Die letzten Tage gab es hier ja viel über Nissan zu lesen. Neben den Trackdays mit dem 370z waren die Bloggerkollegen noch unterwegs um den Juke-R und GT-R zu fahren. Außerdem sind einige gemeinsam mit Nissan bei den 24 Stunden am Nürburgring gewesen – da wird es mit Sicherheit noch einige Berichte geben.
Bei mir ist Nissan ab morgen wieder aktuell. Denn dann nehme ich den Juke in Empfang. Das Fahrzeug, das als Grundgerüst für den heiß diskutierten Juke-R diente. Bei mir landet er natürlich in der zahmen Version mit Dieselmotor.
Im Gegensatz zu vielen finde ich den Juke designtechnisch sehr gelungen. Alleine schon weil sonst kein vergleichbares Auto rumfährt. In diesem Fall macht’s die Mischung. Ein Kleinst-SUV mit Coupé-artigen Linien und den wohl seltsamsten Scheinwerfern am Markt. Ich bin mir oft nicht sicher ob er mir nicht noch einen Tick besser gefallen würde, wenn die oberen “Scheinwerferstreifen” entfallen würden und es nur die Rundscheinwerfer gäbe.
Im Innenraum ist der lackierte “Motorradtank” rund um die Schaltung das beste Designhäppchen. Der Juke wird mir auf jeden Fall einige gute Fotos verschaffen, da bin ich mir sicher.
Solltet ihr Fragen oder Wünsche zum Auto haben, schreibt mich einfach an – Kommentare oder sonstwo. Ich kümmere mich dann. Nach 1,5 Wochen Testbetrieb gibt es dann den gewohnten Fahrbericht zum Nissan Juke.
Bis dahin könnt ihr den Bericht zum Juke von Sebastian bei passion:driving lesen.
Manchmal – aber auch wirklich nur manchmal – ist man sauer auf die Bloggerkollegen. Konkreten Fall gefällig? Da veranstaltet Nissan ein kleines Event zu dem Blogger eingeladen werden. Tagesaufgabe: Nissan GT-R und Juke-R fahren. Waaaa? Richtig gelesen? Besser nochmal: GT-R und Juke-R fahren. Der Juke mit dem Kürzel hintendran ist ein Monsterauto, das in einer kleinen Stückzahl für 450.000€ den Besitzer wechselt. Ich habe keine Zeit um teilzunehmen.
Rechnen wir mal aus, wieviele Menschen auf diesem unseren Planeten jemals die Chance haben werden dieses Fahrzeug zu bewegen. Hmm. Setzen wir mal… 20 Käufer an. Gehen wir mal davon aus, dass 10 davon den Juke-R direkt in eine dunkle Garage stellen und nie wieder fahren. Bei den restlichen 10 Exemplaren besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Besitzer auch mal andere Leute fahren lassen – womit eine etwas höhere Zahl als 10 angesetzt werden muss. Dann gibt es noch Journalisten und TV-Teams und mit Sicherheit auch den einen oder anderen Nissan-Mitarbeiter oder Rennfahrer. Optimistisch gerechnet gehe ich von einer Menschenzahl aus, die vielleicht gerade so an der dreistelligen Grenze nagt. So. Unter diesen, an zehn Händen abzählbaren, Menschen waren nun die werten Bloggerkollegen. Jan Gleitsmann, Jens Stratmann, Jens Wilde um ein paar Beispiele zu nennen.
Doch warum wird man da sauer? Ganz einfach: Weil man seinem Frust auf diversen Social Media Platformen Luft macht und die anderen Blogger einen auch noch nerven müssen. Mit Kommentaren, Fotos, Links und netterweise im Falle von Jan auch direkt mit einem GT-R-von-0- auf-100 km/h Video. Warum er es nicht auf 200 km/h geschafft hat? Ich kanns mir denken…
Seht euch einfach sein Video an, am Ende gibt’s auch noch eine schöne Erektions-Perspektive. :)
Langsam wird es kritisch, dass Jan und Jens immer eine Ecke schneller sind als ich. Allerdings war ich auch nach ihnen, am Sonntag, an der Reihe. Den Porsche 911 am Sachsenring zu bewegen war schon eine, sagen wir mal, ideale Vorbereitung auf den Nissan Trackday 2012.
