Zeit für Winterreifen, Saison 2011/2012

Winterreifen 2011/2012

 

Da fällt mir ein: Unsere Winterreifen für den Z3 sind noch eingelagert. Da wir ab diesem Jahr nicht mehr im Winter fahren werde ich sie wohl oder übel abholen müssen. Sonst kommt die Gebühr für ein weiteres Jahr drauf.

Trotz allem: Ich habe Winterreifen auf Alufelgen. Für viele stellt sich zu dieser Jahreszeit aber die Frage: Welche Reifen soll ich kaufen? Der beste Indikator für die richtige Wahl sind eigentlich immer die Reifentests der bekannten Zeitschriften. Björn hat sich die Mühe gemacht und die Ergebnisse der Winterreifentests 2011 zusammengefasst. Ist ganz praktisch da ich mir somit nicht die Mühe machen brauche. Bleibt mehr Luft für Kritik. Und die kommt hier:

Warum werden nach wie vor nur die kleinen Reifengrössen getestet? Meistens sinds 16 Zoll und das nicht mal in besonders breiten Dimensionen. Doch viele aktuelle Fahrzeuge haben doch schon 17, 18 oder mehr Zoll. Oder kann man die Testergebnisse für die kleinen Dimensionen einfach so auf die größeren übertragen? Ist also ein Dunslop SP Winter Response in 18 Zoll auch sehr gut? Tja, nach einem Blick auf die Dunlop-Homepage stellt man fest dass bei diesem Reifen bei 15 Zoll Schluss ist.

Ich kenne die Probleme aus diversen Foren: Da ist immer wieder ein brandaktuelles Thema welche Erfahrungen wer mit welchen 18″-Winterreifen gemacht hat. Natürlich kann man auch hingehen und eine kleinere Dimension aufziehen. Jedoch hat man bei einigen Fahrzeugen – wie z.B. beim aktuellen Ford Mustang – das Problem dass die Bremsscheiben dann nicht genug Platz haben.

Also bitte liebe Reifentester: Macht euch auch die Mühe mit größeren Reifendimensionen! Wir werden es euch danken.

PS: Und immer dran denken: Bei Reifen sparen ist eindeutig an der falschen Stelle sparen! Wünsche euch allzeit gute Fahrt durch den kommenden Winter.

Nicht vergessen: Es gilt situative Winterreifenpflicht. Bei schlechten Wetterverhältnissen sind M+S-Reifen Pflicht.

Bildquelle: Falken Tyres

Renault Laguna 2011 – kleiner Review

Renault Laguna 2011 Review

1300km Autobahn mit einem Mietwagen. Das ist viel und man sollte vermutlich darauf wert legen, dass es nicht die kleinste Klasse ist, die man mietet. Trotzdem habe ich mein Glück herausgefordert – wie so oft – und einen Wagen der kleinsten Klasse gebucht. Übrigens für knapp 90€ inklusive Vollversicherung ohne SB. Ich habe einfach darauf vertraut dass ich – wie so oft – sowieso “upgegradet” werde. Ich hab recht behalten und von der freundlichen Mitarbeiterin von Avis am Kölner Hauptbahnhof einen schwarzen Renault Laguna mit Klimaanlage und Navigation bekommen. Sie hat sich noch dafür entschuldigt dass er wegen dem Regen und dem Schotterplatz leider etwas dreckig sei. “Macht nix, ich fahre sowieso nur Autobahn.” und weg war ich.

