Wenn das Auto hoffentlich nicht steckenbleibt. Geschichten aus Afrika.

Roter VW Käfer an Holzbrücke

 

(Zu allererst: Das hier gezeigte Foto stammt nicht aus Afrika sondern aus Südamerika, aufgenommen 1987)
Wo sind die guten alten Tage hin (nicht dass ich zu der Zeit einen Führerschein gehabt hätte) als man sich noch aus seinem eigenen Dreck ziehen musste? Die Situation in die man sich durch eigene Fahrweise hineinmanövriert hat? Zu einer voll vernetzen Zeit in der man jederzeit über Handy Hilfe rufen kann ist es kaum noch vorstellbar das das Zusammenbrechen des Autos zu einer schwierigen Situation führen könnte. Die gelben Engel sind überall.

Da hört man Geschichten vom Vater wie mit Strumpfhosen Keilriemen ersetzt werden mussten oder Löcher im Kühler mit gekautem Brot von innen abgedichtet wurden und es klingt nach Abenteuer. Werde ich meinem Sohn erzählen dass die Elektrik meines Autos plötzlich komisches Verhalten an den Tag legte und ich per Handy den ADAC alarmieren musste? Ich bezweifle es.

Doch es gibt zum Glück diese Abenteuer noch, man muss nur etwas mutig sein.

Es ist 2001, ein heißer Sommer. Ich stehe kurz vor dem Abitur und habe bereits meinen Führerschein. Nichts ist schöner als fahren, das war mir schon lange vorher klar. Vor dem üblichen Besuch in Istanbul geht es dieses Jahr nach Namibia. Zwei Wochen an der Westküste Afrikas in Vorbereitung für eine Universitätsexkursion meines Vaters. Es gilt Strecken abzufahren, Übernachtungsmodalitäten zu klären und mit den Leuten zu reden die bald eine größere Gruppe Studenten empfangen werden.
Mir ist am zweiten Tag immernoch durch Jetlag und die deutlich andere Luft schwindelig. Dazu ist es fürchterlich kalt in Windhoek. Es wird auch den gesamten Aufenthalt über so bleiben. Allerdings dann nur Nachts. Tagsüber hat es 38 Grad im Schatten und mehr. Wasserflaschen werden da schnell zum besten Freund.

Wir nehmen unseren Pickup-Truck in Empfang. Fragt mich nicht ob Isuzu, Toyota oder was auch immer. Es ist zu lange her und Fotos existieren nur als Dias, die lange verschollen sind. Doppelkabine und überdachte Ladefläche. Die wird mit Zelten und Vorräten beladen bis an die Oberkante. Übernachtet wird in den kalten Wüstennächten natürlich ausschließlich im Freien. Die Taschen und Koffer ketten wir jedesmal beim Beladen gewissenhaft mit Schlössern an die Karosserie des Pick-Up.

Die erste Herausforderung ist auch gleich der Linksverkehr in der Innenstadt von Windhoek. Die nächsten Wochen geht es über unbefestigte Straßen kreuz und quer durch Namibia, nach Westen, Osten, Norden. Der Sand in der Namib-Wüste ist so fein, dass kein Filter im Auto der Belastung standhält. Bald ist sowohl alles was sich auf der Ladefläche befindet also auch der gesamte Innenraum mit feinem roten Staub überzogen. Er lässt sich nichtmal mit der Hand abschütteln, da muss schon Wasser her.

Größtenteils kommen wir gut durch, die meisten Straßen sind doch recht gut. Ein paarmal müssen wir Räder vom Sand freischaufeln um weiterzukommen, aber es gibt nie größere Probleme.

An einem großen wunderschönen Wasserfall campen wir mal wieder, am nächsten Tag früh morgens um 8 geht es auf die Horrorstrecke schlechthin.

Das Ziel: 21km “Straße”, 8 Stunden Zeit (bis es dunkel wird) um am anderen Ende rauszukommen. Einzige Hilfsmittel Satellitenkarten und ein GPS-Gerät.

Anfangs ist die Straße noch Straße, doch recht schnell wird aus der Straße ein Weg und noch schneller aus diesem Weg ein Trampelpfad. Riesige Steine müssen umfahren werden oder mit dem Rad exakt überfahren werden um schäden an den Achsen oder der Aufhängung zu vermeiden. Immer ist einer von uns draußen vor oder hinter dem Auto und gibt Signale wann es knapp wird. Die Strecke zieht sich und zieht sich. Kurz danach die erste wichtige Entscheidung.

