Mercedes Brand Workshop Tag 2 (1): Design-Zentrum

Teaser Mercedes Concept A

Am zweiten Tag des Workshops ging es direkt in der Früh ins streng gehütete Design Zentrum von Mercedes Benz. Auch hier ist wieder die Architektur – 5 Hallen ähnlich 5 Fingern – hervorstechend. Aber diesmal spielt das eine untergeordnete Rolle.

Zuerst wurde uns in der sogenannten Powerwall in einem Vortrag durch den für Exterieur-Design verantwortlichen Chef, Hans Dieter Futschik, das Design von Mercedes nahegebracht. Die Powerwall dient zur möglichst lebensnahen Präsentation von zukünftigen Modellen als 3D-Modell und auch zur Kommunikation der verschiedenen Designzentren weltweit. In unserem Fall wurden die Folien zur Präsentation eingeblendet anhand derer man ein wenig das Design und die Designgrundlagen von Mercedes nachverfolgen konnte. So wurde uns gesagt, dass bei den neuen Modellen (anhand des SLS AMG) sich eine Linie findet, die über den vorderen Radkasten ansteigt und dahinter, vorbei an der Fahrertür, wieder nach unten absinkt. Bei den Modellen die vor der aktuellen Designlinie auf den Markt kamen war es die eher aggressive über den Radkasten und immer weiter ansteigende Linie (Wildkatze auf dem Sprung würden die Leute von Jaguar wohl dazu sagen). Vermutlich wäre früher als ich nach Fahrzeugdesign studieren wollte diese Begegnung das größte für mich gewesen. Jetzt war es einfach nur interessant zuzuhören. Aber viel neues – vorausgesetzt man kennt sich mit dem Design von Mercedes aus – gab es hier nicht zu hören.

Hans Dieter Futschik, Head auf Mercedes Design - Exterieur

Martin Bremer, Design Trim&Colour

Danach wurden wir in die Abteilung Trim&Colour geführt. Hier wird ausgewählt welche Stoffe, Hölzer und Farben in den zukünftigen Mercedes Verwendung finden. Dabei gab es schon deutlich mehr interessantes herauszuhören. Mit seiner für Designer typischen freundlich extrovertierten Art zeigte uns Martin Bremer alles woran aktuell geforscht wird. Dazu gehören neue Stoffe wie Seide, Kashmir oder Leinen, die Dank der inzwischen weiten Verbreitung von Leder-Exterieur wieder an Exklusivität gewinnen könnten. Was hier an Materialmix zu sehen war kann einen echt für neue Stoffe begeistern.

Wenn es um Holz für Zierleisten geht wurden uns zwei ganz neue Holzarten gezeigt. Einmal gepresste Sojabohnen (wenn ich das denn richtig verstanden habe) die eine richtig ungewöhnliche, sehr edle Struktur ergeben und als “Tropenholz” Banane. Bananenbäume wachsen sehr schnell wodurch – so Herr Bremer – ein großer negativer Effekt auf die Umwelt vermieden werden kann. Schön anzusehen ist es allemal. Daneben ist ein wichtiges Thema die Oberflächentextur von Holz. Dadurch wird die Maserung fühlbar und das Holz gewinnt an Authentizität. Bei alledem darf sich das Holz mit den Jahren natürlich nicht verfärben. Denn tauscht man nur eine Zierleiste an der Fahrertür muss gewährleistet werden, dass immernoch alle Leisten im Auto zusammenpassen.

