Ab nächster Woche: Mercedes-Benz C 350 Coupé im Fuhrpark

Mercedes-Benz C 350 Coupé

Ab nächster Woche werdet ihr peu a peu Artikel von mir lesen die sich mit dem C 350 Coupé von Mercedes befassen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Eine Woche lang begleitet er mich durch Raum und Zeit und wird (hoffentlich) einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dabei wird ein Aspekt besonders interessant werden: Melegim, meine liebste Göttergattin, ist kein besonderer Fan der Automobile von Mercedes. Sie denkt noch so wie ich vor rund 5 Jahren gedacht habe: Mercedes ist miefig, bieder und wird nur von alten Leuten gefahren. Doch genau dieses Bild hat sich längst gewandelt. Spätestens seit dem ersten CLS und der Einführung der drei Ausstattungslinien Serie, Elegance und Avantgarde (wer die Unterschiede wissen möchte kann hier eine Tabelle finden). Grob gesagt ist Elegance das was immer schon Mercedes ausgemacht hat und Avantgarde die junge, sportliche Note (zu erkennen am großen Mercedes-Stern im Kühlergrill).

Genau das macht inzwischen den Reiz aus: Ein deutlich sportlicherer Auftritt der Marke, den ich persönlich natürlich besonders begrüße. Jetzt wird es wieder heissen: “Aber inzwischen wollen doch alle Marken nur noch sportlich sein!” Doch ich stehe dazu, dass ich das gut finde.

Wie auch immer – wie man im englischen so schön sagt: “Stay tuned”, es werden euch einige interessante Artikel erwarten. Da das hier BYCAN ist und nicht irgendein anderer Blog wird es natürlich wieder schöne Geschichten rund um’s Auto geben. So werde ich mich auf die Reise in eine andere Dimension begeben und euch daran teilhaben lassen wie gut oder schlecht das mit dem C Coupé funktioniert. Will man doch vor einem Autokauf unbedingt wissen, oder? Für mich jedenfalls bedeutet ein Auto immer auch Meditation und die Flucht vor dem Alltag.

Falls Diesel eher euer Ding sind und ein C350 sowieso zu voluminös (wie bitte?!), dann lest euch doch die spannenden Artikel drüben bei rad-ab.com durch. Die hatten ein Mercedes C220 CDI Coupé und haben damit ihre Social Media Probefahrt veranstaltet.

Bildquelle: © 2011 Daimler AG

Blogger Auto Award 2012

Blogger Auto Award 2012

Ich bin mir nicht sicher ob es eine vergleichbare Aktion in der deutschsprachigen Blogosphäre schonmal gab: Wir, die deutschen Autoblogger, stehen untereinander in Kontakt – nicht nur weil wir oftmals ähnliche Interessen haben, sondern auch weil es immer wieder interessant ist zu erfahren was die Kollegen so machen. Daraus entstand die Idee abseits der bekannten Printmagazine unseren eigenen Auto Award zu verleihen. Schließlich bilden wir mit einem Mix aus Sportwagenfans, Hybridfans, Youngtimerfans, Oldtimerfans, Neuwagenfans, Markenfans, Autokulturfans und was es nicht sonst noch alles gibt einen schönen Querschnitt durch die deutsche Autoliebhaberszene.
Im Gegensatz zu meinem eigenen Award, den ich vor ein paar Monaten vergeben hatte wird hier nach Fahrzeugklassen unterschieden. Da mein eigener Award in Preissegmente unterteilt war ist die Überschneidung relativ gering – die Ergebnisse bei beiden Awards aber unabhängig voneinander interessant.

Alles weitere erfahrt ihr im Folgenden:

 

Erstmalig haben sich dieses Jahr über zwei Dutzend Auto-Blogger aus Deutschland zusammen gefunden und verleihen gemeinsam den deutschen “Blogger Auto Award” 2012.