Man sollte wissen dass wir zur Regenzeit unterwegs sind und mehrere Informationsquellen im Vorfeld uns unterschiedliches gesagt haben was die Befahrbarkeit der Strecke angeht. Es müssen mehrere Flüsse überquert werden die sich, falls sie Wasser führen, schlichtweg nicht überqueren lassen. Wir wollten es trotzdem versuchen und nun hatten wir das erste Flussbett vor uns. Es war trocken, kein Wasser. Ab hier gilt: Durchfahren wir diesen Fluss kann es auch passieren dass auf dem Rückweg (falls das nötig wird) alles anders aussehen kann. Also: Meine erste Flussbett-Durchquerung. Der einzige Rat meines Vaters: Gib gut Gas und versuch nicht zu schalten. Bleibst du unten im Flussbett stecken kommen wir nicht mehr raus. Seilwinde gab es keine am Fahrzeug. Also mit ordentlich Anlauf im zweiten oder sogar dritten Gang halsbrecherisch die Böschung runter, durch das sandige und extrem weiche Flussbett fahren, den Atem anhalten während das Auto mit der Schnauze voraus sich immer weiter in das Flussbett hineingräbt während es auf die andere Böschung zugeht. Dann wird der Boden wieder fester, die Schnauze hebt sich wieder aus dem Sand und…. puh, Glück gehabt, der Schwung reicht um auch wieder herauszukommen.

Danach erwarten uns traumhafte Landschaften. Bäume die nur so von Vögeln und Affen überbevölkert sind, idyllische kleine unberührte Naturinseln. Die zweite Flussdurchfahrt geht schon routinierter. Bei der dritten macht uns die schiere Breite des Flussbettes etwas Sorgen und die Tatsache, dass genau dort wo wir rausfahren wollen ein alter freundlicher Himba-Mann unter einem toten Baum sitzt und uns beobachtet, ein Lächeln umspielt seine Lippen. Für solche Situationen haben wir Süssigkeiten und Tabak dabei, in rauhen Mengen. Immer wieder kommen Kinder ans Fenster gerannt und halten die Hände offen. Da ist es nützlich Geschenke dabeizuhaben.

Mein Vater schnappt sich den Tabak und geht zu dem Mann rüber. Sie unterhalten sich ein wenig, der Mann bewegt seine Hände und gestikuliert viel, redet förmlich über seine Hände. Worüber sie reden wissen sie beide nicht recht, aber sie scheinen sich gut zu verstehen. Der Mann steht auf und setzt sich ein Stück weiter links wieder hin. Nicht wirklich viel aber es ist ein Fortschritt. Dann geht’s los. Vollgas, Augen zu. Das Flussbett ist so breit dass ich doch Schalten muss. Bei der Zugkraftunterbrechung wird das Auto förmlich vom Boden angesaugt, Schnauze taucht weit ein und die Drehzahl fällt auf ein Niveau das fast nicht mehr für den nächsthöheren Gang reicht. Trotzdem: Es geht immernoch vorwärts! Auf den letzten 5 Metern zweifle ich schon am Erfolg des Versuchs, doch dann ein riesen Satz und der Pick-Up truck landet auf festem Boden, krallt sich fest und zieht sich die letzten Meter der steilen Böschung herauf.

Inzwischen ist es sehr spät geworden, der Weg wird immer enger, kaum ein dicker Ast der nicht am Lack kratzt. Auf einer kleinen Anhöhe vergewissern wir uns unserer Position via GPS-Koordinaten und Satellitenaufnahmen. Dem Zeitplan sind wir längst deutlich hinterher. Immer mehr Steine versperren unseren Weg. Steine bei denen wir an anderer Stelle auf keinen Fall weitergefahren wären. Aber für die Umkehr ist es viel zu spät und der Weg wäre genauso ungewiss wie die Reststrecke. Was es noch schlimmer macht: Auf dem Weg der hinter einem liegt weiss man welche Hindernisse erneut auf einen warten würden. Ein Ersatzfahrzeug oder Backup gibt es nicht. Selbsthilfe ist der einzige Weg. Sollten wir in der Wildnis Zelten müssen weil das Auto steckenbleibt oder einen Defekt hat haben wir genug Wasser für ein paar Tage, in beide Richtungen mindestens 10km Fussmarsch. Andere Menschen außer dem Himba-Mann sind uns nicht begegnet. Die Flüsse werden immer kleiner, führen inzwischen auch Wasser. Doch sie werden so klein dass es erneut Probleme gibt: Der Pickup-Truck hat für die V-förmigen, tiefen Flussbänke viel zu lange Überhänge. Der Kuhfänger bleibt immer wieder mit einem laut vernehmbaren “donk” an Felsen hängen und hebt das Auto aus.