Bereits letztes Jahr hatte ich mich beworben, da hatte es aber nicht geklappt. Ganz richtig: Nicht per Blogger-Einladung, sondern per Bewerbung über die Teilnahmemaske unter nissan-sportscar.de bin ich zu der Veranstaltung gekommen.
Ehrlich gesagt habe ich auch erwartet, dass es zum Teil eine Verkaufsveranstaltung für den 370z wird. Doch es kam ganz anders: Nix verkaufen. Nix präsentieren. Nein, nach einer kurzen Ansprache ging es sofort auf das Gelände des ADAC Fahrsicherheitszentrum in Grevenbroich. Die nächsten zwei Stunden erwartete uns ungefilterter Fahrspaß…
Für meine Gruppe ging es zuerst auf den Handlingkurs. Eine superenge Strecke ohne Auslaufzonen die komplett im selben Gang gefahren werden konnte. Schön langsam haben wir uns an höhere Geschwindigkeiten herangetastet, immer unter der Anleitung von Frank Eikholt – der übrigens bei den 24h am Nürburgring mit einem Volvo startet. Gegen Ende hatten wir schon ein wirklich ordentliches Tempo drauf. Da wir ständig Fahrzeuge gewechselt haben konnte ich mich mit einigen Teilnehmern unterhalten. Alle fanden das Tempo schon recht ordentlich und meinten sie hätten nicht erwartet, dass es so zur Sache geht. Vor allem wenn an einer engen Kurve statt Kiesbett ein Land Rover wartet und ansonsten ein paar Bäume zum Kuscheln. Einziger Wermutstropfen war, dass das ESP aktiviert bleiben musste. Aus Sicherheitsgründen verständlich, doch nach der Kuppe konnte man soviel Gas geben wie man wollte, Gasannahme gab es keine.
Der 370Z – ich bin ihn hier zum ersten Mal gefahren – ist ein durchaus sportliches Gerät. Die manuelle Schaltung ist knackig mit kurzen Schaltwegen und die Kupplung ist hart und direkt. Der muss dringen mal als Testfahrzeug her. Erst dann möchte ich mehr Details zum Fahrzeug preisgeben. Aber zuerst steht nächste Woche ja der Nissan Juke auf dem Testplan.
Nach knapp einer Stunde auf dem Handlingparcour ging es zum Slalom. Hier wurden einige Runden gefahren, es sollte jeder seinen Grenzbereich ausprobieren. Zu viel Gas hat aber keiner gegeben und so wurden nur ab und an mal Pylonen touchiert.
Zu guter Letzt ging es zur Rüttelplatte. Oder wie auch immer dieses Ding heisst. Dabei wird von einer in den Boden eingelassenen Metallplatte die Hinterachse beim Darüberfahren zur Seite weggezogen. Das Fahrzeug wird dadurch instabil und man muss es durch Gegenlenken stabiliseren. Der Boden ist Naß und die Geschwindigkeit beträgt 50km/h. Es ist schön zu sehen wie man nach ein, zwei Versuchen das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand bringen kann. Genauso schön ist es aber auch wenn man sich um die eigene Achse dreht. Auf diese Übung hatte ich mich sehr gefreut da ich es noch nie probiert habe. Gefragt sind Reaktionsgeschwindigkeit und flinke Hände am Lenkrad. Das Anfahren mit dem 370z mit nach Grip lächtzenden Reifen, das Überqueren der Platte mit dem ruckartigen Impuls in eine Richtung und die volle Ladung Wasser auf die Scheibe… das alles kann durchaus schon einem Phantasialand-Besuch Konkurrenz machen!
Die zwei Stunden waren dann natürlich viel zu schnell vorbei. Ich hab noch versucht mich in die nächste Gruppe zu schummeln, einen Versuch war es wert. Ich kann jedem nur empfehlen – unabhängig vom Nissan Trackday – ein solches Training mal zu machen. Es ist ein riesen Spaß und man kann durchaus auch etwas von dem Erfahrenen für den Straßenverkehr mitnehmen.
DISCLOSURE:
Ich wurde von Citroen zu den Neuheiten-Tagen im Ecolut-Center eingeladen. Verpflegung war inklusive.
Gestern hatte Citroen – zum ersten Mal – eine Herde Blogger zu einem Event eingeladen um den ersten Kontakt aufzubauen. Direkt bei mir um die Ecke im Bergischen. Bei der Gelegenheit konnten diverse Modelle wie C1, Berlingo oder C4 Aircross probegefahren werden. Unter den anwesenden Fahrzeugen waren zwei wirklich interessant. Die da wären: Der Citroen DS3 Sport und der DS5 Diesel Hybrid.