Zuerst ein kurzes Statement zu den Fotos: Leider hatte ich weder die Zeit noch die Möglichkeit hochwertige Fotos vom Laguna zu machen. Deswegen hier nur die Schnappschüsse. Ich bitte um Nachsicht. :)

Der Laguna stand nun unauffällig wie sonst ein Auto auf dem Parkplatz des Bahnhofs. Renault hat ja keinen Schlüssel, sondern eine “Chipkarte” mit diesen Foliendrucktasten wie man sie auf superdünnen TV-Fernbedienungen findet. Nunja. Über Geschmack lässt sich streiten. Das gilt auch für das Äußere. An der Front will ein wenig Sportlichkeit aufkommen, doch an den Flanken und am Heck verliert sich dieser Gedanke schnell wieder. Die Überhänge sind zu lang und die Linienführung etwas langweilig. Was soll’s! Ich sitze ja sowieso innen. Und hier wirkt der Franzose schon deutlich reifer. Schwarze Teilleder-Sitze mit weißen Kontrastnähten (wie sie übrigens unser zukünftiger Mustang haben soll), eine hübsche Mittelkonsole, hübsche Instrumente und Türverkleidungen. Naja alles so dass man sich lange Zeit wohlfühlen kann. Das Lenkrad ist sogar unten etwas abgeflacht. Hier stand der Motorsport Pate. Die Abflachung ist jedoch so gering dass man sie erst bemerkt wenn man beim Kurbeln fast danebengreift, nicht jedoch wenn man das Lenkrad so direkt ansieht.

Dinge die mir positiv aufgefallen sind:

  • Das Display in der Mitte ist gut abzulesen
  • Die Tasten geben wenig Rätsel auf
  • Das Raumgefühl ist dank einer sehr weit oben ansetzenden Windschutzscheibe sehr angenehm.
  • Hinten an allen Fenstern Jalousien (nicht automatisiert)

 

Dinge die mir negativ aufgefallen sind:

  • Tomtom… grafisch erinnert es mich mit seinen tristen Farben, pixeligen Linien und hakeligen Bewegungen an meine Computerspiele Mitte der 90er
  • “Wählhebel” für Telefon und Audio rechts unten hinter dem Lenkrad: Unglaublich viele Tasten und sogar ein Scrollwheel auf kleiner Fläche und alles nicht ablesbar da durch die Speichen des Lenkrads verdeckt. Um zu wissen welche Taste was macht muss man sich nach vorne beugen und am Lenkradkranz vorbeisehen
  • Unglaublich billig wirkende Scheibenwischer vorne – wenn die sich bewegen denkt man sie sind aus dünnem Draht, so schlacksig bewegen sie sich
  • Drehregler über Drehregler an der Mittelkonsole. Ein großer zwischen den Sitzen, ein kleiner beim Radio und ein ebenso kleiner bei der Klimaanlage. Teilweise machen sie dasselbe
  • Aus welchem Jahrhundert ist denn der Bordcomputer? Das Icon das einem eine Schaltkulisse anzeigen soll ist grausamer Missbrauch von Pixeln! Man muss es sehen um zu verstehen was ich meine.
  • Und warum werden die Zahlen auf dem Drehzahlmesser von Zahl zu Zahl größer? Kursive Schriftart und die 6 ist fast doppelt so groß wie die eins.. Soll man gewarnt werden? Ich fand es optisch nicht sonderlich geschickt

Soviel zum Innenraum. Chipkarte in den Schlitz und Start/Stopp-Taste drücken. Zuerst fällt einem auf das einem nichts auffällt – ausser dass die Aussenspiegel ausfahren. Doch der Motor ist im Grunde unhörbar, solange man das Gaspedal nicht betätigt. In der Stadt ist das bei einem solchen Zweiliter-Benziner natürlich von Vorteil. Besonders da auch die Geräuschisolierung im Renault hervorragend ist. Tritt man das Gaspedal hört man genau das, was man von einem – sagen wir mal – Standardzweiliter in einem Standardauto erwartet: Es zeigt sich dass ein Verbrennungsmotor das Fahrzeug antreibt (ergo: Kraft-Fahrzeug), aber der Motor will nicht dass irgendwer irgendwas über ihn erfährt. Er möchte einfach nur stur seinen Job machen. So soll es dann eben sein: Bei einem solchen Auto geht das auch in Ordnung. Am Gaspedal hängt der Zweiliter ganz gut, jedoch hat mich noch vor Beginn der Fahrt stutzig gemacht, dass im Display beim Durchschnittsverbrauch knapp 11 Liter hinterlegt waren. Hmmm. Direkt mal genullt um zu sehen wo ich so lande. Bei dem Verbrauch würde ich nämlich schon erwarten dass ich etwas anderes als ein Standardauto habe: Etwas mit bumms, mit hörbarem Motor der fauchend Fussgänger vom Zebrastreifen verjagt und am liebsten kreuz und quer unter LKW-Anhängern durchfährt wie damals Bandit. Der spritsparende Charakter ist nämlich das einzige Argument das sonst für ein Standard-08/15-Triebwerk spricht.