Gewählt wurden Fahrzeuge aus den Kategorien Minicars, Kleinwagen, Kompaktklasse, Mittelklasse, Obere Mittelklasse, Luxusklasse, Sportwagen, Cabrios, Geländewagen und Vans.

Es ist in der deutschen Blog-Szene ein bislang einzigartiges Projekt, dass sich Blogger aus einer Nische zusammenschließen und einen gemeinsamen Award in ihrem Themenbereich vergeben. Das Ergebnis dieser offenen Zusammenarbeit von Automobil-Bloggern aus dem Land, in dem das Auto erfunden wurde, ist nicht weniger als ein zukunftsweisenden Projekt und wurde, ungeachtet der ökonomische Konkurrenzsituation, als blogübergeifendes und gemeinsames Vorhaben umgesetzt: Spontan und subjektiv, dabei glaubwürdig, professionell und gewissenhaft.

Die Blogger Auto Awards 2012 gehen an:

 

 

Minicars

VW Volkswagen Up! 2012 - Minicars

Bildquelle: Jan Gleitsmann gleitsmann@gmail.com

  1. Volkswagen Up! [71 Punkte]
  2. Fiat 500 [ 49 Punkte]
  3. Mini [44 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Fiat Panda (16), Smart Fortwo (15), Renault Twingo (13), Toyota Aygo (13), Toyota iQ (8), Ford Ka (5), Opel Agila (0)

 

Kleinwagen

Audi A1 2012 - Kleinwagen

Bildquelle: Björn Tolkstown

  1. Audi A1  [54 Punkte]
  2. Alfa Romeo Mito [42 Punkte]
  3. Volkswagen Polo und Kia Rio [je 29 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Nissan Juke (28), Citroen C3/DS3 (25), Opel Corsa (12), Skoda Fabia (9), Seat Ibiza (6), Ford Fiesta (0)

 

Kompaktwagen

Opel Ampera 2012 - Kompaktwagen

Bildquelle: Jens Stratmann

  1. Opel Ampera und BMW 1er Serie [bei 50 Punkte]
  2. Mercedes Benz A/B Klasse [36 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Alfa Romeo Giulietta (34), Audi A3 (21), VW Beetle (15), Opel Astra (12),  VW Golf/Jetta/Plus (11), Ford Focus (3), Skoda Octavia (2)

 

Mittelklasse

Audi A5 2012 - Mittelklasse

Bildquelle:

  1. Audi A4 / A5 / Allroad [49 Punkte]
  2. Mercedes-Benz C-Klasse [47 Punkte]
  3. BMW 3er Serie [42 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Volvo S60/V60 (27), VW Passat/CC (24), Opel Insignia (14), Citroen C5 (12), Skoda Suberb (7), Ford Mondeo (6), Alfa Romeo 159 (6)

 

Obere Mittelklasse

BMW 5er 2012 - Obere Mittelklasse

Bildquelle: Thomas Gigold, M5 IAA, (gigold)

  1. BMW 5er Serie / GT und Audi A6 / A7 [bei 43 Punkte]
  2. Mercedes Benz E-Klasse / CLS [39 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Jaguar XF (34), Citroen C6 (26), Cadillac CTS (18), Lexus GS (16), Infiniti M (9), Volvo V70/XC70     (4), Lancia Thema (2)

 

Luxusklasse

Aston Martin Rapide 2012 - Luxusklasse

Bildquelle: Bjoern Habegger

  1. Aston Martin Rapide [62 Punkte]
  2. Maserati Quattroporte und Audi A8 [beide 31 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Porsche Panamera (29), Bentley Continental (25), Mercedes-Benz S-Klasse/CL (20), BMW 7er (12), Jaguar XJ (12), VW Phaeton (9), Maybach  (3)

 