Citroen DS3 Racing
Der kleine Flitzer in schwarz/orangenem Kampf-Trainingsanzug steht recht sportlich da. Ähnlich wie beim MINI ist stellt das Dach einen farblichen Kontrast zum Rest da. Betont durch die Spiegelgehäuse, Kühlergrill und – nicht ganz mein Fall – Felgen in gleicher Akzentfarbe. Gerade das Heck ist sportlich knapp und pummelig und damit genau mein Geschmack. Innen wird die Sportliche Note durch das Armaturenbrett – ebenfalls in Akzentfarbe – und die sehr sportlich konturierten Sitze aufrechterhalten.
Um wirklich einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit oder Leistungsunfähigkeit des DS3 Sport zu erhalten war die Zeit leider zu knapp. Also kann ich nur erste Eindrücke schildern: Der Sound ist etwas mau und – in den Worten von Björn, der ebenfalls dabeiwar – “arg dröhnend”. Die Sitzposition ist gut, die Bestuhlung für meinen Geschmack etwas zu hart. Rundumsicht ist genau richtig, überhaupt ist der Innenraum ziemlich hell. Die Beschleunigung geht in Ordnung, überrascht hat mich wie ruhig der Innenraum jenseits der 150 km/h bleibt. Für solch ein kleines Auto durchaus eine Hausnummer. Um flink in der Innenstadt durch die Lücken im Verkehr zu schlüpfen könnte der DS3 durchaus geeignet sein. Die Materialanmutung im Inneren ist durchwachsen. Mal hat man schöne Oberflächen zu greifen, mal wundert man sich über die Haptik (wie zum Beispiel an den Lüftungsdüsen). Dafür sind die Armaturen sehr spacig, modern, jung. Wenn ihr wissen wollt wie es sich im DS3 hinten sitzt, fragt ihr am besten Jens. Der ist nicht nur hinten sondern – wie es sich gehört - auch mal im Kofferraum gesessen.
Citroen DS5 Diesel Hybrid
Von Außen in meinen Augen der große Wurf von Citroen. Kein anderes Fahrzeug dieser Kategorie sieht so ungewöhnlich aus. Die Linienführung, das schwebende Dach, die massive Chromstrebe an der Motorhaube. Alles scheint zu schreien: Ich bin anders! Das ist auch gut so, denn heutzutage sehen Autos viel zu ähnlich aus. Auch im Innenraum bekennt man sich dazu anders zu sein. Auch hier fließende Formen, der Beifahrer wird von Wölbungen und Rundungen umspielt. Dank drei Fenstern im Dach gleicht der DS5 einer Kathedrale. Bei viel Licht auf der Autobahn unterwegs sein und Zeitung lesen dürfte im DS5 einen ganz besonderen Reiz haben. Genau dort gehört der DS5 meiner Meinung nach auch hin. Landstraßen oder die Stadt liegen ihm nicht so ganz. Dazu reagiert die Automatik zu träge und dazu kommt im ersten Gang schon einfach zu wenig Power rüber. Rein elektrisch anzufahren hat seinen Reiz, durch die Kombination mit dem Diesel dürften sich auch die Betriebskosten im Rahmen bewegen. Das perfekte Auto also für Berufspendler? Ich glaube die sind nicht mutig genug ein Auto zu fahren das förmlich in die Welt hinausschreit, dass es anders sein will. Citroen bekennt sich löblicherweise dazu auch Autos zu machen die sich genau deswegen verkaufen: Weil die neuen Besitzer eben nicht wollen, dass ihr Auto jedem und allem gefällt. Um zu entscheiden ob euch das Auto knapp 37.000 Euro wert ist, solltet ihr euch selbst reinsetzen. Spätestens wenn ihr euch das Heck anseht könnte es passieren, dass ihr euch verliebt.
DISCLOSURE
Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG hat mich zu einem Event am Sachsenring eingeladen. Reisekosten und Verpflegung wurden übernommen.
