Ab nächster Woche im Fuhrpark: Honda CR-Z 1.5 IMA

Honda CR-Z 1.5 IMA 2012 Testfahrzeug

 

Tja und schon sind zehn Tage vergangen ohne dass ich etwas posten konnte. Zehn Tage in denen es den Genfer Automobilsalon gab (neue A-Klasse), die Cebit (Audi A3), ein Video in Spielfilmlänge von den Jungs bei chromjuwelen (Chromjuwelen En Route) und die drei von Top Gear den Spaß am klassischen, günstigen Rallye-Cross für sich entdeckt haben und Autos mit Flugzeugmotoren gefahren sind. Alles das musste ich vom Bett aus über mich ergehen lassen und konnte euch nicht direkt teilhaben lassen an den neuesten Entwicklungen. Das sei somit nachgeholt.

Zwei Dinge möchte ich noch anmerken: Bei der neuen A-Klasse freut es mich dass es der “Noppen-Kühlergrill” vom Konzept in die Serie geschafft hat und sich offiziell “Diamantgrill” nennt. Schöne Wortschöpfung aber wenn man da beim Wort Grill nicht an einen Kühlergrill denkt kommen einem seltsame Bilder in den Kopf. Grillt man Diamanten oder kommt das Steak oben auf die Diamanten drauf?

Beim A3 finde ich es großartig dass in den Drehregler des MMI ein Touchpad integriert wurde. Endlich Buchstaben mit dem Finger zeichnen statt Drehen-Drücken-Orgien! Da hätte mal jemand vorher drauf kommen können. Auch dass das extrem dünne Display aus dem Armaturenbrett fährt gefällt!

Zu guter Letzt: Die Studie der Neuinterpretation einer DER Sportwagen meiner Jugend, der Honda/Acura NSX (Mitte der 90er, ca. 150.000DM), hatte mir bisher nicht so ganz zugesagt. Ich hatte ihn aber meist von vorne gesehen. Er spielt ja beim neuen Hollywood-Streifen “The Avengers” mit. Doch seht euch das Bild dieses wunderschönen Hecks an!

Honda NSX 2015

Yamm… ich werfe gerade meine Bedenken über Bord und freue mich auf den NSX! Hoffentlich kommt es 2015 wirklich dazu, Honda hätte dann endlich wieder einen richtigen Sportwagen im Portfolio.

Passend zum Thema Honda: Ab Ende nächster Woche berichte ich euch ausführlich über den Honda CR-Z 1.5 IMA, der sich dann in meinem Fuhrpark befindet und von mir zwei Wochen auf Herz und Nieren getestet wird. Wenn ihr Fragen habt, immer schon etwas über den CR-Z wissen wolltet, nur raus damit. Ich werde versuchen alles zu berücksichtigen. So auch die Beschwerden über die Bezeichnung als “Review” beim C350 Coupé. Ab sofort heisst es “Fahrbericht” bei ausführlichen Tests und “Probefahrt” bei kurzen Tests.

Review Mercedes C350 Coupé Edition 1: Flucht nach Vorne

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Teaser Coupe von der Seite

 

Es ist 18:30 Uhr Mittwoch abend.

 

Ich betrachte das mattschwarze Edition 1 C350 Coupé wie es in der Tiefgarage schlummert. Tief gebückt über die Leichtmetallräder im 10-Speichen Bicolordesign (225/40 R 18 vorne und 255/35 R 18 hinten). Von hinten betrachtet ist die stetig aufsteigende Linie über Motorhaube, vordere Radkästen, vorbei an den Seitenscheiben bis in die Rückleuchten das schönste Detail. Aus dieser Perspektive nähere ich mich dem Coupé am liebsten. ich betätige die Zentralverriegelung, das Auto glüht mir aus allen Poren entgegen. Voller Aufregung und Erwartung, endlich diesen Betonsarg verlassen zu dürfen.

 

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Teaser

Heute setze ich mich mit einem Ziel ans Steuer: den Weg in eine andere Dimension zu finden.

 

Und wenn nicht in eine andere Dimension, so doch zumindest in einen anderen Bewusstseinszustand. Statt Pejote wie in Castanedas “Reise nach Ixtlan” ist das Mercedes C 350 Coupé mein Hilfsmittel. Einen helfenden Meister wie “J.” in “Aleph” vom Altmeister Coelho gibt es nicht. Ich bin auf mich gestellt. Allein mit 306PS. Das Ziel ist gesteckt, ich werde nicht anhalten bevor ich es erreicht habe. Ich kann durchaus beharrlich sein. Hoffen wir mal dass der Tank dafür reicht. Durchnittlich sind 6-7 Liter angegeben, allerdings wechselt die Restkilometer-Anzeige bei mir munter zwischen 600km und 400km hin und her.