Sportwagen

Porsche 911 Carrera / Turbo 2012 - Sportwagen

Bildquelle: Bjoern Habegger

  1. Porsche 911 Carrera / Turbo [56 Punkte]
  2. Mercedes-Benz SLS [48 Punkte]
  3. Audi R8 und Aston Martin DB9/DBS [beide 33 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Ferrari 458 Italia (27), Lamborghini Aventador (15), Ferrari FF (13), Aston Martin Vantage (5), BMW 6ser     (3), Bugatti Veyron (1)

 

Cabrios

Mercedes Benz SLS AMG Roadster 2012 - Cabrios

Bildquelle: Bjoern Habegger

  1. Mercedes Benz SLS Roadster [72 Punkte]
  2. Audi R8 Spyder [42 Punkte]
  3. Porsche 911 Cabrio [41 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Ferrari 458 Spider (25), Mercedes SL (19), BMW 6ser Cabrio (12), BMW Z4 (9), Mercedes SLK (8), Audi A5 Cabrio (4), Mercedes E-Klasse Cabrio (2)

 

Geländewagen

Range Rover Evoque 2012 - Geländewagen

Bildquelle: Bjoern Habegger

  1. Range Rover Evoque [53 Punkte]
  2. Mercedes G-Klasse [50 Punkte]
  3. Porsche Cayenne [28 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: Mercedes-Benz M-Klasse (23), VW Touareg (18), BMW X5 (13), BMW X6 (13), Audi Q5 (10), Audi Q7 (10), BMW X3 (7)

 

Vans

VW Volkswagen Multivan 2012 - Vans

Bildquelle: Bjoern Habegger

  1. Volkswagen Multivan [53 Punkte]
  2. Mercedes-Benz Viano [44 Punkte]
  3. Ford S-Max [37 Punkte]

Auf den weiteren Plätzen: VW Caddy Life (29), VW Touran (21), Opel Zafira Tourer (17), VW Sharan (15), Opel Meriva (9), Ford C-Max (6), Ford Galaxy (3)

 

 

Hersteller-Wertung

 

  1. Audi [14 Punkte]
  2. Mercedes-Benz [13 Punkte]
  3. Volkswagen [8 Punkte]

Auf den weiteren Plätzten: BMW (7), Porsche (5), Austin Martin (4), Range Rover (3),Opel (3),
Mini und Maserati (jeweils 2) sowie Kia, Ford, Fiat und Alfa Romeo (jeweils 1)

 

Die Blogger Jury

 

Die Jury im Jahr 2012 bestand aus 27 Blogger, die sich alle im Automobil-Bereich bewegen: Marc J. Christiansen (fuenfkommasechs.de), Thomas Gigold (cult7.de), Jan Gleitsmann (auto-geil.de), Bjoern Habegger (mein-auto-blog.de), Markus Winninghoff (willsagen.de), Jens Stratmann (rad-ab.com), David Hofmann (smartpit.de), Ralf Bernert (exclusive-life.de), Marco Stöhr (rad-ab.com), Kai Bösel (motoso.de), Alex Kahl (der-probefahrer.de), Erkan Dörtoluk (uberautos.de/), Can Struck (bycan.de), Markus Jordan (blog.mercedes-benz-passion.com), Enno Reddies (qarsi.de), Don Dahlmann (racingblog.de), Jens Tanz (sandmanns-welt.de), Robert Basic (robertbasic.de), Lisa Schwarz (the-car-addict.com), Stefan Maaß (veight.de), Nicole Y. Männl (0511web.de), Jens Wilde (autoblogger.de), Stefan Lemcke (benzinimblut.com), Axel Griesinger (bigblogg.com), Björn Tolksdorf (motor-talk.de) und SpeedHeads.de (Christian Brinkmann und Julian Deuter zusammen mit einer Stimme).

Hat zwar nicht abgestimmt aber ist deswegen nicht weniger beteiligt: Automobil-Blog

Zusätzliche interessante (Hintergrund-)Infos und alles weitere findet ihr unter der Quelle: Blogger Auto Award 2012

“Shared Space” Straßenprojekte, bald auch in Köln?