Ich bin schonmal 911er gefahren. Auf Straßen hauptsächlich in der Stadt. Ich fand es auch damals schon ganz interessant, doch so richtig konnte ich nicht nachvollziehen warum dieses Auto eine solch große Heerschar von Fans hat. Eigentlich wie kein Zweites. Klar, es dient für alle anderen Sportwagen als Benchmark, ganz unabhängig von Preis, PS und Herkunft. Aber als ich so drinsaß konnte ich nicht anders als zu denken: Überall fahren die 911er rum, in jeder Altstadt, Innenstadt, in jedem Vorort. Wenn schon Sportwagen, dann soll es doch bitte ein seltenerer Anblick sein. Danach hatte ich lange Zeit nicht mehr die Gelegenheit die Mutter aller Sportwagen zu fahren.
Ich weiss durchaus wo der Unterschied zwischen Rennstrecke und öffentlicher Straße liegt. Ich weiss ebenfalls wozu der Porsche 911 fähig ist. “Schienenfahren” würde ich es nennen. Oder “Asphaltfräsen”. Wie auch immer man es bezeichnen mag. Wie sich das dann aber tatsächlich an der eigenen Haut anfühlt, das bekommt ihr später zu lesen. Hier möchte ich erstmal ein paar Worte zum neuesten 911er Carrera S (991) anbringen.
Zeitloses Design seit Anbeginn der Zeit
Die Grundform des 911ers ist etwas, was jeden von uns Gearheads vermutlich unser gesamtes Leben hindurch begleitet hat. In jedem Computerspiel, auf jeder Rennstrecke, in jeder Stadt. Den Rest des üblichen Porsche-911-Historie-breittreten überlasse ich den Printmagazinen und folge ab hier meinem eigenen Empfinden: Er sieht einfach großartig aus. Beim 991 ist das Faszinierende nicht, dass es eine weitere Weiterentwicklung des Urmusters ist, sondern dass es meiner Meinung nach schon eine Annäherung an alte Tugenden ist. Der Vorgänger hatte zwar zum Glück auch wieder die runden Scheinwerfer, doch er wirkte sehr groß, eher Gran Tourismo. Jedenfalls kein Auto das zu mir passt. Nicht die sportliche Kanone. Besser: Nicht der sportliche kleine Flitzer. Da lag meine Hoffnung schon eher auf dem Boxster.
Annäherung und der Keim der Liebe
Verrückt. Da steht er vor mir. Knallrot, innen schwarz. Die erste Begegnung mit dem 911er 991. Rot ist bei Autos ja nicht so mein Ding. Trotzdem zieht er mich magisch an. Ausgerechnet der Rote. Was passiert da? Als ob ich Erinnerungen an ein früheres Leben habe. Kompakt und gedrängt ist er. Ein einziger angespannter Muskel. Viel kleiner und tiefer als der alte. Endlich wieder dort angekommen wo ein solches Auto hingehört. Zum Vergleich: Der Reiz eines Porsche Spyder lag immer schon in seinen betörenden Dimensionen gepaart mit den sensiblen Formen. Die Ingenieure erzählen mir dass die Karosserie 10mm niedriger gestaltet wurde um die größeren Felgen auszugleichen. So wurde dieselbe Stirnfläche wie beim alten beibehalten. Sprich: Eigentlich ist er gar nicht niedriger. Trotzdem wirkt er so. Ich sehe nur eines: Ein kleines sexy Auto. Das ist nicht das einzige Mal dass ich heute einen Tunnelblick erleben sollte. Mit dem Roten bin ich dann auch meine ersten Runden gefahren. Danach habe ich ihn gemieden wie die Pest. Ich wollte nicht rückfällig werden. Und ganz sicher wollte ich nicht riskieren, dass ich mich an noch mehr aus einem früheren Leben erinnere. Die Leute von Porsche sollen mich doch nicht heulend den Carrera umarmen sehen.
Design 101
Für die Detailaufnahmen standen zum Glück noch genug andere 911er rum. Zum Beispiel dieser anthrazitfarbene mit rotem Innenraum. Die Xenon-Scheinwerfer haben ihr Alien-artiges Design behalten – überhaupt: Beim 911 kann man sich an kleinen Raffinessen und filigranen Details kaum satt sehen. Das Heck mit den schmaleren Heckleuchten gefällt mir deutlich besser als der Vorgänger. Genauso die zwei Fugen von der Heckscheibe zu den Rückleuchten, die im Gegensatz zum Vorgänger jeweils einen Schlenker nach aussen und so Platz für einen deutlich breiteren Heckflügel machen.