Wo soll es hingehen? Ich diktiere der Sprachsteuerung des Navis “andere Dimension”, aber erhalte nur eine verhaltene Reaktion. Auch “Raus hier!” funktioniert nicht. Als Alternativorschlag erhalte ich vom Navi “Ausleben”. Da mir “Leverkusen Stadtzentrum” zu weltlich und banal klingt, lass ich das mit dem Navi sein und beschliesse einfach erstmal loszufahren. Es muss sowieso so und nicht anders geschehen: Der Weg wird sich mir von allein erschliessen.

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Aussen Hinten Links

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Aussen Hinten Rechts Rücklicht

Das Xenon-Licht wird mir dabei den Weg leuchten und mich hoffentlich vor schlimmen Begegnungen, vor allem aber vor allem Bösen, bewahren. Da schadet es auch nicht zu wissen dass Distronic Plus dort eingreift wo der Fahrer vielleicht doch versagt. Daneben Toter-Winkel-Assistent (Warndreiecke in den Seitenspiegeln) und Parksensoren (Leuchtdioden auf dem Cockpit und am Dachhimmel über der Heckscheibe). Seien wir ehrlich: Ich weiss nicht wo die Reise hingeht und was mich dort erwartet, unbewaffnet möchte ich auf keinen Fall sein. Die 306PS, die eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 6,0 Sekunden versprechen und die Bremsen die unnachgiebig zupacken sollten mich auf die zwei wahrscheinlichsten Fälle vorbereiten: Abbruch meiner Mission oder die Flucht nach vorne. Letzteres entspricht eher meinem Gemüt und passt besser zur mattschwarzen Aussenhaut (nennt sich “designo magno”, 2750,-€). Wie um mir das selbst nochmal zu bestätigen folgt nun der kräftige Tritt auf’s Gaspedal. Man muss ja einschätzen können was sich da tut. Eines verspreche ich: Beim C 350 Coupé tut sich einiges! Die Motorisierung ist für das Fahrzeug genau das Richtige. Weniger sollte es nicht sein wenn man die zu einem Coupé meiner Meinung nach zugehörige Sportlichkeit erleben will.

Das Coupé verschließt mit einem lauten Klacken die Türen. Wir sind jetzt allein.

 

Noch bin ich in Köln, Ampeln und diverse Ablenkungen machen es schwer hier den richtigen Weg zu finden. Dass ein Koyote über die Straße gelaufen kommt wie in Michael Mann’s grandiosem Film “Collateral” und dazu Audioslave läuft ist hier auch ziemlich unwahrscheinlich. Höchstens eines der vielen Kaninchen die Köln bevölkern. Das passt aber erstens nicht zu Audioslave und zweitens wäre es sicher kein Gänsehautmoment. Apropo: Der Soundtrack meiner Reise spielt natürlich auch eine elementare Rolle! Audioslave gehört auf jeden Fall dazu. Zum Glück hab ich vor dem Losfahren in exakt 1,5 Minuten mein Android-Phone per Bluetooth mit der Anlage des Mercedes gekoppelt (wirklich easy – ca. 6 Klicks!). Alternativ lässt sich auch ein USB-Stick unter der Mittelarmlehne anschließen – die Schnittstelle lässt sich ohne Taschenlampe aber kaum erwischen – oder eine SD-Card verwenden. Jetzt kann ich die Playlist abspielen die ich passenderweise “Follow the rabbit” genannt habe. Darauf befinden sich unter anderem Audioslave, Pink Floyd, Opeth, Katatonia, Long Distance Calling, Hurt und If these trees could talk. Ich drücke Play und lasse mich erstmal bei ordentlicher Lautstärke von dem Harman/Kardon Logic 7 Surround-Soundsystem (589,- €) berieseln. Es ist immer wieder berauschend wenn man in einem Auto mit guter Anlage sitzt, bei der der Sound perfekt auf den Fahrerplatz abgestimmt ist. In diesem Fall ist die Anlage aber eher gehobener Durchschnitt. Der Bass ist fest, setzt aber beim Tiefbassbereich schnell aus und der Gesamtsound ist mir – trotz vielen getesteten Einstellungen – zu mittenlastig. Es klirrt ab einer gewissen Lautstärke in den Ohren. Ich habe selbst eine Harman/Kardon Anlage (mit Klipsch Lautsprechern) und hätte hier deutlich besseres erwartet.