Renault Laguna 2011 Review Ansicht vorne links

Zuhause wurde erstmal der Kofferraum befüllt. Da ist richtig Platz! Mir fällt auf Anhieb nichts ein was da nicht reinpassen würde. Sollte also in allen Lebenssituationen ausreichen. Teilweise konnten wir die Hutablage bei geöffnetem Kofferraum auch als Tisch verwenden.

Kurz darauf ging es auch schon auf die Autobahn. Immerhin war es 21:00 Uhr und wir hatten noch ca. 680km zu fahren. Auf den Strassen war wenig los und ich konnte meist den Tempomat verwenden. Die Bedienung ist so einfach wie bei jedem anderen Auto auch. Fahren, beim gewünschten Tempo Taste betätigen und fertig. Über einen Wippschalter auf der Mittelkonsole wählt man zwischen Tempomat und Tempolimiter. Alles andere erfolgt über die Tasten am Lenkrad. Das bereits angesprochene hässliche kleine Icon das eine Schaltkulisse darstellen soll zeigt einem mit zwei kleinen Pfeilen ob man runter oder rauf schalten soll. Eigentlich ist da immer nur ein Pfeil der so lange dableibt bis man den 6. Gang erreicht hat. Es spielt auch keine Rolle ob man knapp über 50 fährt. Zum Runterschalten fordert das Icon erst auf wenn die Drehzahl extrem niedrig fällt. Auch daran habe ich mich gehalten. Bei Ankunft zeigte mir die Verbrauchsanzeige einen Durchschnittsverbrauch von stolzen 9,8 Litern Super. Das nach 650km Autobahn, freie Fahrt und Tempomat bei 140km/h. Wow. Das ist…. ziemlich hoch. Im Internet auf der Seite von Renault ist zu lesen, dass der Verbrauch außerorts bei 6,1/8,6 Litern und kombiniert bei 7,5/10,7 Litern liegt…

Auf der Rückfahrt – hier hatten wir es mit viel Stau zu tun und sind bei Würzburg sogar Landstraße gefahren – ist der Verbrauch dann sogar auf 10,4 Liter angestiegen. Alles in allem war das Auto eigentlich ganz angenehm. Mich selbst hat das polterige Fahrwerk von allem am meisten gestört. Es kommt gar nicht der Gedanke auf dass man in einem soliden Auto sitzt. Das kann selbst ein Golf schon um mehrere Klassen besser! Es rappelt bei jeder Bodenwelle etwas im Fahrwerk. Ich mag vielleicht insgesamt ein wenig übertreiben, doch habe ich jederzeit gemerkt dass das Fahrwerk nicht recht weiss was es will. Eine unpräzise Lenkung ohne viel Rückmeldung wäre da natürlich im Zusammenspiel das schlimmste. Doch… well… leider ist die Lenkung auch nicht hundertprozentig überzeugend. Würde ich nun das Geld ausgeben um einen Laguna zu kaufen? ….Das Coupé schafft es im Gegensatz zur Limousine ja sogar die Sportlichkeit über das ganze Fahrzeugdesign zu erhalten… Aber nein. Ich wüsste andere Möglichkeiten das Geld auszugeben.

Was haltet ihr vom Laguna 2.0?

 

Ken Block’s neuer Ford Fiesta namens H.F.H.V.

Ken Block HFHV

Ken Block’s – jeder dürfte ihn von seinen Gymkhana-Videos kennen – Techniker haben seinen Ford Fiesta mit drei unterschiedlichen Konfigurationen ausgerüstet, die bei Bedarf in Rekordzeit umgerüstet werden können. Sie nennen es H.F.H.V. was für “Hybrid Function Hoon Vehicle” steht.