Shared Space EU-Projekt in Bohmte

Zur Zeit ist ein Thema in aller Munde: “Shared Space” Straßenbauprojekte verbreiten sich immer weiter in Deutschland nachdem sie in einigen Städten [Liste der Städte] erfolgreich eingeführt wurden. Nun steht auch in Köln ein solches Projekt zur Debatte. Laut Kölner Stadtanzeiger [Artikel vom 14.10.2009] soll möglicherweise dieses Jahr die Ehrenstraße zum “Shared Space” werden. Auf meine Anfrage zum Thema hat das Kölner Amt für Straßen und Verkehrstechnik leider bisher nicht geantwortet. Sollte das noch passieren werde ich hier die Infos nachtragen. (Edit 01.02.2012: Mail vom Kölner Amt für Straßen und Verkehrstechnik: “Bauliche Veränderungen sind erst ab 2014 vorgesehen; zur Zeit wird die Planung abgestimmt.”)

 

Doch zuerst möchte ich erklären was “Shared Space” genau ist.

 

“Shared Space” wurde ursprünglich unter anderem von Hans Monderman [http://www.oiav-ooe.at/oiavInfoEintragDatei_5.pdf] erdacht. Von 2004 bis 2008 wurde die Idee als EU-Projekt im Rahmen des Infrastrukturförderprogramms INTERREG North Sea Region Programme in Friesland (Mondermans Heimat), Großbritannien, Belgien, Dänemark und Deutschland umgesetzt. Grob umrissen lässt sich das Projekt so umschreiben: Der Verkehrsraum wird nicht wie bisher unter den Verkehrsteilnehmern durch bauliche Maßnahmen wie Bürgersteige oder Beschilderung strikt getrennt. Stattdessen existieren alle nebeneinander auf derselben Fläche. Menschen laufen zwischen Autos, Radfahrer fahren kreuz und quer, Tische und Stühle von Cafés und Verkaufsflächen dazwischen. Das gewünschte Resultat ist simpel und nachvollziehbar: Statt dass Autofahrer Schilder beachten müssen die Ihnen eine mögliche Gefahr zeigen oder worauf sie Rücksicht nehmen müssen soll Ihnen ihre Umgebung ein bestimmtes Verhalten von alleine nahelegen. Spielen Kinder auf der Straße und überqueren Menschen den Weg, herrscht also geschäftiges Treiben, und sind dabei keine Bürgersteige in Sicht, so geht der Autofahrer automatisch vom Gas. Wer jetzt denkt dass dies zu vermehrten Unfällen führt wird eines Besseren belehrt. In Bohmte, einer der Versuchsorte, stieg die Unfallhäufigkeit nicht. “[...]Wo in den Vorjahren ca. 30 – 40 Unfälle passiert sind, sind seit der Öffnung des Shared Space-Bereichs im Mai 2008 bisher “nur” Bagatellunfälle (also keine Verkehrsunfälle mit Personenschaden) passiert, wobei keiner originär auf das Shared Space-Prinzip zurückzuführen ist.” [Website der Stadt Bohmte] Allerdings sollte man dazusagen: Einen Rückgang kann man auch nicht erwarten.

 

Warum das Ganze funktionieren muss war mir sofort klar – aus ganz eigener Erfahrung.