Zum einsetzenden Stakkato von “Blackwater Park” springt die Ampel auf Grün und gleichzeitig steht auch meine Entscheidung fest: Erstes Ziel ist die German Autobahn.

 

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Angeschnitten vor Stadion Flutlicht

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Vorne Rechts Scheinwerfer Xenon vor Industrie

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Scheinwerfer Detail

Distronic Plus ist aktiviert, der Mercedes hält damit einerseits das vorgegebene Tempo (Alternativ: verhindert das Überschreiten eines festgelegten Höchsttempos) und beachtet andererseits von alleine einen Mindestabstand zum Vordermann. Dieser lässt sich über einen Regler verringern oder erhöhen. Im Stau führt das System dazu dass man selbst weder gasgeben noch bremsen muss – falls nötig bis zum Stillstand. Das Fahrwerk ist auf Comfort ausgelegt (Sporttaste deaktiviert). LKWs rauschen rechts an mir vorbei, links der blendende Gegenverkehr. Es geht immer geradeaus, der C350 schluckt die Unebenheiten einigermaßen und lässt mich distanziert zu mir selbst werden. Es dringen kaum Aussengeräusche zu mir durch, der Motor ist kaum zu hören. Nur das Rauschen des Fahrtwindes an der A-Säule. Da schweifen die Gedanken schnell ab. So sehe ich nur noch einen Tunnel dort wo in der Dunkelheit die Straße mit der Nacht verschmilzt und halte darauf zu. Der Verkehr wird immer weniger und bald bin ich allein. Nur noch der Lichtkegel vor mir und die Reflektoren am Straßenrand als Orientierung. Endlich kann man auch ein wenig schneller fahren. Die 7-Gang Automatic schaltet nach dem Kick-Down ein wenig zögerlich zwei Gänge zurück. Sobald der richtige Gang anliegt macht sich der Motor bemerkbar. Er tönt brabbelnd und klingt kernig. I like! Er schiebt mit Nachdruck, schnell läuft man mit einem Warnhinweis – Winterreifen – bei 210km/h in den Begrenzer. Man hat stets das Gefühl dass das Ende des Beschleunigungsrausches nicht so schnell erreicht ist. Power in jeder Lebenslage. Problem mit dem Fahrer auf der Spur neben einem? Kein Problem: Kurz gasgeben und der C350 macht einen kleinen Zeitsprung. So kann man sich stets aktiv seine Nachbarn aussuchen.

Eine Ausfahrt zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Sie ruft mich. Ich habe meine Mission nicht vergessen und folge dem ersten Gefühl. Runterbremsen und an der Ausfahrt rausfahren. Am Ende erwartet mich eine Ampel und zwei mögliche Richtungen. Links oder Rechts. Ich blicke in beide Richtungen sehe aber beiderseits nichts als die Andeutung einer Straße. Was soll ich tun? Die Ampel springt jeden Moment um. Ich schließe kurz die Augen, atme tief durch. Meine Hand fasst an den Blinkerhebel. Ich spüre es nur schwach, aber etwas zieht mich nach links. Die Ampel springt um, ich gebe Gas und biege ab.

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Seitenaufnahme vor Industrie

Die Landstraße vor mir ist frei, einige wenige Kurven erwarten mich. Ich betätige die Sporttaste und merke einen Moment später wie das Fahrwerk straffer wird. das Coupé ist jetzt hart gefedert und weigert sich auch nur die kleinste Unebenheit zu schlucken. Das nenn ich konsequent. Der Straßenkontakt ist perfekt. Auf der Autobahn übrigens lässt die Sporttaste den C350 zu einem Plombenschüttler mutieren. Spaß macht das nicht. Die Landstraße hingegen ist dafür optimal. Plötzlich scheint auch die Automatik trotz minus 12 Grad Celsius aus dem Winterschlaf zu erwachen, dreht die Gänge voll aus und hängt deutlich zackiger am Befehl meines Gasfusses. Natürlich besteht stehts auch die Möglichkeit mit der Taste “M” neben der Schaltkulisse komplett manuell zu schalten und frei aus den 7 Gängen zu wählen. Per Schaltwippen hinter dem Lenkrad die sich aber leider viel zu leicht drücken. Es sind eher Tasten als Wippen.