Es wird dunkler, inzwischen sind wir auf die Scheinwerfer angewiesen um etwas sehen zu können. Anderes künstliches Licht gibt es nicht. Absolute Dunkelheit da draußen. Die Strecke ist ungewiss und die Stimmung leidet immer mehr unter der Situation. Noch 5 Kilometer und es ist bereits 21 Uhr durch. Keine Rücksicht mehr auf Verluste. Wir wollen nur noch ankommen. Die Straße wird wieder zu einer Straße – oder zu dem was man noch so einer Strecke als Straße erwartet. Die ersten Häuser mit Licht und die große Erleichterung. ADAC war nicht nötig. Das Auto hat uns sicher über den Tag gebracht.

 

Frohes neues Jahr 2012!

Frohes neues Jahr 2012 wünscht bycan.de - Foto Italien

Ich wünsche allen meinen Lesern nach der Flaute in Sachen Blogposts in der vergangenen Woche ein frohes und schönes neues Jahr 2012. Dieses Jahr geht es wieder richtig rund, die Ziele was den Blog angeht sind auch gesteckt.

Im Februar gibt’s einen ausführlichen Review zum Mercedes C Coupé 350, im April eine große SciFi-Fotostory mit einem roten Mercedes CLS 63 AMG in der Hauptrolle (Wenn ihr das Auto schonmal sehen wollt: Seht in die aktuelle Prestige Cars, die hatten denselben zur Verfügung), daneben die üblichen Reports aus der automobilen Kulturlandschaft, einen detaillierten Bericht in Sachen mitwachsende Kindersitze und vielleicht, aber nur vielleicht gibt es bald einen Mit-Autor der mir unter die Arme greift und das Themenfeld Tuning abgrast, das mir ja so gar nicht liegt. Bin halt kein Tuning-Fan! :)
Natürlich wird sich noch sehr viel mehr ergeben mit der Zeit, das soll nur einen kleinen Vorgeschmack bieten. Die Fotosessions wurden auch lange schon nicht mehr erweitert, auch hier kommt hoffentlich bald, wenn das Wetter endlich wieder besser ist, neues Material.

Falls euch interessiert was in der deutschen Auto-Blogosphäre letztes Jahr so los war, dann springt schnell rüber zu Rad-ab. Dort gibt es einen automobilen Blog-Rückblick.

Das bycan Weihnachts-Gewinnspiel: “Welt des Automobils”

Gewinnspiel Welt des Automobils Weihnachten 2011

Erst vor kurzem habe ich 7 Weihnachtsgeschenk-Ideen für Autofans vorgestellt. Darunter war auch das Quiz “Welt des Automobils” von Huch und Friends. Es freut mich besonders dass ich euch nun in Form eines kleinen Gewinnspiels ein Exemplar des Spiels im Wert von 34,95€ unter den Weihnachtsbaum schubsen kann. Leider ist es etwas spät geworden mit der Organisation aber wenn alles gut geht klappt’s zeitlich ja vielleicht trotzdem. Wenn nicht habt ihr eben ein schönes Spiel für die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr.

Über das Quiz-Spiel:

Was ist der schnellste in Serie produzierte Wagen der Welt? Zum 125. Geburtstag des Autos kommen Tuningfans und Oldtimerfreunde in Rekordzeit von 0 auf 100. Beim Quizspiel „Welt des Automobils“ von HUCH! & friends dreht sich in 600 Fragen alles rund um des Deutschen liebstes Kind.

Hier noch ein Video zum Spiel:

Was ihr dazu machen müsst? Unten abgebildet seht ihr zwei Fragen aus dem Quiz. Diese lauten:

a – Welche Behauptung ist richtig?

  1. Cadillac gehört zu General Motors
  2. Cadillac ist eine Gemeinde in Frankreich
  3. Cadillac ist eine schottische Whiskeymarke
  4. Die Automarke Cadillac wurde nach dem Gründer der Stadt New York benannt
  5. Cadillac gehört zur Ford Motor Company

b – Womit ist das sprechende Auto K.I.T.T. aus der Fernsehserie “Knight Rider” ausgestattet?

