Testbericht Bowers&Wilkins P5 Kopfhörer für Unterwegs

Bowers&Wilkins B&W P5 mit Sony Xperia S Teaser

Ich habe ja bereits das eine oder andere Mal Artikel zum Thema audiophile Wiedergabe und HiFi im Allgemeinen verfasst. Neben Autos ist meine Band und das Hören von Musik mein liebstes Hobby. Selbstverständlich spielt deswegen die Qualität der Musikwiedergabe in Autos auch eine entscheidende Rolle in meinen Berichten. Doch wie es sich eben begibt pendle ich die 40km nicht mit dem Auto sondern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Und da sind mein Smartphone, ein gutes paar Kopfhörer und ein netter Roman die unerlässlichen Utensilien. Seit gut zwei Wochen hatte ich jetzt die Gelegenheit die B&W Mobile Hi-Fi Kopfhörer testen. Ich würde mal behaupten sie sind als “mobile High-End” anzusehen, bei einem Kaufpreis von gut 300,- Euro.

 

 

 

Bowers&Wilkins B&W P5 mit Sony Xperia S Verpackung

Zufällig habe ich quasi zeitgleich mein inzwischen veraltetes HTC Desire gegen das gerade frisch erschienene Sony Xperia S gewechselt – das erste Smartphone nach der Trennung von Sony und Ericsson, das erste das nur unter dem Label Sony erschienen ist. Das Design hatte es mir schon seit geraumer Zeit angetan und über die technischen Daten brauchen wir uns kaum unterhalten. Wie dem auch sei: Das Xperia S soll hier nicht getestet werden, aber ihr sollt wissen dass es im Test als “Spielpartner” für die P5 dient.

Bowers&Wilkins B&W P5 Inhalt der Verpackung

In der edlen Verpackung findet sich folgender Inhalt:

  • Kopfhörer
  • Tasche
  • Kabel mit Fernbedienung
  • Kabel ohne Fernbedienung
  • 3,5mm auf 6.5mm Adapter
  • Bedienungsanleitung

Bowers&Wilkins B&W P5 Großansicht Nah

Mit dem Kabel inkl. Fernbedienung wollte mein Xperia dann direkt mal nicht zusammenspielen. Also die magnetisch angebrachte Ohrmuschel abnehmen und dahinter das Kabel ausstecken. Hier merkt man den P5 direkt die hochwertige Verarbeitung an: Um den Stecker zu tauschen drückt man mit dem Finger leicht an die Buchse, die sich daraufhin ein wenig nach draußen hebt um einen leichteren Wechsel zu ermöglichen.

Ohrmuschel wieder dran und angeschlossen: Es funktioniert! Die Ohrmuscheln sind aus einem äußert weichen und flexiblen Material. Man will eigentlich direkt damit kuscheln :) Dadurch liegen sie dicht an den Ohren an obwohl sie natürlich nicht die Ohren umschließen sondern darauf sitzen. Selbst ohne Musik dringen nur wenige Außengeräusche ans Ohr.

Was die Optik angeht kann ich versichern: Im Vergleich zu vielen anderen Konkurrenten sind die P5 fast schon dezent. Sie stehen nicht weit ab vom Kopf – Das ist etwas was mich sonst bei Bügelkopfhörern immer stört – sondern umschließen eng den Kopf und sind dadurch schön unauffällig. Und das trotz tollem Materialmix (sie liegen schwer in der Hand) und einem wunderbar filigranen Design.

Bowers&Wilkins B&W P5 Detailaufnahmen

Aber es soll hier jetzt um den Klang gehen.