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Vorne Rechts vor Autobahnkreuz

Ich scheuche den C350 also durch die Kurven, hoffe auf eine weiterhin freie Straße, drehe die Musik etwas leiser um den Motor besser zu hören und genieße die Fahrt. Irgendwann wird die Straße zweispurig und es tauchen die ersten Ampeln auf. Ich stelle zurück auf Automatik, entspanne meinen Rücken, drücke meinen Kopf gegen die Kopfstütze, spanne meine Arme kurz durch und presse mich so in die perfekt konturierten Sportsitze und da ist der Moment. Es läuft “Comfortably Numb” von Pink Floyd, der Motor brabbelt ganz leise im Hintergrund und die Straße wird zu einem erhellten Weg an einen fremden Ort. Die wenigen Gebäude die vorbeirauschen scheinen Relikte aus einer anderen Zeit zu sein, längst vergessen und nur hier um mich an etwas zu erinnern. Das Coupé schwebt fast über die Straße, andere Autos biegen nach links und rechts ab, ich bleibe auf der Straße, in meiner Spur. Andere machen sie immer rechtzeitig frei, fast als ob sie wüssten dass ich gerade nicht an den Ort fahre an den die Straße eigentlich führt. Ich spüre die Entspannung. Die über den anstrengenden Arbeitstag verlorene Energie fließt zurück in meinen Körper. Ich fühle mich bereit. Ich könnte ewig weiterfahren und verliere meine Gefühl für die Zeit. Die Nacht ist jung. ¬

Demnächst gibt es noch Fahrzeugeindrücke bei Tag mit Vorstellung einiger Fahrzeugfunktionen. Stay tuned.

Mercedes C350 Coupe 2012 Story: Flucht nach vorne - Ziel erreicht Eindrücke

Review Mercedes C350 Coupe 2012: Testurteil

Ab nächster Woche: Mercedes-Benz C 350 Coupé im Fuhrpark

Mercedes-Benz C 350 Coupé

Ab nächster Woche werdet ihr peu a peu Artikel von mir lesen die sich mit dem C 350 Coupé von Mercedes befassen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Eine Woche lang begleitet er mich durch Raum und Zeit und wird (hoffentlich) einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dabei wird ein Aspekt besonders interessant werden: Melegim, meine liebste Göttergattin, ist kein besonderer Fan der Automobile von Mercedes. Sie denkt noch so wie ich vor rund 5 Jahren gedacht habe: Mercedes ist miefig, bieder und wird nur von alten Leuten gefahren. Doch genau dieses Bild hat sich längst gewandelt. Spätestens seit dem ersten CLS und der Einführung der drei Ausstattungslinien Serie, Elegance und Avantgarde (wer die Unterschiede wissen möchte kann hier eine Tabelle finden). Grob gesagt ist Elegance das was immer schon Mercedes ausgemacht hat und Avantgarde die junge, sportliche Note (zu erkennen am großen Mercedes-Stern im Kühlergrill).

Genau das macht inzwischen den Reiz aus: Ein deutlich sportlicherer Auftritt der Marke, den ich persönlich natürlich besonders begrüße. Jetzt wird es wieder heissen: “Aber inzwischen wollen doch alle Marken nur noch sportlich sein!” Doch ich stehe dazu, dass ich das gut finde.

Wie auch immer – wie man im englischen so schön sagt: “Stay tuned”, es werden euch einige interessante Artikel erwarten. Da das hier BYCAN ist und nicht irgendein anderer Blog wird es natürlich wieder schöne Geschichten rund um’s Auto geben. So werde ich mich auf die Reise in eine andere Dimension begeben und euch daran teilhaben lassen wie gut oder schlecht das mit dem C Coupé funktioniert. Will man doch vor einem Autokauf unbedingt wissen, oder? Für mich jedenfalls bedeutet ein Auto immer auch Meditation und die Flucht vor dem Alltag.

Falls Diesel eher euer Ding sind und ein C350 sowieso zu voluminös (wie bitte?!), dann lest euch doch die spannenden Artikel drüben bei rad-ab.com durch. Die hatten ein Mercedes C220 CDI Coupé und haben damit ihre Social Media Probefahrt veranstaltet.