  1. Mit Turbo Boost
  2. Mit Schreitlaufwerk
  3. Mit Silent Mode
  4. Mit Schleudersitz
  5. Mit Super Pursuit Mode

(Ein Hinweis: Bei beiden Fragen ist mehr als eine Antwort richtig.)
Gewinnspiel Weihnachten 2011 Welt Des Automobils Fragen
Weihnachten 2012 Welt des Automobils Quiz Gesellschaftsspiel

 

So funktioniert’s:

Beantwortet beide Fragen einfach hier beim Artikel in den Facebook-Kommentaren. Die richtige Antwort auf eine der beiden Fragen reicht schon um teilzunehmen (das sollte wirklich für jeden Autofan machbar sein). Bis einschließlich den 21.12.2011 um 20:00 könnt ihr euren Tipp abgeben. Ich hoffe dass das Spiel dann noch rechtzeitig den Weg zu euch findet!

Die Ziehung erfolgt per random.org und Namenliste. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahme ab 18. Das Spiel versende ich direkt nach der Ziehung und Ermittlung der Adressdaten per DHL. Sollte der Gewinner nach 2 Tagen nicht reagiert haben geht der Gewinn an den Zweitplatzierten.

Vielen Dank für die Unterstützung an HUCH!&Friends

Edit 22.12.2011: Das Gewinnspiel ist vorbei, der Gewinner wird durch mich benachrichtigt!

Unser T-Car ist bei uns, begleitet uns für 1 Jahr (und mehr?)

Opel Corsa B grün, Front

It’s the Corsa! Grüner Frosch hab ich ihn früher genannt.. Allein “Corsa” klingt eigentlich schön. “Il cavallo da corsa” bedeutet das “Rennpferd”. “L’auto da corsa” ist das “Rennauto”. Corsa ist das Rennen oder die Tour. Passt doch gut zu einem Auto? Hängt man den Hersteller davor verfliegt aber der südländische Charme den das Wort sonst versprüht. Opel Corsa. Klingt holprig und minderwertig. Moment…. sooo unpassend sind diese Eigenschaften am Ende doch auch nicht.

Es lässt sich am besten mit Hassliebe umschreiben. Ich hasse den Opel Corsa. Als solches, als Fahrzeug. Doch wann immer ich in meinem Leben (zusätzliche) Mobilität brauchte, war er da. “Miep, miep” hupt er und steht plötzlich vor der Tür. Ganz wie einst Herbie. Es ist einfach verlass auf ihn. Und ich tue mich wirklich schwer damit das zu akzeptieren. Schubse ihn weg und sage “lass mich in Frieden!”. Er blickt mich aus den knolligen Scheinwerfern an und will einfach nicht gehen. Ich würde mit der Axt auf Ihn losgehen. Aber ist das nicht in jeder Beziehung so? Man stellt sich viel vor, viel Gewalt. Am Ende des Tages will man doch wieder nur kuscheln.

So kommt es dass der knallgrüne Corsa 3-Zylinder mit weniger als einem Maß Hubraum, knapp 105.000km auf der Uhr ächtzend und mit nur knapp über 1 Bar Luftdruck auf den Reifen plötzlich wieder dasteht. Toll. Er lächelt, hat inzwischen schreckliche Rostbeulen an der Kante der Motorhaube, eine Radkappe fehlt ihm, die Antenne auch und ich erkenne dass er genauso gealtert ist wie ich. Da Autos aus biologischen Gründen im Gegensatz zu mir (oder uns Menschen) keine Kinder bekommen können ist er immernoch allein. Hilfsbereit wie er ist hat er sich auf den weiten Weg aus Bayern gemacht um uns seine vier Sitzplätze zur Verfügung zu Stellen. Die Großeltern unseres Sohnes wohnen zu weit weg und können nicht auf ihn aufpassen wenn wir mal wegmüssen. Da dachte sich der Corsa: Hey, ich hab vier Reifen, gleich bin ich bei euch und biete eurem Sohn meine Rückbank an wann immer ihr was erledigen wollt.

Unser Z3 ist eben mehr der Abends-zusammen-ausgehen Typ. Er mag es nicht wenn man plötzlich andere Leute anschleppt zum Ausgehen. Geschweige denn wenn er gezwungen ist fremde Leute kennenzulernen. Deswegen hat er sich auch ganz von allein in der Tiefgarage gegen die Betonsäule geworfen und sich eine böse Schürfwunde zugezogen. Er wollte protestieren. So geht es nicht, sagt er. Wir waren immer zu dritt (Melegim, ich und der Zetti) und jetzt wollt ihr ausgerechnet ein Kleinkind mitschleppen?? Nur über meine – sprichwörtliche – Leiche. Gut. Der Z3 kommt zur Strafe an einen weiter entfernten Punkt der Tiefgarage. Da kann er drüber nachdenken. Und plötzlich steht der Corsa mit seinen praktischen vier Sitzplätzen im Fokus, bekommt den alten Stellplatz des Z3. That’s life.

