Gedanken die 5. – Ein wenig Kopfschmerzen Pt.2

Gedanken die Zweite

Warum die Zeit so unanfassbar und ungreifbar ist für uns?

Doch einen Gegner müssen wir schließlich haben. Wenn alle anderen sich hinter uns versammeln, müssen wir unser Ziel vor Augen haben: Die Zeit als Dimension zu bezwingen und in eine unbedeutende Nichtigkeit zu wandeln. Die Zeit muss auch eine Schwäche haben. Wir müssen uns auf die Dinge konzentrieren, die wir bewusst wahrnehmen können.
Die eine Macht habe ich: Wenn ich dich ansehe – tief in deinen Augen deine Quelle suche, so vermag ich die Zeit zu steuern. Zum absoluten Stillstand zu zwingen und mich schwebend in einer Ebene zu bewegen, körperfrei, zusammen mit meiner Euphorie. Dieses Gefühl, Luft zu Wasser werden zu lassen, zeitlupengleich und schwer zu atmen, fast zu ertrinken und im letzten Moment doch einen kleinen Zug Luft zu nehmen. Zeitgleich der elektrische Strom, das rauschende Geräusch dass er erzeugt und das jede andere Klangquelle versiegen lässt. Auf dich fokusiert, schimmernde weiße Blitze erkenne ich am Rand meines Blickfeldes. Die Sonne, wie sie zwischen Gardinen hindurch immer wieder blinzelt und die Zeit wieder beschleunigen will. Ich ignoriere sie und bleibe noch ein wenig in deiner warmen Anwesendheit, versuche die Luft sichtbar zu machen, wie sie in deinen Mund, in deine Lungen fließt und bald darauf wieder austritt. Möchte die Luft einstecken, in ein Glas füllen und immer wieder an dich denken, mein Salz und meinen Pfeffer damit ersetzen. Mein Leben damit würzen. Du lächelst unentwegt, bald vergeht dir das Lächeln, deine Muskeln scheinen davon zu schmerzen und du starrst mich direkt und mit derselben Ernsthaftigkeit an, mit der ich dich betrachte. Deine Augen finden endgültig meinen Blick, gleichsam spiralförmig haben sie sich unserem gemeinsamen Mittelpunkt genähert und verbinden sich nun mit meinen. Die Zeit existiert nicht mehr.

Und ich befürchte, dass mir der Moment bald entgleitet.

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