Oriental Metal: Orphaned Land

Orphaned Land

In der aktuellen “Rock Hard” wurde darüber geschrieben. Also nehme ich das zum Anlass euch “Orphaned Land” vorzustellen…

Dass in der neuesten “Rock Hard” das Thema Oriental Metal es zu einem Special geschafft hat, sagt eigentlich schon einiges über Orphaned Land aus. Denn genau um die geht es in dem Special. Ihr neues Album “The Never Endig Way of Orwarrior” wurde von niemand geringerem als Steve Wilson produziert. Und der hat mir persönlich bereits Damnation/Deliverance von Opeth beschert. Wie meistens bin ich auf die Band über meine Empfehlungen bei Amazon und ein wenig Quersuche gestoßen.

RockHardDort wird in den Rezensionen davon geredet, dass sie sehr ähnlich zu Opeth seien. Das kann ich jetzt nicht direkt bestätigen. Ja, Akustikpassagen wechseln sich mit Metalpassagen ab. Ja die Songs sind lang. Ja, manchmal erinnert der Gesang von Korbi Farhi ein wenig an den Gesang von Mikael Akerfeldt. Aber was alles andere angeht findet man auch Anleihen von ganz anderen Bands. Ganz vorne dabei, wie ich finde: Ayreon. Die Riffs sind oft ebenbürtig. Daneben bei manch einem Gitarrensolo Guns’n'Roses.

Aber unabhängig von irgendwelchen Vergleichen gilt es sowieso die Band als eigenes zu betrachten. Und hier fällt mir auf, nachdem ich das Album nun über drei Wochen fast täglich durchgehört habe: Es hat einen ungemeinen Wiederhör-Wert und die eine oder andere Passage weckt Fernweh nach Istanbul bei mir. Vermutlich sind es genau diese Passagen, die für ein “westliches Ohr” sehr klischeehaft klingen. Fast schon abgedroschen. Aber mit meinem kulturellen Hintergrund verstehe ich ganz andere Dinge als gelungen. Singen in vier Sprachen gehört dazu. Und die Art wie Orphaned Land die orientalischen Einflüße in ihre Musik einflechten, ist sehr gelungen! Da wäre “From Broken Vessels” und der Übergang in den orientalischen Gesang gegen Ende gefolgt von einem Dream-Theater Riff. Das Intro von “Bereft In The Abyss” und der gefühlvolle Gänsehaut-Gesang. “Olat Ha’tamid, Part I” verbindet Dauer-Doublebass mit Streichinstrumenten und orientalischem Gesang.

Das Highlight des Albums ist allerdings der Song “New Jerusalem, Part II”. Hier ist Anneke van Giersbergen Gastsängerin und bei ihrer Stimme weiss man sowieso nie wie einem geschieht. Ich finde eine der schönsten weiblichen Stimmen überhaupt (neben Estrella Morente und Sade). Dass diese Stimme sich dem Rock verschrieben hat, finde ich natürlich großartig. Der Song wird ihrer Stimme mehr als gerecht und bietet sehr viel Spannung und Stimmung. Eindeutig der Anspieltipp!

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