Die Geschichte des Corsa-Frosches geht so: Meine älteste Schwester hat ihn gekauft als sie das erste mal gearbeitet hat. Ich war da noch in der Schule. Anno 1999 müsste das gewesen sein. Sie ist einige Jahre damit gefahren, ich bin in der Zeit zum studieren weggezogen – das war 2003 – und durfte mich im doofen Esslingen mit den vernachlässigbar selten fahrenden öffentlichen Verkehrsmitteln abplagen. Irgendwann zog meine Schwester nach Istanbul und übergab mir den Corsa. Bääh! Doch die Vorteile überwogen: Von der weit entfernten Wohnung in die FH fahren, nach Stuttgart zum ausgehen fahren… Einkaufen sah vorher so aus: Jeden zweiten Tag nach der FH einen Rucksack und zwei große Tüten in den Bus schleppen, 40 Minuten mit dem Bus fahren, 15 Minuten mit den ganzen Sachen von der Haltestelle zur Wohnung laufen. Das war schrecklich! Eine Zumutung! Corsa stand mir ab da zur Seite. Hier hat er auch Freundschaft mit einem Ford Ka Lufthansa-Edition geschlossen…

Opel Corsa B vs Ford Ka

Dann gings von Esslingen nach Köln, im Jahre 2006, und  der Corsa durfte mich immernoch begleiten. Auch hier hat er mir den Alltag stets erleichtert. Auch wenn die 700km-Fahrten über die A3 in die Heimat jedesmal eine Belastungsprobe waren. Durchzug kennt der Kleine nämlich nicht. Bei dem Wort kuckt er immer so ins Leere und fängt an zu träumen. Da hängt man schnell mal auf der linken Spur am Berg und hat keine Chance den zu überholen, der gerade noch 30km/h langsamer gefahren ist als man selbst. Ungefähr 2007 kam meine Schwester wieder zurück aus Istanbul, wurde Mutter und brauchte einen Zweitwagen. Der Corsa hat sich verabschiedet und auf den Rückweg gemacht. Trotzdem wurde er kurz darauf durch eine A-Klasse ersetzt (Sicherheit wird im Corsa halt klein geschrieben). Hat ihn fast auf den Schrottplatz gebracht wenn nicht ich – und meine andere ältere Schwester – “Stoppen Sie den Unfug!” geschriehen hätten.

Das führte dazu dass der Corsa bei meiner anderen Schwester in München ein Zuhause fand. Wieder den Lastenesel gespielt hat. Und nun, da meine Schwester nach Vietnam zieht, braucht der Corsa wieder ein neues Zuhause und ich eine Rücksitzbank. Da zähl einer mal 1 und 1 zusammen!

Irgendwann wird er dem Mustang weichen müssen, bis dahin nehmen wir dankbar die zu-Dritt-einkaufen-können Möglichkeiten wahr die er uns bereitwillig bietet. Erstmal muss ich ihn wieder auf Vordermann bringen. Es handelt sich um einen Opel Corsa B Baujahr 1998. Luxus hat er auch: Ein Schiebedach!

Hier ein aktuelles Foto vom Corsa, zwischen seinen zwei Bodyguards für die vergangene Nacht:

Opel Corsa B grün Köln

Reparaturaktion BMW Z3

BMW Z3 Reparaturaktion Teaser

 

Was oben auf dem Bild zu sehen ist ist bereits der Zustand mit allen betroffenen Blechteilen entfernt. Früh morgens haben wir in Koblenz bei der Autolackiererei Schlesiger angefangen den Z3 auseinanderzunehmen. Ich hatte ja bereits geschrieben welche Teile betroffen sind. Von der Lackiererei wurden sie neu lackiert und für den Einbau hergerichtet.

Beim Z3 ist der große Vorteil dass alle Karosserieteile nur verschraubt sind. Alles lässt sich mit Steckschlüssel und Torx lösen. Herr Schlesiger und sein Sohn standen mir sehr hilfreich zur Seite (well, eigentlich habe ich eher versucht Ihnen zu helfen wo es ging) und so war die ganze Aktion schon nach wenigen Stunden abgeschlossen.