Bildquelle: © 2011 Daimler AG

Renault Laguna 2011 – kleiner Review

Renault Laguna 2011 Review

1300km Autobahn mit einem Mietwagen. Das ist viel und man sollte vermutlich darauf wert legen, dass es nicht die kleinste Klasse ist, die man mietet. Trotzdem habe ich mein Glück herausgefordert – wie so oft – und einen Wagen der kleinsten Klasse gebucht. Übrigens für knapp 90€ inklusive Vollversicherung ohne SB. Ich habe einfach darauf vertraut dass ich – wie so oft – sowieso “upgegradet” werde. Ich hab recht behalten und von der freundlichen Mitarbeiterin von Avis am Kölner Hauptbahnhof einen schwarzen Renault Laguna mit Klimaanlage und Navigation bekommen. Sie hat sich noch dafür entschuldigt dass er wegen dem Regen und dem Schotterplatz leider etwas dreckig sei. “Macht nix, ich fahre sowieso nur Autobahn.” und weg war ich.

Zuerst ein kurzes Statement zu den Fotos: Leider hatte ich weder die Zeit noch die Möglichkeit hochwertige Fotos vom Laguna zu machen. Deswegen hier nur die Schnappschüsse. Ich bitte um Nachsicht. :)

Der Laguna stand nun unauffällig wie sonst ein Auto auf dem Parkplatz des Bahnhofs. Renault hat ja keinen Schlüssel, sondern eine “Chipkarte” mit diesen Foliendrucktasten wie man sie auf superdünnen TV-Fernbedienungen findet. Nunja. Über Geschmack lässt sich streiten. Das gilt auch für das Äußere. An der Front will ein wenig Sportlichkeit aufkommen, doch an den Flanken und am Heck verliert sich dieser Gedanke schnell wieder. Die Überhänge sind zu lang und die Linienführung etwas langweilig. Was soll’s! Ich sitze ja sowieso innen. Und hier wirkt der Franzose schon deutlich reifer. Schwarze Teilleder-Sitze mit weißen Kontrastnähten (wie sie übrigens unser zukünftiger Mustang haben soll), eine hübsche Mittelkonsole, hübsche Instrumente und Türverkleidungen. Naja alles so dass man sich lange Zeit wohlfühlen kann. Das Lenkrad ist sogar unten etwas abgeflacht. Hier stand der Motorsport Pate. Die Abflachung ist jedoch so gering dass man sie erst bemerkt wenn man beim Kurbeln fast danebengreift, nicht jedoch wenn man das Lenkrad so direkt ansieht.

Dinge die mir positiv aufgefallen sind:

  • Das Display in der Mitte ist gut abzulesen
  • Die Tasten geben wenig Rätsel auf
  • Das Raumgefühl ist dank einer sehr weit oben ansetzenden Windschutzscheibe sehr angenehm.
  • Hinten an allen Fenstern Jalousien (nicht automatisiert)

 

Dinge die mir negativ aufgefallen sind:

  • Tomtom… grafisch erinnert es mich mit seinen tristen Farben, pixeligen Linien und hakeligen Bewegungen an meine Computerspiele Mitte der 90er
  • “Wählhebel” für Telefon und Audio rechts unten hinter dem Lenkrad: Unglaublich viele Tasten und sogar ein Scrollwheel auf kleiner Fläche und alles nicht ablesbar da durch die Speichen des Lenkrads verdeckt. Um zu wissen welche Taste was macht muss man sich nach vorne beugen und am Lenkradkranz vorbeisehen
  • Unglaublich billig wirkende Scheibenwischer vorne – wenn die sich bewegen denkt man sie sind aus dünnem Draht, so schlacksig bewegen sie sich
  • Drehregler über Drehregler an der Mittelkonsole. Ein großer zwischen den Sitzen, ein kleiner beim Radio und ein ebenso kleiner bei der Klimaanlage. Teilweise machen sie dasselbe
  • Aus welchem Jahrhundert ist denn der Bordcomputer? Das Icon das einem eine Schaltkulisse anzeigen soll ist grausamer Missbrauch von Pixeln! Man muss es sehen um zu verstehen was ich meine.
  • Und warum werden die Zahlen auf dem Drehzahlmesser von Zahl zu Zahl größer? Kursive Schriftart und die 6 ist fast doppelt so groß wie die eins.. Soll man gewarnt werden? Ich fand es optisch nicht sonderlich geschickt

