Gedanken die 4. – Ein wenig Kopfschmerzen

Gedanken die Zweite
“Weil die Vorfreude, die ich entwickle, meist ins unrealistisch unermessliche steigt. Dort existiert kein fühlbares Reales. Es ist also in Ordnung so.”

Ich habe ein wenig Kopfschmerzen,

und meine Augen sind auch leicht gerötet. Es lässt sich nicht verhindern, sich leichte Blessuren aus dem Alltag zuzuziehen. Was soll’s! Es werden auch noch Tage kommen an denen es besser geht. Der Kopf pocht ein wenig. Die Motivation ist auch am Boden: Der Gedanke, dass du dich gerademal eine gefühlte Stunde vor mir auf den Weg machst, lässt mich nicht los. Ich wünschte wir könnten uns beide ausklinken. Und einfach morgens liegenbleiben. Wir würden nichts mehr auf die Reihe bekommen, aber es wäre schlicht egal. Alltag ist das beste, wenn man es macht. Und Alltag ist, was wir als bestes empfinden. Ich brauche nur dich dafür. Keine Tätigkeit, keine Aktivität. Nicht einmal ein Blinzeln eigentlich. Für diesen Bruchteil einer Sekunde bist du ja dann doch aus meinem Blick. Ich mag alles nicht und kann nichts leiden, was mich von dir trennt. Ich stolpere gerne über meine eigenen Füsse bei dem Versuch schneller zu gehen als ich kann. Das Ziel vor meinen Augen. Du. Der Weg ist nur die Brücke. Und dein Anblick im Anschluss fast schon surreal und erwartet. Eine kleine Portion Enttäuschung. Fein dosiert. Weil die Vorfreude, die ich entwickle, meist ins unrealistisch unermessliche steigt. Dort existiert kein fühlbares Reales. Es ist also in Ordnung so.

Du bist das Reale, wenngleich ich oft zweifle und die Stelle an meinem Körper suche, die ich zwicken muss. Nur um zu testen. Das aha-Erlebnis zu genießen, wenn nichts passiert. Theoretisch ist das die Hoffnung. Tatsächlich habe ich es nicht gewagt, der Traum könnte enden und ich mich ärgern über meinen argen Leichtsinn. Das Fehlende vermissen bevor ich es wiedererkennen kann. Und wäre verloren. An dir halte ich mich fest und definiere mich so, wie ich es aus freie Stücken getan hätte. Und fester. Um zu spüren, dass dein Herz schlägt, im Widertakt zu meinem. Du kannst nicht ich sein, sonst wären die Herzen im Gleichtakt und meine Arme so weit um dich gelegt, dass ich meinen eigenen Rücken an den Fingerspitzen ertasten könnte. Es gibt mir Sicherheit. Die Sicherheit die ich brauche um zu sagen, dass ich alles richtig gemacht habe, sich Entscheidungen gelohnt und Enttäuschung relativiert haben. Plötzlich steht der Weg meines Lebens klar erkennbar vor mir. Vieles macht Sinn, einst verschwendet geglaubtes nimmt seinen Platz ein. Nichts war zu viel und nichts zu wenig. Aber die Zeit!

All die Jahre werden zu unfassbaren Konstrukten, zu monströsen Gestalten, die viel zu viel Platz einnehmen und nicht genug lassen für die Zukunft. Ich könnte flehen dass ich zurück kann, alle Erinnerungen mit dir teilen und verknüpfen könnte. Doch mir bleibt nichts als mich zu quälen, jeden Tag verschwendet zu haben. Selbst wenn ich ohne Unterlass deine Bewegungen im Voraus ahne und wie dein Schatten an deiner Seite bleibe. Vielleicht werde ich zufrieden sein. Glücklich werde ich auch dann bleiben. Aber ein Lächeln von deinen Lippen könnte ich dann…

Das könnte dich auch interessieren:
  1. Gedanken die 5. – Ein wenig Kopfschmerzen Pt.2
  2. Gedanken die 1.
  3. Gedanken die 2. – Güne derman kaderdir Üsküdara ask
  4. Gedanken die 3. – Siir gibiyim

Ein Gedanke zu “Gedanken die 4. – Ein wenig Kopfschmerzen

  1. Glücklich werde ich auch dann bleiben. Aber ein Lächeln von deinen Lippen könnte ich dann…

    war grad so mitten beim lesen, auf einmal hört es einfach auf :-( . schreib mehr, find ich sehr gut!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>