Weitere interessante Fakten nur kurz angerissen:

- Es wird nur Baumwolle bei allen Stoffsitzen verwendet – synthetische Fasern gibt es nicht
- Es werden neue Nähmaschinen entwickelt um neue Muster bei Nähten zu ermöglichen
- Es wird an neuen Lederperforationen gearbeitet (Sitzklimatisierung und ähnliches machen dies nötig) die ein einfacheres Nähen des Leders ermöglichen ohne dass die Nadel der Perforation folgt
- Für Elektroautos der Zukunft denkt man laut über Wechselbezüge für Sitze nach. Im Winter dick, im Sommer dünn. So soll der hohe Batterieverbrauch durch die Heizung verringert werden

Direkt danach ging es in die – ich nenne sie mal so – “Präsentationshalle”, in der ein paar Konzepte ausgestellt waren. Die meisten waren ziemlich angetan vom Unimog-Konzept in Giftgrün. Ich jedoch will weder ein Foto davon zeigen, noch darauf eingehen. Viel interessanter waren Der Mercedes F800 Style und das Konzept A. (In der Halle standen auch noch ein SLS AMG und ein SLS AMG Convertible, ein Smart Konzept und …)

Mercedes Benz Concept A Aussenspiegel

Das Concept A von Mercedes (auch auf dem ersten Foto des Beitrages zu sehen) sieht super aus. Genau mein Geschmack. Allerdings sind es wie bei Studien so oft die kleinen produktionsfernen Details, die es so toll machen. Da wären die wunderschönen Aussenspiegel die fein und filigran sind und ohne die das Konzept sehr viel an Style verliert (einfach mal mit dem Daumen abdecken beim Foto am Anfang). Für die Serie sind sie zu filigran: Das Spiegelglas muss allein schon aus rechtlichen Gründen größer sein.

Dann noch der “Badmatten”-Effekt am Kühlergrill und am angedeuteten Diffusor am Heck. Schwarze Stäbe mit Chromspitzen. Wer kann sowas putzen und wie wird der Motor gekühlt? Noch eines ist mir beim Konzept A aufgefallen. Und noch bevor ich es aussprechen konnte kam mir Don Dahlmann zuvor: Das Heck ähnelt ziemlich dem VW Scirocco, aus bestimmten Perspektiven! Im Innenraum gibt es eine durchgehende Mittelkonsole, damit also zwei getrennte Einzelsitze für den Fond. Die nächste A-Klasse soll so oder so ähnlich aussehen, jedenfalls die Sandwichbauweise verlieren. Dafür gibts ja noch die B-Klasse! ;) Es gefällt mir wo sich Mercedes hinentwickelt.

Mercedes F800 Style

Dass der F800 Style der Öffentlichkeit vorgestellt wurde ist ja schon was her… Trotzdem finde ich auch den immernoch richtig schön. Einfach das Foto oben mal genauer betrachten. Es sieht einfach wie eine 1:1 Umsetzung einer ersten Skizze eines Designers aus, oder? Die Felgen sehen schlimm aus und stehen viel zu weit hervor, naja, aber sonst!

Mercedes Benz Designskizzen

Nach dem Designcenter ging es nach Malmsheim auf die Teststrecke – das lest ihr im nächsten Beitrag.

Die Fotos stammen alle leider nicht von mir. Fotografieren war natürlich strengstens untersagt.

Bildquelle: Mercedes Benz

Idee für Fahranfänger: Ford MyKey

Ford MyKey

Bei meinen vielen Recherchen zum Mustang bin ich über ein Funktion von Ford gestoßen, die bei vielen Fordmodellen in den USA angeboten wird: MyKey. Dabei handelt es sich eigentlich nur um zwei unterschiedliche Schlüssel die man beim Kauf für das Fahrzeug bekommt. Die Besonderheit ist dass die Schlüssel im Fahrzeug unterschiedlich programmiert werden können. Der Sinn dahinter ist tatsächlich einerseits dass man den einen Schlüssel für die Kinder – also die Fahranfänger – verwenden kann, andererseits aber auch für Situationen wie man sie in den USA öfter vorfindet: Ein Parkservice bei Hotels und ähnlichem.