Zuerst war ich enttäuscht. Klingt ja irgendwie nicht besonders, hmm. Doch langsam! Bei einem solchen Kopfhörer ist ein guter Equalizer unumgänglich um ein für den persönlichen Geschmack passendes Klangbild zu erzielen (10 Band minimum). Mit dem habe ich dann auch mal locker 2 Stunden verbracht, immer wieder unterschiedliche Musik gehört, besser gesagt meine “Referenzklassiker”, und noch ein wenig etwas verändert. Nach einer ICE-Fahrt von Frankfurt nach Köln ein paar Tage später hatte ich dann einen glücklichen Mittelweg gefunden. Das ist bei den unterschiedlichen Soundqualitäten verschiedener Bands gar nicht so leicht.

Nachdem der Equalizer dann eingestellt war, war ich soweit die B&W P5 endlich wirklich zu beurteilen.

Dabei habe ich mir insbesondere folgende Alben angehört, ein Querschnitt aus verschiedenst gemasterten Alben:

  • Pink Floyd – Echoes
  • Metallica – Black Album
  • Tool – Aenima
  • Anouar Brahem – Le Pas Du Chat Noir
  • Miles Davis – Kind Of Blue
  • Agua De Annique – Air
  • The Human Abstract – Digital Veil
  • Crippled Black Phoenix – (Mankind) The Crafty Ape
  • Katatonia – Night Is The New Day
  • Everclear – In A Different Light
  • Opeth – Ghost Reveries

Wie ihr seht ist von stimmlastig (Agua De Annique) über akustisch (Everclear) bis hin zu hammerhart alles dabei. Mit der härteren Gangart habe ich angefangen und schnell festgestellt dass verzerrte Gitarren mir etwas zu komprimiert klingen, es fehlt ihnen die Luft und der nötige Raum. Stellenweise sind sie dadurch deutlich zu präsent im Vergleich zu den anderen Instrumenten. Dafür lässt sich die Bassgitarre jederzeit exakt heraushören, klar differenziert von den tieferen Frequenzen der Gitarren. Dasselbe gilt für die Bassdrum. Sie ist präzise und kickt ordentlich ohne dass die Wiedergabe schwammig wird. Die Toms klingen so wie sie in echt auch klingen ohne platt zu klingen, die Becken sind stellenweise wieder zu indifferenziert. Auch wenn bei dieser Musikrichtung das untere Frequenzband richtig Laune macht trübt die Wiedergabe der angezerrten Gitarren das Hörerlebnis sehr.

Das ist eine Beobachtung die ich bei Metal- oder Rockmusik oft mache. Hier sollte aber angemerkt werden dass es bei hochwertigem Audioequipment oft ein Problem mit, sagen wir mal, auf “Power” gemasterten Alben gibt. Je besser das Equipment mit dem man hört ist, desto schonungsloser werden Fehler im Mastering offengelegt. Schließlich zeichnen sich gute HiFi-Komponenten durch eine originalgetreue Wiedergabe aus. Die meisten Leute hören die Musik jedoch auf Anlagen die diesem Anspruch nicht gerecht werden, entsprechend wird versucht im Mastering den Sound für Anlagen mit dünner Wiedergabe “aufzupumpen”. Da ich besonders gerne Metal höre ist das auch ein Grund warum ich bei meiner Anlage zuhause downsizing betrieben habe. Das audiophile Equipment das ich vorher hatte besaß zum Beispiel – wie inzwischen in diesem Bereich üblich – keine Loudness-, Höhen- oder Tiefenregler. Was bei tollen Jazzaufnahmen ideal ist, weil man die Musik so hört wie die Künstler es wollten, funktioniert bei solcher Musik leider nicht.

Deswegen ging es direkt danach auch weiter zu deutlich besserem Material. Einen Zwischenschritt markierte das Album von Everclear, hier exemplarisch für “Pop”-Mastering. Es klingt überall und immer vernünftig. Ich war dann doch ein wenig verblüfft dass es ausgerechnet dieses Album ist dem ich etwas neues abgewinnen konnte: Die akustischen Gitarren klangen nicht nur vollkommen realistisch, sondern man konnte ihr Volumen regelrecht ertasten. Sehr vollmundig und absolut stimmig gingen die P5 hier ans Werk und zusammen mit der tollen Stimme von Art Alexakis fühlte man sich regelrecht mit ihm in einen Raum versetzt. Die Bühnenstaffelung wurde klar wiedergegeben und mir stellten sich die Nackenhaare auf, besonders bei “Wonderful”.