 

Was hier als neues Konzept gepriesen wird ist das, was in Ländern wie der Türkei immer schon üblich war. In der Türkei gibt es zwar immer mehr Bürgersteige (die dazu auch noch ca. doppelt so hoch sind wie hier, so dass Autos nicht halb auf dem Bürgersteig parken können) doch trotzdem wartet man als Fussgänger selten auf grüne Ampeln. Doch auch darauf dass die Straße frei wird wartet man nicht. Man geht einfach los und bewegt sich Stück für Stück zwischen den Autos durch. Das funktioniert weil die Autofahrer bewusst damit rechnen dass überall Menschen zwischen den Autos sind und somit falls nötig auch vom Gas gehen. Natürlich ist es ein großes Chaos mit viel Gehupe, doch wenn man lernt mit der Situation umzugehen kann man sich relativ natürlich auch über mehrspurige Straßen bewegen.
Während die Türkei dem europäischen Vorbild folgt und inzwischen mit hüfthohen Barrieren zwischen den beiden Richtungsspuren den einfachen Straßenseitenwechsel zu verhindern versucht wird in Europa eine Neuinterpretation dieser Idee versucht, die jedoch den Sicherheitsgedanken nicht vernachlässigt.

 

Ohne weiteres kann man sich hier nicht wie in der Türkei benehmen.

 

Oft denke ich mir genau das wenn ich in einer deutschen Stadt versuche von Punkt A zu Punkt B zu kommen. Versucht man es auf die “anatolische Art” muss man schnell damit rechnen unter einem Auto zu landen. Weil hier alles sehr genau geregelt ist, durch Bürgersteige, Fahrradwege, Ampeln und Schilder, kennt jeder seine eigenen Rechte und – da fängt das Problem an – besteht auch darauf. Das führt dazu dass man als Fußgänger beim Umspringen der Fussgängerampel auf Rot schnell von einem Autofahrer bedrängt wird und beim Überqueren einer Straße an einer Stelle ohne Zebrastreifen nicht damit rechnen kann, dass ein Autofahrer bremst. Ob er einfach an dieser Stelle gar nicht erst mit einem Menschen auf der Straße rechnet oder sich nur denkt er dürfe auf seiner Straße fahren (Vorfahrt!) und der Fussgänger solle warten, sei mal dahingestellt. Andererseits kann man sich natürlich als Fussgänger auch sicher sein bei jedem Zebrastreifen unbehelligt über die Straße zu kommen. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

 

Betrachtet man als Beispiel die Ehrenstraße in Köln ist das Problem sofort sichtbar.

 

In der Ehrenstraße fahren die Autos in einer Richtung. Auf einer seite wird geparkt. Auf beiden Seiten der Straße sind Boutiken, Geschäfte und Cafés. Die Bürgersteige auf beiden Seiten sind an der breitesten Stelle so, dass zwei Personen nebeneinander gehen können, an der schmalsten Stelle so, dass man eher auf die Straße ausweicht. Dass hier überhaupt Autos fahrenist möglicherweise ein unvermeidbares übel. Doch zum entspannten flanieren ist die eigentlich sehr angesagte Straße nicht geeignet. Der Blick muss immer nach hinten gehen ob gerade ein Auto angefahren kommt. Idealerweise wäre diese Straße eine reine Fussgängerzone. Ich spekuliere: Würde diese Straße zu “Shared Space”, so würden die Bürgersteige verschwinden, die gesamte Straße würde gepflastert werden, sogut wie alle Schilder würden entfernt werden und Tische und Bänke würden in die Fahrfläche ragen. Autofahrer wären automatisch dazu gezwungen vom Gas zu gehen, würden dies aber auch als selbstverständlich ansehen da ihre Umgebung nicht eine “Autostraße” suggeriert. Sie wüssten einerseits dass sie ungehindert die Straße zum befahren verwenden können, andererseits aber auch sich dem Geschehen auf der Straße anpassen sollten.

Tempolimits an solchen Straßen werden oft mißverstanden. Steht dort 50km/h als Limit wird dies als: “Hier fahre ich 50, egal was kommen mag” interpretiert statt als “sollte die Situation es erfordern fahre ich auch mal 20″. Durch den Wegfall der Beschilderung ist der Fahrer gezwungen seine mögliche Geschwindigkeit aus seiner Umgebung abzuleiten. Das Resultat des Ganzen soll ein relaxtes Beisammensein aller Verkehrsteilnehmer sein.