Nehmen wir uns also diesen 911 auch für die kurze Betrachtung des Innenraumes: Klassische Porsche-Rundinstrumente mit knallroten Zeigern (Yeah!), rechts neben dem Drehzahlmesser befindet sich nun ein Display das mit edler Grafik in bester Need For Speed Manier den Streckenverlauf laut Navi anzeigt und dabei um die Stelle an der man als nächstes abbiegen muss einen gestrichelten Kreis zieht. Meine Generation fühlt sich da gut aufgehoben. In welchem Modus man gerade fährt wird auf der schwarzen Fläche des Lenkrads angezeigt und… viel mehr braucht man als Fahrer eigentlich nicht.
Jan, der auch beim Event dabei war, bringt auf auto-geil.de ein Zitat. Dass den 911 eigentlich niemand braucht. Aber man könne mit ihm sowohl Brötchen holen fahren als auch auf die Rennstrecke. Oben seht ihr den Beweis, dass ihr falls nötig bei beidem auch zwei euerer Kinder mitnehmen könnt. Egal welche der zwei genannten Aufgaben ihr bewältigen wollt, die Kinder werden einen riesen Spaß dabei haben.
Die Mittelkonsole ist beim neuen 911 ähnlich wie beim Supersportler Carrera GT von hinten nach vorne nach oben gezogen. Das sieht nicht nur toll aus, ist nicht nur ein Design-Alleinstellungsmerkmal, es lässt auch den Schaltknüppel angenehm in der Hand liegen. Im Falle des manuellen Getriebes übrigens das erste manuelle 7 Gang Getriebe der Welt (Der 7. Gang ist für Spritsparen ausgelegt)
Oberhalb des Armaturenbretts findet sich noch das zum Sport Chrono Paket gehörige analoge Messwerk. Rundenzeiten messen und sowas. Nicht zwingend nötig aber es sieht wirklich sehr edel aus:
Danke für die Geduld. Nun starten wir den Flug.
Der Rote und ich. Vertraute Umgebung obwohl es unser erstes Mal ist. Er sieht mich nicht skeptisch oder vorwurfsvoll an. Ganz im Gegenteil. Er scheint zu hauchen “vertrau mir, ich mach das schon.” Ich glaube ihm gerne. Er ist eben ein vertrauenserweckender Typ. Ich setze mich rein, finde mich zurecht, werde eingewiesen. Stelle den Sitz ein, das Lenkrad, die Außenspiegel. Fasse das Auto an. Genaugenommen fasst das Auto auch mich an. Nicht unanständig, aber kurz davor. Er scheint kein Problem damit zu haben von mir gefahren zu werden. Da wäre ich der Letzte der etwas sagt. Also bleibe ich ruhig und überlasse das Reden dem Porsche. Zündschlüssel links drehen. Der 400PS Boxermotor erwacht zum Leben. Es lärmt und kracht. So aufdringlich laut und obszön wie an der Rennstrecke. Na gut, da sind wir ja gerade auch. Ich meine aber die Rennstrecke auf der gerade ein GT-Rennen stattfindet. Wenn das den Lärmschutzbestimmungen in Deutschland entspricht fresse ich gerne und genüsslich einen Besen.
Die ersten 7 Runden fahren wir in einer Viererkolonne. Vorne weg der Instruktor, der über Funk ansagen macht. “Hier eng rechts, dritter Gang, schön auf die Pylone zuhalten. Jetzt Gas, Gas, Gas!”. Alle zwei Runden wird gewechselt. Auf der Start-Ziel-Geraden lässt sich der erste zurückfallen und der letzte kommt hinter den Instruktor. Soviel zum Grundprinzip.
Die erste Runde fahre ich noch mit der Automatik. Mal sehen was die so kann. Schnell schalten kann sie allemal, doch – da sie nicht hellsehen kann – ist dann schnell mal der vierte Gang drin und es geht nach der Kurve steil bergauf. Neeeee, so wird das nix. Umschalten auf manuell, Schaltpaddel umgreifen und abrufen was man noch von den Runden auf dem Sachsenring im Computerspiel so weiss (Ich steh dazu). Wobei ich dazusagen möchte: Nur Simulationen ala GTR Racing und dort nichts anderes als Fahrwerksoptimierung um dann Runde um Runde konstant besser zu werden. Nicht dass ihr denkt ich rede hier von NFS. :)
Die Erinnerung kommt schnell wieder. Ich kenne die Kurven und auch die Ideallinie scheint mir vertraut.
