finden sich nur ein Wippschalter zum ein- und ausschalten, Schraubklemmen/Banana-Aufnahmen für zwei Lautsprecher, Stromanschluss und Cinch-Analog-Eingang. Mehr braucht man nicht. Das Gerät selbst ist so groß wie zwei Zigarettenschachteln übereinander.

Anschlüsse Trends Audio

Nachdem alles angeschlossen ist und soweit funktioniert kann ich noch ein paar Stücke empfehlen um die Leistung besonders dieses Amps hervorzuheben. Dabei sind mit dem Amp leider keine hohen Pegel möglich, da der Klirrfaktor astronomisch hoch ist und es sehr gepresst klingt. Zimmerlautstärke und etwas darüber (bei Akustikinstrumenten die tatsächliche echte Lautstärke) ist die Spielwiese dieses Amps.

1. Nothing Else Matters by Metallica (Black Album, 1991)

Das Stück höre ich bereits seit meiner frühen Jugend und noch nie konnte ich es so hören: Die Bass-Drum ist einfach nur gigantisch abgenommen. Seitdem ich diesen Amp habe kann ich nicht anders als dem Moment entgegenzufiebern, wenn Lars Ulrich mit seinen Drums einsetzt. Man sieht die Drum vor sich und kann jede Bewegung seiner Füsse vor dem inneren Auge sehen. Auch die anderen Instrumente sind sehr definiert und exakt auf der Bühne plaziert.

2. Chop Suey / Toxicity by System Of A Down (Toxicity, 2001)

“Was zur Hölle wird da auf der Bassgitarre gespielt?” war mein erster Gedanke. Erst mit diesem Amp hört man eben die tatsächlichen Qualitäten einer Aufnahme. Und das kann auch mal bedeuten: Man ist enttäuscht. :) Während bei anderen Amps der Bass nachschwingt und somit die Fehler und Lücken “übermalt”, ist der Trends Audio so knackig und zeitnah wieder bei den Geschehnissen, dass der Bass auch nur so lange klingt, wie er gespielt wurde. Und das bedeutet bei diesen Songs: Es hört sich billig an. Spricht für den Amp und gegen das Mastering des Albums.

3. 10.000 Days by Tool (2006)

Wie von Tool gewohnt ein sehr basslastig abgemischtes Album. Die Bühnendarstellung ist perfekt und Danny Carey überzeugt mehr denn je an den Drums. Jede Berührung von den Becken erzeugt Gänsehaut. Augen schließen und genießen!

4. Shine on you crazy diamond by Pink Floyd (Wish you were here, 1975)

Dass Pink Floyd die besten und wärmsten Gitarrenverzerrer-Sounds haben, kann man normalerweise am besten auf einem Röhrenamp verstehen (Oder wenn man selbst Gitarre spielt wie ich). Über den Amp kommt besonders das sehr leise und filigrane Spiel der Gitarren gut zur Geltung. Und dass die Synthesizer-Sounds geradezu ausserirdisch klingen! Die Atmosphäre (wie schaffen das Pink Floyd) ist jedenfalls zum greifen dicht!

5. Anouar Brahem (Astrakan Café, 2000)

Der Tunesier spielt auf seiner Oud so, wie es keiner vor ihm getan hat. Eigentlich eher ein Begleitinstrument, doch Brahem spielt sie virtuos als Soloinstrument. Auf diesem Album komplettiert durch Klarinette und Percussion. Eigentlich ist es eher Jazz als klassische orientalische Musik. Dabei bringt er soviel Gefühl ins Spiel seines Instrumentes, dass man sich kaum traut zu atmen. Man merkt dass die Aufnahmen klassisch mit Mikrofonen vor den Instrumenten und im Raum stattfinden. Man sieht die drei Musiker in diesem Raum vor sich stehen (bzw. sitzen), hört wie Brahem an einigen Stellen schwer durch die Nase atmet oder der Klarinettist sich auf seinen Einsatz vorbereitet. Melodien wie auf den Alben von Anouar Brahem, auf den ich durch eine Suche nach Dave Holland (ein begnadeter Jazz-Kontrabass-Spieler) gestoßen bin – die beiden haben zusammen “Thimar” aufgenommen), findet man sonst selten in der Szene. So wie mit dieser Aufnahme im Zusammenspiel mit dem Verstärker hört sich eine Oud auch wirklich an. Singend, warm, faszinierend.

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Ein Gedanke zu “Audiophile Musikwiedergabe – Prodigy HD2 und Trends Audio TA10.1

  1. schau Dir mal die sure electronics boards an mit dem tripath 2050 gibts bei ebay mit verand fürca 40 euro wenn du dann noch nenn cooles netzteil drann hängst

    hast du nen schöneren verstärker der im gegensatz zum trends audio auch noch leistung hat

    der trends audio ist für seine bauteile maßlos überteuert ich will nicht wissen was die kleinen tripath chips im einkauf kosten

    gruß und viel spaß beim testen

    thomas

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