Folgende Funktionen lassen sich über MyKey bestimmen:

- Immer wiederkehrender akustischer Hinweis zum Anschnallen, der sich nicht deaktivieren lässt

- Frühere Reserve-Warnung: Statt bei 50 Meilen Reststrecke bei 75 Meilen

- Funktionen für Einparkhilfe (PDC) und Toter-Winkel-Anzeige lassen sich nicht deaktivieren

- Höchsgeschwindigkeit von 80 mph

- Traktionskontrolle lässt sich nicht deaktivieren

- HiFi-Lautstärke ist auf ein Maximum von 44% des normalen Maximums beschränkt

- Akustischer Geschwindigkeitshinweis bei 45, 55 oder 65 mph lässt sich aktivieren

Alle diese Dinge lassen mich, zusammen mit dem immer weiter heruntergesetzten Fahranfängeralter, ernsthaft darüber nachdenken, ob man ein solches System nicht bei allen Fahrzeugen zum Standard machen sollte. Bei Motorrädern ist man die ersten Jahre nach dem Führerscheinerwerb auch auf eine bestimmte Leistung bechränkt, warum nicht beim Auto? Das Argument ist ja immer, dass die Eltern nunmal meist schon ein Auto haben und nicht aufgrund der Beschränkung für die Kinder ein zweites Auto kaufen können.

Aber mit einer elektronischen Beschränkung wie sie Ford mit MyKey anbietet könnte man verhindern, dass ein 18-Jähriger sich überschätzt und mit 230km/h über die Autobahn rast, ohne wissen zu können ob und wie er selbst in einer Notsituation reagieren würde. Mit dem Schlüssel könnte man eine Höchstgeschwindigkeit von 130km/h – Autobahnrichtgeschwindigkeit – definieren.

Die Reifen werden es einem auch danken, denn nichts ist schöner als ein Kavalierstart – und der wird durch die immer aktivierte Traktionskontrolle leider leider verhindert. :)

 

Bildquellen: Thetorquereport / ukipsmt

Neues BMW 1er M Coupé driftet auf dem Helipad

BMW 1 M

Pünktlich zum Wochenende gibt es noch ein kurzes Video von mir. Natürlich habt ihr richtig geraten: Ich bin es, der hinter dem Lenkrad sitzt. Der Helm soll mich beschützen falls ich vom Dach die 100 Stockwerke nach unten falle. Zum Glück ist das nur einmal während der Probe für den Dreh passiert.

Ich bin mir ziiiemlich sicher dass dies ein CGI-Video ist, aber es wirkt trotzdem toll und schön und so und… deswegen poste ich es. Der 1er M hat ja neulich bei Top Gear auch nur das höchste Lob eingeheimst – von Jeremy Clarkson persönlich!

Viel Spass mit dem Video. Was denkt ihr? Echt oder fake?

 

Top Gear kommt dieses Wochenende mit der 17. Staffel!

Top Gear S17

Just a little reminder: Kommenden Sonntag ist es wieder soweit. Die nächste und inzwischen schon 17. Staffel von Top Gear beginnt im britischen BBC. Jeremy Clarkson, Richard Hammond, James May und der Stig werden wieder allerlei Verrücktes in einer automobilen Welt anstellen. Also stellt schonmal eure Wecker damit ihr die Folgen auf keinen Fall verpasst. Die Trailer machen jetzt schon Lust auf mehr.


…oder wird es doch ein Ford Mustang Cabrio?

Ford Mustang Cabrio

Allerdings auf keinen Fall ein hässliches wie hier auf dem Bild zu sehen. Leider war das der einzige einigermaßen akzeptable der beim US-Car-Händler in Rösrath zu finden war. Da wir uns mal reinsetzen wollten und sehen wollten wie das Verdeck so funktioniert war es egal dass 1. die Farbe schrecklich ist, 2. die Verdeckfarbe schrecklich ist, 3. dieser Mustang die Basisausstattung hat und 4. die Felgen schrecklich sind.