Eigentlich kennt man es in Deutschland schon von der Spielstraße bzw. der verkehrsberuhigten Zone. Doch sind dies meist nur kleine Sträßchen in Anwohnergebieten. Jetzt soll das Prinzip eben in großem Maße angewendet werden.

Doch was noch passieren muss ist eine Anpassung der Denkweise der Bürger: “Das Verkehrsverhalten der Verkehrsteilnehmer orientiere sich stark an konventionellen Verhaltensmustern: Die Kfz benutzen die Straße, die Fußgänger den Gehweg und die Radfahrer tendenziell eher den Gehweg. Im Rahmen der Untersuchungen wurde häufig ein Stocken des Verkehrs beobachtet, teilweise durch zögerliche Fahrweise.” [Wiki: Shared Space in Bohmte]

Ausführliches PDF zum Thema bei Mobilität21

Bildquelle: Wikipedia | Bohmte, Shared Space Kreuzung, 2008 | Urheber: Milchlieferrant

imho: Leistungszahlen und Rundenzeiten zerstören den Sportwagengeist

Digitale Armaturen Sportwagen Mclaren Cockpit Dashboard

Mich würde interessieren ob ich eigentlich der Einzige bin, der in einschlägiger Sportwagenliteratur aka Zeitschriften die Seiten überliest, auf denen Tabellen mit Leistungsdaten und Rundenzeiten verzeichnet sind. Da gibt es schematische Darstellungen von Rennstrecken mit genauen telemetrischen Infos in welcher Kurve das getestete Geschoss wieviele Sekunden und wieviel km/h liegen lassen hat und wo es sich im Vergleich mit anderen Sportwagen einreiht. Zahlenkolonnen mit Brems- und Beschleunigungswerten und und und….

Eigentlich interessieren mich hier in allerbester Autoquartett-Tradition nur folgende Daten: Höchstgeschwindigkeit, PS, Nm und 0-100km/h. Alles andere? Not. So. Much.

Für mich ist der dazugehörige Artikel interessant. Das geschriebene Wort. Und ob dort solche Dinge stehen wie “launisch im Grenzbereich”, “Leistung setzt spät ein, aber dann mit Nachdruck”, “Man fühlt jede Anomalie im Asphalt”, “Das Heck überholt einen von rechts”, “Komisches Gefühl in der Magengegend”, “Angstschweiß an den Händen”, “Bestialischer Sound der ab 7000 U/min noch einen draufsetzt”, “Kaum beherrschbar im Grenzbereich”… ich könnte diese Liste endlos weiterschreiben.

Ich möchte eigentlich nur auf eines hinaus: In unserer schönen digitalen Zeit wird auch der Sportwagen immer digitaler. Mit Rechnern und High-Tec lassen sich die letzten Zehntel aus den Rundenzeiten kitzeln, das Fahrwerk optimiert sich selbst je nach Straßenbeschaffenheit und Nickbewegungen gibt es längst nicht mehr. Aber ist das wirklich so positiv wie uns suggeriert wird? Klar ist es für einen Hersteller toll wenn man sagen kann man ist 0,881 Sekunden schneller pro Runde als ein Sportwagen im selben Preissegment. Doch diese dauernde Optimierung führt dazu, dass die Fahrzeuge immer perfekter werden, dadurch auch immer unmenschlicher. Viel zu makellos eben. Ein neuerer Porsche fährt wie auf Schienen durch jede Kurve. Ein wenig einlenken, der Rest geht von allein. Fast wie mit Gamepad an der PS3. Beim G-Modell hieß es noch überall: Man muss mutig sein das Auto zu fahren. Gerne entscheidet es sich mal die Tiefe des nahegelegendsten Grabens zu überprüfen, höchstpersönlich. Für Fahranfänger absolut ungeeignet und und und. Heute kann jeder 18-jährige ohne Probleme ein 600PS-Monster bewegen.