Die drei unterschiedlichen Set-Ups sind für klassische Rallye, Rallyecross und Gymkhana nötig. In einem neuen Youtube-Video wird das ganze anschaulich mit kultverdächtiger Musik und Animationen, bei denen das hüpfende Auto mich irgendwie an Micro Machines erinnert, erläutert.

Wer Ken Block’s Gymkhana-Videos nicht kennt, sollte dringend mal bei Youtube danach suchen. Absolut sehenswert!

Hier das Video zum H.F.H.V.:

 

Die ersten Fisker Karma wurden endlich ausgeliefert

Fisker Karma Convertible

Wenn ihr meinen Blog regelmäßig verfolgt wisst ihr bestimmt dass ich immer wieder Neuigkeiten über den Fisker Karma – das göttlichste viersitzige Coupé aller Zeiten – hatte. In letzter Zeit ist es dann etwas ruhiger geworden. Einzig dass der Preis über 100.000€ liegen würde wurde bekannt. Doch jetzt, endlich, gibt es bedeutende Neuigkeiten. Eigentlich schon eine ganze Weile aber ich habe einfach nicht die Zeit gefunden darüber zu berichten :)

Nicht nur wurde der erste Fisker Karma an seinen neuen Besitzer übergeben, wie in dem Video unten festgehalten wurde, sondern es wird vermutlich auch in Frankfurt auf der Automobilmesse  2013 ein neuer Cossover vorgestellt. Daneben sind ja der Karma Convertible und ein Einstiegsmodell namens Nina bestätigt.

Nun zu den Videos. Einmal gibt es das bereits erwähnt Video vom ersten Kunden (nicht ganz so spannend) und dann noch einen Fahrbericht mit dem professionellen Fahrer Kyle Shields. Viel Spass!

 

Die weiteren Artikel zum Fisker Karma auf meinem Blog findet ihr etwas weiter unten.

Mercedes Brand Workshop Tag 2 (2): Teststrecke

Teaser Mercedes SL63 AMG

Das Beste kommt zum Schluss, ist das nicht immer so? Im Falle des Markenworkshops war es ein Besuch der Teststrecke von Mercedes in Malmsheim (ein alter Flugplatz) mit der Gelegenheit alle aktuellen Modelle (so ziemlich) mal probezufahren.

Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Eindruck vermitteln was da so alles schön in Reih’ und Glied für uns bereitstand:

Malmsheim Mercedes Überblick Testfahrzeuge

CLS, CL65 AMG, SL, SLK, SLS, Smart, A-Klasse, C-Klasse, S-Klasse, Maybach… diese Nomenklatur lässt sich beliebig fortführen. Die Fahrzeuge die auf dem Foto zu sehen sind waren zur Ausfahrt über Autobahn und Landstraßen, aber dazu später mehr.

Zu allererst ging es auf den Handlingkurs, einen kleinen engen mit pylonen abgesteckten Parcour auf dem Spitzkehren und kurze Geraden auf uns warteten. Sechs Personen, sechs Fahrzeuge und dann wurde durchgewechselt. Auch wenn es nur ganz kurz geht, man erhält einen kleinen Überblick über die verschiedenen Fahrzeuge von weicher S-Klasse bis zum beinhartem SLS AMG, dazu ein schwächlicher Smart electric drive der dank Bremskraftrückgewinnung bei der Bremskraft nicht durch ein gefühlvolles Bremsen in irgendeiner Form ermöglichte. Natürlich war für mich der SLS AMG das absolute Highlight. Für andere wie die Blogger von mein-elektroauto.com und Konsorten war es hingegen der F-Cell.