Gut, von hier weiter zu den Alben, die deutlich besser aufgenommen sind. Natürlich sind das meist ältere Alben aus analogen Zeiten. Miles Davis und Pink Floyd zum Beispiel. Auch das Album von Agua De Annique zählt zu dieser Rige, genauso wie das Jazzalbum des Oud-Spielers Anouar Brahem – selbst wenn diese zwei deutlich neuer sind.

Hier liegt eindeutig die Stärke der P5. Vorausgesetzt sie erhalten erstklassiges Material vom Zuspieler zeigen sie was möglich ist. Den Vergleich mit meinen Sennheiser HD580 – diese besitzen eine offene Bauweise, wohlgemerkt! – brauchen sie hier nicht scheuen. Es geht ihnen nie die Luft aus, stets werden die Instrumente glaskar wiedergegeben. Die warmen, leicht angezerrten Gitarrensounds von Pink Floyd erklingen im Raum stehend, mit viel Freiraum drum herum. Bei solcher Musik klingen dann die Becken so wie sie sollen und müssen, das Abschwellen/Nachklingen dieser hört man eine halbe Ewigkeit, ohne dass dadurch andere Instrumente überlagert werden. Das Bühnenbild zeichnet sich genau ab, die Musiker stehen klar getrennt vor einem. Geprägt von einem weiten Stereofeld. Hab ich schonmal gesagt dass ich ein absoluter Feind von Mehrkanalanlagen bin? Den Grund kann man erfahren wenn man einmal solche Aufnahmen im Zusammenspiel mit guten Lautsprechern erlebt hat. Wenn alles zusammenpasst und die Zahnrädchen ineinandergreifen lässt sich mit Stereo eine Bühne darstellen die genau so klingt, wie wenn die Musiker wirklich da wären. Erfahrungsgemäß funktioniert das mit Kopfhörern sogar noch besser da hier nichts auf den Hörplatz ausgerichtet werden muss.

Es klingt für mich fast schon traurig, aber immer wenn ich auf solchen Komponenten Musik höre überlege ich ob ich nicht einfach meinen Musikgeschmack ändern sollte. Einfach um mit solchem Hörgenuss Musik hören zu können.

Ein Problem muss jedoch erwähnt werden: Wer gerne laut Musik hört, der wird mit den P5 durchaus seinen Sitzplatznachbarn in der Bahn ärgern. Die Musik ist ab einer bestimmten (hohen) Lautstärke klar von außen hörbar. Hier bleiben InEar-Kopfhörer aktuell die einzige Möglichkeit. Oder aber die AKG K 518 LE, die jedoch aufgrund eines viel zu hohen Anpressdrucks am Ohr für mich nicht in Frage kommen – und den P5 deutlich unterlegen sind.

Bowers&Wilkins B&W P5 mit Sony Xperia S Mood Aufnahme

Nach ein paar Tagen mit den P5 habe ich mal den Wechsel zu meinen Sennheiser In-Ear Kopfhörern probiert – ich weiss, die beiden lassen sich nicht vergleichen. Trotzdem: Es war dieses ermattende Gefühl mal wieder so lange Musik gehört zu haben und dabei soviel verpasst zu haben, im Vergleich zu den P5. Und nicht mehr zurück zu wollen. Bleibt also zu sagen: Once you turn B&W P5, there’s no turning back! ;)

Technische Daten findet ihr auf der Microsite: B&W P5

Bowers&Wilkins B&W P5 mit Sony Xperia S Display An

Ersteindruck Honda CR-Z 1.5 IMA

Honda CRZ 1.5 2012 weiß Ersteindruck Heckansicht

Das erste Wochende mit dem Honda CR-Z ist vorbei und ich habe meine ersten Eindrücke gesammelt. Hier gibt es nun ein paar erste oberflächliche Worte.