Ist das vielleicht der Grund für die in mir aufkeimende Youngtimer-Liebe? Ich möchte nicht in einem teuren Sportwagen sitzen, von der Geschwindigkeit nichts mitkriegen und einfach Runde um Runde die Ideallinie abfahren. Nein, von einem Sportwagen erwarte ich dass er ein gewisses Todesrisiko bietet. Das ich Erfurcht und Angst habe wenn ich den Motor anlasse. Mich vielleicht sogar dazu herablasse ein paar gutgemeinte Worte an das Auto zu richten, laut auszusprechen. Über das Armaturenbrett zu streichen und zu sagen: “Ok, hör zu. Wir wollen leben. Das heisst: Du willst leben, und ich will noch viel mehr leben. Wenn du mich heil durch zwei Runden bringst küsse ich dich.” Dann den Motor anlassen und das Grummeln und Vibrieren am Lenkrad spüren. Den Motor fauchen lassen und beim Losfahren kurz überlegen ob man nicht doch lieber Minigolf spielen hätte gehen sollen. Das Fahren soll ein Erlebnis sein, ein Ritt auf der Kanonenkugel. Dabei interessiert mich herzlich wenig ob das Auto 1 Sekunde schneller ist auf der Nordschleife als ein GT-R. Who cares? Wenn ich 40 Sekunden später ins Ziel komme als ein GT-R aber dafür viermal dem Tod ins Auge geblickt habe, viel Spaß hatte, dann hab ich am Ende des Tages mehr davon.

Früher oder später wird es zu einem Imagewechsel bei Sportwagen kommen. (Oder ist es etwa schon soweit?) In den 90ern hatte man Respekt vor der (vermutlichen) Fahrkunst eines Sportwagenbesitzers, der da ein Wesen aus der Hölle befehligt (muss gerade an den Lamborghini Miura und Innenraumtemperaturen denken). Ich stand damals nur so da, starrte die Autos an als sie vorbeifuhren und dachte mir ich will auch mal so gut fahren können. Heute ist es eher der Respekt vor dem technischen Know-How der Hersteller und was sie zu leisten im Stande sind. Der Fahrer bleibt in meinen Augen außen vor. Er ist austauschbar geworden. Ist die Formel 1 nicht der Beweis für genau diese These?

Wer Übertreibungen findet, darf sie behalten. Und nein, ich will natürlich nicht sterben.

Update 24.01.: Wer an einer Gegendarstellung interessiert ist, wird bei Björns mein-auto-blog fündig.

Mr. Fisker bei Jay Leno’s Garage zu Gast, Video

Henrik Fisker bei Jay Leno

Nein, mein Blog entwickelt sich nicht zu einem Fisker-Blog. Es ist einfach nur Zufall dass es zur Zeit viel Neues rund um den tollen Fisker Karma gibt. Diesmal ist Mr. Henrik Fisker höchstpersönlich bei Jay Leno zu Gast und erzählt etwas über den Karma. Wenn das mal nicht sehenswert ist!

Unter anderem legt er wert auf die Unterscheidung zwischen Hybrid und elektrischem Fahrzeug mit Reichweitenerweiterung (EVER). Sonst werden noch das Solarpanel auf dem Dach (zur reinen Unterstützung der Verbraucher im Fahrzeuginneren), der Auspuff am vorderen Kotflügel, die 22″ Felgen, der Werdegang von Henrik Fisker und dem Unternehmen (der Artega GT – und das ist mir neu – wurde auch von Fisker designed), die Motorisierung bzw. der Antrieb und die Hersteller, der Kofferraum, die Materialien und vieles mehr erwähnt.

Ich denke eine solch ausführliche Vorstellung des Karma Fisker (vor allem mit ruhigen Detailaufnahmen) werdet ihr im Internet kein zweites Mal finden. Viel Spass!

Bildquelle: Fisker Automotive