Ok. Ich sitze in einem Porsche. Einem 911. The Godfather of Rock ‘n’ Roll. Nach den ersten zwei Kurven ist es um mich geschehen. Ich spüre wie der Virus langsam durch meinen Körper strömt. Von den Finger- und Zehenspitzen ausgehend in mein Groß- und Kleinhirn strömt.
Was ist dieses Lenkrad? Es ist so filigran und ein wenig groß. Dann: Oh mein Gott, es liegt so perfekt in der Hand, jede Bewegung der Vorderreifen spürt man magisch an den Händen. Es lässt sich mit genau der richtigen Portion Widerstand drehen, sogar die Motordrehzahl spürt man in den Händen. Alles. Die ganze Straße, vermutlich sogar ob gerade ein Vogel im Gras sitzt und fröhlich zwitschert.
Dieser Klang? Ist das nicht etwas aufdringlich? Ach verdammt, wir sind hier auf der Rennstrecke. Komische Frage. Der 911 dröhnt und brüllt entfesselt in einer Laustärke, bei der man über die Lautsprecher zuhause alle Nachbarn klopfend vor der Tür hätte. Zum ersten Mal in meinem Leben erlebe ich bewusst in Echt und Farbe das, was ich sonst aus den Simulationen kenne: Kein Drehzahlmesser im Blickfeld, kein Tacho. Alles verschwommen. Nur das Stück Straße vor einem und der Klang des Motors. Der Klang sagt mir wann ich wie zu schalten habe. Bei exakt einer definierten Tonlage. Jedesmal, bei jedem Gang warte ich auf diese eine Frequenz und haue mit dem rechten Paddel den nächsten Gang rein.
Bremsen, Anker werfen, keine Ahnung wie schnell ich bin. Ein kurzer Blick auf den Tacho zeigt irgendwas unter 180 km/h. Kann auf die Schnelle nur diese eine Zahl entdecken. Es geht steil runter in eine Senke, genau in der Senke steige ich voll in die Eisen. Der Porsche zuckt nicht, er hält einfach nur die Zeit an. Warten, warten. Bis die Drehzahl absinkt. Dann zurückschalten. Der Porsche gibt automatisch ordentlich Zwischengas. In schneller Folge nochmal zurückschalten. Nochmal zurückschalten. Bremse lösen, Scheitelpunkt der Kurve anvisieren. Warten. Am Scheitelpunkt wieder Vollgas und den nächsten Gang einlegen.
Der Porsche 911 Carrera S zieht seine Spuren, nur bei schnellen, leichten Kurven merkt man bei etwas zu schneller Fahrt dass das Heck ein wenig nach links und rechts schwimmt. Einen Finger breit. Das ist gut so, denn es ist das einzige was einen daran erinnert dass man nicht vollkommen grenzbereichlos fährt. Sonst wird man mit dem Porsche schnell übermütig. In einer Kurve war ich beim reinfahren etwas zu schnell, musste am Ende nochmal kräftiger nachbremsen und trotzdem wurde ich rausgetragen, hab die Ecke vom Curb beim rausfahren aus der Kurve überfahren. Mit halben Reifen nur, trotzdem. Das Gehirn sagt: Stopp, 100.000€.
Insgesamt bin ich 21 Runden gefahren. Dann war meine Zeit um. Ich hatte auf der Rennstrecke viel Spaß mit Jan und Bjoern. War eigentlich froh dass die zwei Turns mit den beiden etwas gemächlicher waren als mein erster bei dem wirklich die Fetzen geflogen sind. Bjoern hat das zum Anlaß genommen im Anschluss mit dem Instruktor nochmal paar Runden zu fahren und dann – mit nur zwei Autos – so richtig zu heizen.
Und ich? Ich werde nie wieder in Frage stellen dass der 911er das Überauto schlechthin ist. Ich werde mich nie wieder fragen warum man sich einen 911 kauft. Ich werde für immer im Kopf behalten womit da verglichen wird, wenn mit dem 911 verglichen wird und was das genau bedeutet. Und ich kriege seit dem Sachsenring diesen roten Porsche 911 Carrera S nicht aus dem Kopf. Die anderen sind mir egal.
Edit 09.05.2012: Jan hat netterweise ein Video von einer Runde im 911 hochgeladen. Ich habe nicht die technischen Möglichkeiten für so tolle Aufnahmen wie er, aber sein Video ist sowieso besser als meines je sein könnte. Dadurch bekommt ihr einen guten Eindruck von der Strecke. Viel Spaß!