Aber wir waren gerade beim SLS AMG. Endlich mal drinsitzen und eeendlich mal fahren. Ich bin begeistert. Das Auto passt wie ein Handschuh, zum Schließen der Tür muss man gezwungenermaßen wieder mit einem Bein aus dem Auto aussteigen – sonst kommt man nicht an den Türgriff. Alles kleine ungemütliche Details die das Auto so sympathisch und ungewöhnlich machen. Jedem musste erklärt werden dass die Automatik über eine Taste auf Parken gestellt wird. Bewegt man nur den Hebel nach vorne hat man statt wie sonst üblich Parken nämlich den Rückwärtsgang drin. Ich finde das toll. Da denkt nicht einer: Wie können wir es möglichst für alle angenehm machen das Auto zu verstehen. Nein, da denkt einer: Wie kann ich ein Auto so machen dass nur der Besitzer denkt er könne das Auto richtig fahren. So gehört sich das. Vernunft: bitte abspringen! Der Klang des V8-Motors kommt Musclecars aus den 60ern nahe wie sonst selten ein Auto deutscher Herkunft. Keiner der Teilnehmer konnte es sich verkneifen das Gaspedal ganz durchzupressen bis der Motor im Drehzahlbegrenzer seinen Unmut mit einem lauten kernigen Knacken in die Umgebung bläst. Ein faszinierendes Stück Technik. Der Innenraum ist wunderschön gestalter, kalt und technisch. Zwischen Fahrer und Beifahrer befindet sich knapp über Augenhöhe in der Mitte eine dicke breite Wulst am Dachhimmel, dort wo vermutlich die Scharniere der Flügeltüren liegen. So hat man das Gefühl sich etwas mehr strecken zu müssen um den Beifahrer oberhalb des Daches wiederzufinden, mit den Köpfen im freien Fahrtwind (was natürlich NICHT möglich ist) – oder zu ducken um sich ansehen zu können. Natürlich scheint es nur so: Tatsächlich ist diese “Wulst” kein Problem. Der Schweller hat auch die kantigen Kastenformate wie alles andere an dem Auto: So breit und hoch dass…. ich in meinem jungen Alter jedenfalls keine Probleme habe rein und raus zu kommen. Allerdings ist der feste Griff an die A-Säule bei “Reindrehen” des Hintern fast schon obligatorisch. Leider war viel zu wenig Zeit um sich alle Details zu Gemüte zu führen.

Interieur des SLS AMG in rot/schwarz

Mercedes SLS AMG Türen offen einladend

Mercedes SLS AMG Impressionen Frontpartie und Xenon-Schweinwerfer

Mercedes SLS AMG kraftvolles Heck mit geöffneten Flügeltüren

Auf dem letzten Foto ist Kim-Christopher Granz vom tollen Designblog designlovr.net zu sehen. Er hat sich übrigens für die Testfahrt direkt als erster mal den Maybach gesichert. So macht man das! Danach war noch Zeit einzelne Fahrzeuge auf fest ins Navi programmierten Routen zu fahren. Ich wollte anfangs eigentlich den CLS und den CL, irgendwann aber hatte ich dank der ganzen Fahrerei nicht mehr einen ganz so dringenden Wunsch genau diese zwei Fahrzeuge probezufahren. So wurde es der SL63 AMG. Für mehr war dann auch keine Zeit (Muss ja irgendwie mit meinem Z3 wieder nach Köln kommen, nicht wahr?). Im folgenden also ein paar Worte zum SL63 AMG – noch besser: Erst ein paar Fotos zur Einstimmung.

