
Wollen wir mal nicht vergessen dass mein Blog ursprünglich nicht nur von Autos gehandelt hat. Auch andere Themen haben hier ab und an mal Platz. So zum Beispiel die Folge “Menschen Hautnah” vom 29.03.2012.
Zuerst möchte ich ein großes Lob an die beiden Autoren Michael Möller und Slavica Vlahovic aussprechen. Ich habe oft den Eindruck dass es in unserem Land nicht genug Menschen gibt die solche Dinge zeigen wie sie es in ihrem Beitrag mit dem Titel “Glaube.Liebe.Couscous” machen. Sonst gibt es ja doch meist nur Sendungen – ich denke da an RTLII, VOX und Konsorten – die eher versuchen die üblichen Klischees und Vorurteile noch zu stärken. Das Bild zu festigen, dass eine multikulturelle Gesellschaft nicht funktioniert. Ich möchte gar nicht in die Thematik der “Parallelgesellschaften”, um nur ein Schlagwort zu nennen, einsteigen.
Keine Frage: Es gibt Problemfälle und es gibt Umstände für die unsere Gesellschaft noch keine passende Lösung gefunden hat. Aber es gibt genauso auch die Familien, die Menschen, die sich mit ihrem Umfeld arrangieren und alltäglich das vorleben, was von vielen als angeblich unmöglich etabliert wird. (Viele andere Länder der Welt haben übrigens längst die Beweise gebracht dass es durchaus funktionieren kann.) Wir alle wachsen in einer multikulturellen Gesellschaft auf und sollten anfangen die Möglichkeiten und die Chancen zu sehen die uns das bietet. Können wir nicht stolz sein wenn wir behaupten können: Bei uns leben alle glücklich, gemeinsam zusammen? Unabhängig von Religion, Hautfarbe und Herkunft.
So sieht man in der Sendung eine Kölner Familie, die multikultureller kaum sein könnte und damit exemplarisch ist. Der Vater ist muslimischer Tunesier, die Mutter ist katholische Kroatin. Ihre beiden Kinder haben ein wenig Angst vor dem Moment in dem sie sich für eine Religion entscheiden müssen, denn für sie sind beide gleichberechtigt.
Die beiden Kinder sprechen perfektes, akzentfreies Deutsch und argumentieren schlagkräftig und gewieft mit ihren Eltern wann immer es geht. Dabei ist das Deutsch der Eltern alles andere als akzentfrei. Drei Sprachen mischen sich so mit einer großen Selbstverständlichkeit auf eine Art und Weise, dass zum Sprachwechsel kein Nachdenken nötig ist.
Vater und Mutter unterstützen sich wo es nur geht, gemeinsam schafft man eben doch mehr. Dabei spielen Religion und Kultur nur eine untergeordnete Rolle. Seine Frau macht sich öfter mal einen Scherz daraus ihren Mann zu fragen was denn passiert wenn sich ihre Tochter in einen Christen verliebt.
Wo man kulturell aneckt wird es mit einem Augenzwinkern und viel Lachen abgetan. Denn beide wissen dass sie erst einen Weg finden müssen wenn sie mit der Situation konfrontiert werden. Dass es dann eine gemeinsame Lösung geben wird steht völlig außer Frage, denn: Das Wohl ihrer Kinder und dass diese glücklich sind ist das, was sie täglich antreibt.
Also: Bitte ansehen, Meinungen und Ansichten über Bord schmeißen und vielleicht sogar die Welt mit etwas anderen Augen sehen!
Hier könnt ihr euch die Folge ansehen. Diskussion erwünscht!
Bildquelle: WDR 2012