Auf das Thema kamen wir eher nebenher. Vor ein paar Tagen hatte ich Melegim schonmal vorgeschlagen ob nicht auch ein Mustang zur Diskussion stehen könnte. Ich aber selbst unsicher bin aufgrund des schlechten Innenraums – Stichwort Verarbeitung -, eventuell schwammiger Lenkung und schlechten Bremsen, zu wenig Airbags usw. Auf der Guthabenseite steht trotz allem einfach eine tolle Optik, gute Leistungswerte und eine fünf-Sterne-Bewertung im NCAP durch die US-Behörde NHTSA – die höchste Bewertung die je einem Cabrio in einem Crashtest vergeben wurde. Ausserdem ist es ein Großserienmodell mit entsprechend zuverlässiger Technik und guter Ersatzteilsituation.

Zu diesem Zeitpunkt hat Melegim es eher abgelehnt. Als wir vergangenen Freitag jedoch an einem Café saßen und direkt zwei Mustang Cabrios an uns vorbeifuhren hat sich alles geändert. Erstmal haben wir geklärt dass Melegim völlig hin und weg war ohne dass ich noch erwähnt habe dass es eben ein Mustang war von dem ich vor ein paar Tagen gesprochen hatte und dann geklärt dass Melegim dachte ich würde von einem Oldtimer sprechen. Eine Stunde später standen wir beim Händler um uns den Mustang mal genauer anzusehen.

Der US-Car Händler “Willscheidt Automobile”  in Rösrath wirkt erstmal völlig ausgestorben und wie ein Relikt aus alten Zeiten wenn man ankommt. Dann stellt man fest dass sich keine Mitarbeiter finden lassen und letztlich bekommt man zwar die Autos zu sehen aber wird von einem Mitarbeiter beraten der absolut keine Ahnung hat. Ist ja so inzwischen Gang und Gäbe bei Autohäusern, nicht wahr? Jedenfalls gab uns der Herr Informationen wie “der Mustang ist ein erprobtes Großserienfahrzeug das so seit 1994 gebaut wird. Immer wieder gab es natürlich mal Facelifts”. Das stimmt so natürlich nicht. In der heutigen Form wird der Mustang seit 2005 gebaut (2004 vorgestellt), 2010 gab es ein Facelift und 2011 neue Motoren die technisch sehr viel moderner sind.

Trotzdem waren wir dort beim Händler doch recht angetan vom Innenraum (hätte ich so nicht erwartet), auch wenn überall mal komische Stellen sind (Fach in der Mittelarmlehne ist einfach nur… ein Loch in der Plastikverkleidung mit Deckel. Keine tolle Verkleidung oder so). Der Sound hat uns auch gefallen – vom V6 wohlgemerkt! Beim Runtergehen vom Gas spuckt er so schön :) Verbrauchswerte sind auch im Rahmen. Weiter haben wir uns dann überlegt – nach viel Internetrecherche und Lektüre im Forum Dr-Mustang – dass es auf jeden Fall das FL-Modell sein muss, also nach 2010. Der Innenraum ist um Welten besser und auch alles andere wurde deutlich verbessert (bessere Sicherheitsaustattung, überarbeitetes Fahrwerk, bessere Optik). Wenn es um den V6 geht sollte man aber schon direkt zum Baujahr 2011 greifen. Bei dem Bild unten handelt es sich übrigens um den V8.

Mustang 2011 Cabrio

Nunja wir haben ja einige Zeit uns das alles gründlich zu überlegen und den Markt zu beobachten. Da wir aber in einer großen Stadt wohnen und wenn wir mal fahren müssen auch Spaß haben wollen erscheint der Mustang attraktiv. Die erste Probefahrt wird mehr sagen. Besonders was Fahrwerk/Handling angeht und ob Melegim das nötige Sicherheitsgefühl spürt. Sollte man aus Angst vor dem Unbekannten lieber doch bei den üblichen Verdächtigen (deutschen Herstellern) bleiben? Was meint ihr!