Es ist eigentlich – muss ich leider zugeben – unerwartet, aber der CR-Z gefällt mir soweit äußerst gut. Nicht nur weil die weiße Lackierung und die schwarz/silbernen Felgen perfekt zusammenpassen. In vielen Belangen habe ich mich dabei erwischt wie ich überrascht war.

Da wäre zum Beispiel der Moment als ich das erste Mal ausgestiegen bin und verwundert festgestellt habe wie flach das Auto ist – Es geht mir in etwa bis zur Brust.

Dann der erste Druck auf die Sporttaste nachdem der Eco-Modus mich so gar nicht emotional mitnehmen konnte. Der CR-Z verwandelt sich ganz schnell und deutlich wahrnehmbar in einen kleinen Sportler. Der (Tasten-)Name ist eben Programm.

Die schöne Schaltung mit kurzen Schaltwegen und recht knackiger Schaltbarkeit. Auch der kugelförmige Schaltknauf und die dünne Stange auf der dieser montiert ist sind solche kleinen Details die mich persönlich erfreuen – es fühlt sich einfach toll an.

Der gewaltige – allerdings aufgrund der Silhouette flach bauende – Kofferraum.

Es gibt auch vieles was mir nicht so sehr gefällt… aber diese Dinge und auch mehr Details zu den guten Seiten des kleinen weißen Hondas gibt es erst nach einem ausgiebigen Test.

Zum Abschluss möchte ich Honda für das äußerst mutige Dashboard-Design loben:

Honda CR-Z 1.5 2012 Innenraum Cockpit

imho: Frauen haben den besten Auto-Geschmack

Aston Martin V8 Vantage Roadster 2007 Hübsche Frau am Steuer

Wir müssen es einfach zugeben: Frauen haben den deutlich besseren Geschmack was Autos betrifft. Die Gründe hierfür möchte ich gar nicht hinterleuchten. Es geht mir nur darum das so festzuhalten. Ich meine es ernst! Wir sollten akzeptieren dass die Modelle, die als “Frauenauto” bezeichnet werden, oftmals später zu Designikonen werden oder eine neue Fahrzeuggattung erst durch die weiblichen Autoliebhaber erfolgreich wird.

Oder warum fuhr den Mercedes CLS in der ersten Werbung eine Frau? Warum sonst sieht man in einem Großteil der Roadster auf den Straßen Frauen am Steuer (Mazda MX-5, Mercedes SLK, BMW Z3/Z4, Honda S2000, Alfa-Romeo Spider)?
Dasselbe gilt auch bei den schönsten Kleinwagen, dem MINI und dem Fiat 500. Selbst der erste Twingo ist inzwischen zu einer Art Kultmobil geworden, oder nicht? Frauen haben auch den besseren Geschmack was Kombinationen von Farben an Autos angeht. Stellt einfach mal eure eigenen Beobachtungen auf, ihr werdet euch wundern!

Ich habe immer das Gefühl – und das wird in meinem Bekanntenkreis auch bestätigt – dass Frauen bei der Wahl ihres Autos oftmals mutiger sind und sich einfach für ein Auto entscheiden weil sie Lust darauf haben. Aus einem Bauchgefühl heraus. Ob es ist “weil der doch soooo süß ist” oder “weil der soo sexy aussieht” spielt dabei keine Rolle. Auch nicht was andere denken. Eine Dame in unserer Straße die bisher ein Jaguar XK-R Cabrio hatte fährt seit neuestem einen silbernen 2011er Camaro. Single, gutverdienend. Das Tolle: Es wird kein Maßband angesetzt wie das bei Männern der Fall ist. Männer halten einen Variant für besonders praktisch. Frauenherzen gewinnt man damit selten.