Mercedes SL63 AMG Front

Mercedes SL63 AMG Heck

Ist es nicht schön, das Stuttgarter Ländle? Und passt es nicht hervorrangend zum SL? Ja, wenn man hier so durch die grüne Landschaft fährt und das Blubbern des V8 hört, denkt man sich: Hach, hier müssen die Ingenieure unterwegs gewesen sein als sie den SL im Kopf hatten. Zu groß um ernsthaft als Roadster durchzugehen. Eher der Langstreckencruiser ohne Verdeck. Aus eben diesem Grund fand ich den SL nie besonders toll. Ich überlasse diese Fahrzeuggattung lieber den netten graumelierten Herren jenseits der 45, die sich damit in der Ehrenstraße in Köln oder ähnlichen Flaniermeilen einen Parkplatz sichern möchten. Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen – so direkt – den SL probezufahren. Doch man täuscht sich eben auch mal. Draußen, nicht in der Stadt. Draußen, auf dem Land. Dort passt der voluminöse V8 perfekt in dieses Breitschiff und meisselt mit jedem Zucken des Gasfusses ein wenig mehr das Lächeln ins Gesicht. Welche Strecke hat die meisten Tunnel? Gibt es einen Kreisverkehr der komplett ein ringförmiger Tunnel ist? Falls ja: Man schnappe sich den SL63 und fahre auf dem kürzesten – ähem, längsten – Weg dorthin.

Sobald man drinsitzt und vom grauen Leder empfangen wird, von dem Ledergeruch und den ordentlich dimensionierten Sitzen. Sobald man die Zündung einschaltet – auf Stufe 1. Dann etwas wartet, sich innerlich vorbereitet und den Zündschlüssel vollends dreht, fühlt man sich irgendwie am Lago Di Como, auf einer netten kleinen Yacht. Einem kleinen Boot mit einem ebensolchen V8 Motor. Dazu passt ja die Epoche einer Brigitte Bardot oder eines Steve McQueen. Einfach zurücklehnen und den See befahren. Das möchte man auch mit dem SL. Ein Ziel gibt es nicht. Die Ausfahrt endet immer im selben Yachthafen. Es geht auch gar nicht um das Ziel, das wäre zu banal. Es geht um die Erfahrung des Weges, das Gefühl das einem das Auto mitgibt nachdem man ausgestiegen ist. Das etwas Erholung das man sonst im Alltag nicht bekommt. Auf dem Tacho verschwimmen 50 und 100 zu einer Einheit. Man kann gar nicht sagen wie schnell man gerade fährt. Der Zeiger scheint auf der selben Stelle zu stehen egal wie schnell man fährt. Irgendwann muss man immer bremsen – leider. Spätestens hinter dem nächsten LKW. Da hat der See dann doch einen kleinen Vorteil. Für alle diejenigen denen der Weg ans Mittelmeer oder den nächsten großen See zu weit ist empfehle ich den SL63. Die LKWs kann man sich auch wegdenken mit etwas Mühe. Es interessiert einen eh nicht, wenn man dem blubbern des Motors horcht und sich immer wieder etwas zurückfallen lässt -  nur um kurz zurückschalten zu können und wieder etwas zu beschleunigen.

Hat man es doch eilig begibt man sich auf die Autobahn und drückt ordentlich das Gaspedal durch – gerne auch bei manueller Schaltung (dank metallener Schaltwippen – endlich! – auch ein sattes Gefühl). Der Motor dreht voll aus und noch bevor man die linke Spur erreicht hat befindet man sich jenseits der 250. Ausser den gefühlt fast schon stehenden anderen Verkehrsteilnehmern deutet nur der etwas lautere Orkan oberhalb des Kopfes auf die Geschwindigkeit hin. Das Fahrgefühl selbst ändert sich nicht. Eher wird man im Gefühl bestätigt, dass man gerne auch bei dieser Geschwindigkeit mal eben einparken könnte. Hektik kommt nicht auf und falls nötig packen die Bremsen zu dass es einem das Genick an die Vorderzähne drückt. Das einzige was also zur Vollendung des Hochgefühls fehlt ist der Wellengang. Aber das würde ja nicht für ein gut abgestimmtes Fahrwerk sprechen.

Die 21,9 Liter im Schnitt laut Bordcomputer (Bild unten) sind nur ein kleiner Beitrag den man zu leisten gewillt ist. Ich persönlich auch allein schon dafür den Klang des Motors im Stand in der Garage genießen zu können. Fahren ist nur der Bonus. Ich habe meine Meinung über den SL geändert. In 45 Minuten.

Mercedes SL63 AMG Xenon-Scheinwerfer

Mercedes SL63 AMG Dashboard Cockpit Interieur