Es war natürlich auch ein riesen Glücksfall, dass ein Unfall-Z3 vorhanden war der als Organspender herhalten konnte. Ich möchte gar nicht an den Aufwand denken wenn ich jedes Teil von woanders an einen Ort hätte karren müssen. Irgendwie fällt eben doch jedes Puzzleteil an seinen Platz.

 

Schritt 1 Reparatur Seitenschaden Z3

 

Auf diesem Bild sieht man nochmal genauer den Z3 ohne Tür und Kotflügel. Der neue Schweller ist bereits montiert und die kaputte Niere an der Motorhaube noch die Alte.
Anfangs hatten wir Sorgen dass sich die neue Tür nicht einsetzen lassen wird da das untere Scharnier etwas nach innen gekippt aussah. Die Tür ließ sich auch mit vereinten Kräften nicht aus den Angeln heben. Daraufhin haben wir die Befestigung der Scharniere an der Tür gelöst. Mit etwas Schmiermittel ließ sich irgendwann doch das untere Scharnier auseinandernehmen. Es war absolut festgerostet! Das war aber auch schon die einzige Stelle mit Rost. Alles andere – inkl. Schweller über den man öfter liest dass man ihn Hohlraumkonservieren soll – war komplett Rostfrei. Wie neu! Das ist nach 10 Jahren und mehreren Wintern keine schlechte Leistung.

Nach der Tür kam der vordere Kotflügel weg – beim Z3 nur ein winziges Teil da der Rest aus der riesigen Motorhaube besteht. Der Kotflügel ist nur mit vier Schrauben gesichert.

Am umständlichsten ist der Schweller da er über die gesamte Länge verschraubt ist. Einstiegsleiste muss weg und vorne und hinten die Radhausverkleidungen plus der hintere Kotflügel. Den hinteren Kotflügel konnten wir leicht anheben um an die Schraube zu kommen. Die Schrauben in den Radhäusern waren mit Abstand das anstrengenste. Keine Ahnung wie wir das dann doch irgendwann hinbekommen haben.

 

Schritt 2 Reparatur Seitenschaden Z3 Tür Einbau

 

Hier ist die neue Tür wieder eingesetzt. Alles war schon dran und drin, nur die Innenverkleidung mussten wir gegen meine tauschen. danach ging die Einstellerei los alle Spaltmaße richtig hinzubekommen. Gestaltet sich aber auch wieder beim Z3 recht einfach da man einfach die Schrauben vorsichern kann, die Teile verschieben kann und am Ende festschraubt. Trotzdem hätte ich das nicht hinbekommen. An sowas erkennt man eben den Profi. Den Schließzylinder haben wir nicht getauscht, das wird später mal gemacht.

 

Schritt 3 Reparatur Seitenschaden Z3

 

So sieht es dann mit neuer, nagelneu lackierter Tür aus. Alles passt und hat Luft. Natürlich fehlt hier der Aussenspiegel noch. Den hatte ich ja woanders besorgt, genauer gesagt nur das Gehäuse. Vordere und hintere Gehäusehälfte verschraubt und fertig. Dann alle Kabel verbinden in der Tür, Verkleidung dran und auch das ist erledigt. Danach ging der Rest ganz schnell. Mein Türschloss aus der alten Tür auszubauen hat uns noch eine Weile beschäftigt da die Seitenscheibe runtergelassen war und ohne Strom gibts auch keine Möglichkeit sie wieder hochzufahren.

Zurück in Köln sieht es so aus:

 

Schritt 5 Reparatur Seitenschaden Z3 Fertiggestellt

 

Schritt 6 Reparatur Seitenschaden Z3 Fertiggestellt Detail

Ein paar unrunde Sachen gibts noch:

  • Das Dreickfenster vorne schließt oben nicht ganz mit der Gummidichtung an der A-Säule, da zieht’s ein wenig. (muss nochmal eingestellt werden)
  • Die Seitenscheibe ließ sich bei Durchdrücken des Fensterheber nicht mit einem Tastendruck ganz hoch fahren, man musste sie gedrückt halten (Das Problem hat sich von alleine in Luft aufgelöst)
  • Die Airbagwarnleuchte ist an (Fehlerspeicher muss gelöscht werden, hatten die Batterie nicht abgeklemmt)
  • Der Schließzylinder muss eingebaut werden

Das alles passiert in zwei Wochen wenn auch alle anderen kleinen Schäden die sich über die Jahre gesammelt haben behoben werden.