Wie wäre es mit einer Hornbach-Werbung bei der gezeigt wird wie der Mann gerade in  Handwerkermontur ein paar lange Holzlatten hinten in seinen Audi Variant schiebt während seine attraktive Frau mit ihrem roten Fiat Barchetta, typischem Cabrio-Kopftuch und Sonnenbrille Gas gibt und im Wegfahren winkend die Hand hebt? Ein Lächeln umspielt dabei ihre Lippen.

Doch statt zu sagen Frauen seien die Vorreiter und stolz auf das bessere Geschlecht zu sein verkrampfen wir uns auf den Gedanken “Iiih, ein Frauenauto” und halten als Mann Abstand von diesen Autos. Es ist ja nichts schlimmer als die Vorstellung dass jemand an einem vorbeifährt, denkt er würde gleich eine hübsche, attraktive junge Frau auf dem Fahrersitz zu sehen bekommen nur um dann zu erkennen: “Oh, die hat ja nen Bart. Moment, sie ist ein er.” Dieser Mann will man nicht sein. Erinnert ihr euch an die Simpsonsfolge? Canyonero F-Series? Die Szene auf dem Parkplatz vor dem Kraftwerk? Genau.

Sucht man bei Google nach dem Begriff “Frauenauto” stößt man auf einige äußerst “sonderbare” Artikel zum Thema. Viele davon interessanterweise von diversen Zeitungen mit einem gemeinsamen Merkmal: Ein kräftiger roter Hintergrund hinter dem Namen. Da liest man dann auch sinngemäß: “Weil der Mann meist das erste Auto hat kommt für die Frau nur ein Kleinwagen als Zweitwagen in Frage.” Oder: “Weil die Kinder in die Schule gefahren werden müssen und gleichzeitig Platz für die Tuba des Sohnes und die Harfe der Tochter sein muss, sind praktische Autos mit niedriger Ladekante bei Frauen besonders beliebt.” Geht’s noch?

Was denkt ihr darüber? Würdet ihr ein typisches Frauenauto kaufen? Was sind für euch typische Frauenautos? Was denken LisaTheCarAddict und Nicole darüber? :)

Bildquelle: seriouswheels / Aston Martin

imho: Leistungszahlen und Rundenzeiten zerstören den Sportwagengeist

Digitale Armaturen Sportwagen Mclaren Cockpit Dashboard

Mich würde interessieren ob ich eigentlich der Einzige bin, der in einschlägiger Sportwagenliteratur aka Zeitschriften die Seiten überliest, auf denen Tabellen mit Leistungsdaten und Rundenzeiten verzeichnet sind. Da gibt es schematische Darstellungen von Rennstrecken mit genauen telemetrischen Infos in welcher Kurve das getestete Geschoss wieviele Sekunden und wieviel km/h liegen lassen hat und wo es sich im Vergleich mit anderen Sportwagen einreiht. Zahlenkolonnen mit Brems- und Beschleunigungswerten und und und….

Eigentlich interessieren mich hier in allerbester Autoquartett-Tradition nur folgende Daten: Höchstgeschwindigkeit, PS, Nm und 0-100km/h. Alles andere? Not. So. Much.

Für mich ist der dazugehörige Artikel interessant. Das geschriebene Wort. Und ob dort solche Dinge stehen wie “launisch im Grenzbereich”, “Leistung setzt spät ein, aber dann mit Nachdruck”, “Man fühlt jede Anomalie im Asphalt”, “Das Heck überholt einen von rechts”, “Komisches Gefühl in der Magengegend”, “Angstschweiß an den Händen”, “Bestialischer Sound der ab 7000 U/min noch einen draufsetzt”, “Kaum beherrschbar im Grenzbereich”… ich könnte diese Liste endlos weiterschreiben.

Ich möchte eigentlich nur auf eines hinaus: In unserer schönen digitalen Zeit wird auch der Sportwagen immer digitaler. Mit Rechnern und High-Tec lassen sich die letzten Zehntel aus den Rundenzeiten kitzeln, das Fahrwerk optimiert sich selbst je nach Straßenbeschaffenheit und Nickbewegungen gibt es längst nicht mehr. Aber ist das wirklich so positiv wie uns suggeriert wird? Klar ist es für einen Hersteller toll wenn man sagen kann man ist 0,881 Sekunden schneller pro Runde als ein Sportwagen im selben Preissegment. Doch diese dauernde Optimierung führt dazu, dass die Fahrzeuge immer perfekter werden, dadurch auch immer unmenschlicher. Viel zu makellos eben. Ein neuerer Porsche fährt wie auf Schienen durch jede Kurve. Ein wenig einlenken, der Rest geht von allein. Fast wie mit Gamepad an der PS3. Beim G-Modell hieß es noch überall: Man muss mutig sein das Auto zu fahren. Gerne entscheidet es sich mal die Tiefe des nahegelegendsten Grabens zu überprüfen, höchstpersönlich. Für Fahranfänger absolut ungeeignet und und und. Heute kann jeder 18-jährige ohne Probleme ein 600PS-Monster bewegen.

Ist das vielleicht der Grund für die in mir aufkeimende Youngtimer-Liebe? Ich möchte nicht in einem teuren Sportwagen sitzen, von der Geschwindigkeit nichts mitkriegen und einfach Runde um Runde die Ideallinie abfahren. Nein, von einem Sportwagen erwarte ich dass er ein gewisses Todesrisiko bietet. Das ich Erfurcht und Angst habe wenn ich den Motor anlasse. Mich vielleicht sogar dazu herablasse ein paar gutgemeinte Worte an das Auto zu richten, laut auszusprechen. Über das Armaturenbrett zu streichen und zu sagen: “Ok, hör zu. Wir wollen leben. Das heisst: Du willst leben, und ich will noch viel mehr leben. Wenn du mich heil durch zwei Runden bringst küsse ich dich.” Dann den Motor anlassen und das Grummeln und Vibrieren am Lenkrad spüren. Den Motor fauchen lassen und beim Losfahren kurz überlegen ob man nicht doch lieber Minigolf spielen hätte gehen sollen. Das Fahren soll ein Erlebnis sein, ein Ritt auf der Kanonenkugel. Dabei interessiert mich herzlich wenig ob das Auto 1 Sekunde schneller ist auf der Nordschleife als ein GT-R. Who cares? Wenn ich 40 Sekunden später ins Ziel komme als ein GT-R aber dafür viermal dem Tod ins Auge geblickt habe, viel Spaß hatte, dann hab ich am Ende des Tages mehr davon.

Früher oder später wird es zu einem Imagewechsel bei Sportwagen kommen. (Oder ist es etwa schon soweit?) In den 90ern hatte man Respekt vor der (vermutlichen) Fahrkunst eines Sportwagenbesitzers, der da ein Wesen aus der Hölle befehligt (muss gerade an den Lamborghini Miura und Innenraumtemperaturen denken). Ich stand damals nur so da, starrte die Autos an als sie vorbeifuhren und dachte mir ich will auch mal so gut fahren können. Heute ist es eher der Respekt vor dem technischen Know-How der Hersteller und was sie zu leisten im Stande sind. Der Fahrer bleibt in meinen Augen außen vor. Er ist austauschbar geworden. Ist die Formel 1 nicht der Beweis für genau diese These?

Wer Übertreibungen findet, darf sie behalten. Und nein, ich will natürlich nicht sterben.

Update 24.01.: Wer an einer Gegendarstellung interessiert ist, wird bei Björns mein-auto-blog fündig.

Auch ich will was zu E10 sagen…

Super E10

Das Bild oben ist direkt bei mir um die Ecke entstanden, wo seit Einführung von E10 (also schon seit Wochen) immernoch als Preis für Super E10 8,88 Euro pro Liter ausgezeichnet ist. Viel zu teuer! Und dann wundert man sich warum es keiner kauft?

Spaß beiseite: Es ist völlig klar dass so ziemlich alles falsch gemacht wurde. Das fing damit an dass mitunter eines der ersten Dinge an die ich mich in dem Zusammenhang erinnere folgendes ist: “Nicht jedes Auto verträgt E10, informieren sie sich ob ihr Auto Probleme haben könnte!” Ich bin mir ziemlich sicher dass es bei den meisten Leuten auch so in Erinnerung geblieben ist. Sich selbst informieren? Bei einer solchen Sache sehr optimistisch gedacht.  Also warum sollte man dann das Risiko eingehen und trotzdem E10 tanken, auch wenn es noch normales Superbenzin direkt daneben gibt?

Will man nun eine schnelle Umstellung oder, so wie ursprünglich gesagt wurde, eine langsame Abschaffung von Super nach einer Übergangszeit? Ich habe den Eindruck dass plötzlich alles hätte schnell gehen sollen und erwartet wurde, dass direkt am ersten Tag jeder E10 tankt. Hierzu hätte das Ganze anders ablaufen müssen.

Ich erinnere mich da an eine Anpassung des Verkaufspreises von Normalbenzin zu Gunsten von Super. Nachdem beide gleich teuer waren ist Normalbenzin verschwunden. Da wäre es doch eine Überlegung – wenn es momentan wie gestern im “Heute Journal” berichtet wurde einen absoluten Produktionsüberschuss gibt – E10 sehr viel günstiger als Super-Benzin anzubieten. Der Geldbeutel wirds danken und die Konsumenten werden viel eher die Initiative ergreifen und sich informieren. Oder warum nicht einfach die Zusatzbezeichnung E10 weglassen und als “Super” verkaufen? Laut Herstellerangaben sind es ja nur 1% aller Fahrzeuge die E10 wegen der zu niedrigen Oktanzahl nicht vertragen. Wäre zwar die Hammermethode aber wegen der 1% alles so umständlich machen? Sind wir nicht sowieso ein von Mehrheiten dominiertes Land? Außerdem kommen die Autobesitzer der verbleibenden 1% sowieso nicht darauf, dass der eventuelle Motorschaden seinen Ursprung im Sprit hat. Haben wir eben ein paar alte Kisten aus den 80ern weniger. Die Autobesitzer, die einen Young- oder Oldtimer lieben, pflegen und schätzen sind eigentlich immer informiert genug um zu wissen, dass sie nur noch Super Plus tanken können. Weil ihr Motor sonst Schaden nehmen könnte.

BMW hat am Montag eine Pressemitteilung veröffentlicht in der Bezug auf die Problematik mit der Kondenswasserentwicklung im Motor genommen wurde. Es sei aus dem Zusammenhang gerissen worden und ein solches Problem existiere nicht:

Entgegen aktueller, anderslautender Medienberichte bekräftigen wir unsere Aussage, dass grundsätzlich in allen BMW Pkw Modellen sämtlicher Baujahre der unbedenkliche Einsatz von E10 Kraftstoffen möglich ist.
Einige wenige ältere BMW Fahrzeuge benötigen aus Gründen der Klopffestigkeit Super Plus ROZ 98. Diese Fahrzeuge eignen sich daher unabhängig vom Ethanolgehalt nicht für Superkraftstoff. Eine entsprechende Aufstellung der Fahrzeuge wurde bereits vom ADAC am 1. März dieses Jahres veröffentlicht.

In (fast) allen anderen Ländern Europas wird schon seit langer Zeit E10 (oder e85 etc) getankt, ohne dass es hier Probleme gab oder sich die Defekte gehäuft hätten. Vielleicht sollten die Medien etwas konstruktiver mit dem Thema umgehen.

Außerdem wäre es mal an der Zeit auch über Printkampagnen oder Werbekampagnen im Fernsehen die Autofahrer über E10 aufzuklären.

In diesem Zusammenhang auch lesenswert was Blogger-Kollege Sandmann geschrieben hat.