Soviel zum Innenraum. Chipkarte in den Schlitz und Start/Stopp-Taste drücken. Zuerst fällt einem auf das einem nichts auffällt – ausser dass die Aussenspiegel ausfahren. Doch der Motor ist im Grunde unhörbar, solange man das Gaspedal nicht betätigt. In der Stadt ist das bei einem solchen Zweiliter-Benziner natürlich von Vorteil. Besonders da auch die Geräuschisolierung im Renault hervorragend ist. Tritt man das Gaspedal hört man genau das, was man von einem – sagen wir mal – Standardzweiliter in einem Standardauto erwartet: Es zeigt sich dass ein Verbrennungsmotor das Fahrzeug antreibt (ergo: Kraft-Fahrzeug), aber der Motor will nicht dass irgendwer irgendwas über ihn erfährt. Er möchte einfach nur stur seinen Job machen. So soll es dann eben sein: Bei einem solchen Auto geht das auch in Ordnung. Am Gaspedal hängt der Zweiliter ganz gut, jedoch hat mich noch vor Beginn der Fahrt stutzig gemacht, dass im Display beim Durchschnittsverbrauch knapp 11 Liter hinterlegt waren. Hmmm. Direkt mal genullt um zu sehen wo ich so lande. Bei dem Verbrauch würde ich nämlich schon erwarten dass ich etwas anderes als ein Standardauto habe: Etwas mit bumms, mit hörbarem Motor der fauchend Fussgänger vom Zebrastreifen verjagt und am liebsten kreuz und quer unter LKW-Anhängern durchfährt wie damals Bandit. Der spritsparende Charakter ist nämlich das einzige Argument das sonst für ein Standard-08/15-Triebwerk spricht.

Renault Laguna 2011 Review Ansicht vorne links

Zuhause wurde erstmal der Kofferraum befüllt. Da ist richtig Platz! Mir fällt auf Anhieb nichts ein was da nicht reinpassen würde. Sollte also in allen Lebenssituationen ausreichen. Teilweise konnten wir die Hutablage bei geöffnetem Kofferraum auch als Tisch verwenden.

Kurz darauf ging es auch schon auf die Autobahn. Immerhin war es 21:00 Uhr und wir hatten noch ca. 680km zu fahren. Auf den Strassen war wenig los und ich konnte meist den Tempomat verwenden. Die Bedienung ist so einfach wie bei jedem anderen Auto auch. Fahren, beim gewünschten Tempo Taste betätigen und fertig. Über einen Wippschalter auf der Mittelkonsole wählt man zwischen Tempomat und Tempolimiter. Alles andere erfolgt über die Tasten am Lenkrad. Das bereits angesprochene hässliche kleine Icon das eine Schaltkulisse darstellen soll zeigt einem mit zwei kleinen Pfeilen ob man runter oder rauf schalten soll. Eigentlich ist da immer nur ein Pfeil der so lange dableibt bis man den 6. Gang erreicht hat. Es spielt auch keine Rolle ob man knapp über 50 fährt. Zum Runterschalten fordert das Icon erst auf wenn die Drehzahl extrem niedrig fällt. Auch daran habe ich mich gehalten. Bei Ankunft zeigte mir die Verbrauchsanzeige einen Durchschnittsverbrauch von stolzen 9,8 Litern Super. Das nach 650km Autobahn, freie Fahrt und Tempomat bei 140km/h. Wow. Das ist…. ziemlich hoch. Im Internet auf der Seite von Renault ist zu lesen, dass der Verbrauch außerorts bei 6,1/8,6 Litern und kombiniert bei 7,5/10,7 Litern liegt…

Auf der Rückfahrt – hier hatten wir es mit viel Stau zu tun und sind bei Würzburg sogar Landstraße gefahren – ist der Verbrauch dann sogar auf 10,4 Liter angestiegen. Alles in allem war das Auto eigentlich ganz angenehm. Mich selbst hat das polterige Fahrwerk von allem am meisten gestört. Es kommt gar nicht der Gedanke auf dass man in einem soliden Auto sitzt. Das kann selbst ein Golf schon um mehrere Klassen besser! Es rappelt bei jeder Bodenwelle etwas im Fahrwerk. Ich mag vielleicht insgesamt ein wenig übertreiben, doch habe ich jederzeit gemerkt dass das Fahrwerk nicht recht weiss was es will. Eine unpräzise Lenkung ohne viel Rückmeldung wäre da natürlich im Zusammenspiel das schlimmste. Doch… well… leider ist die Lenkung auch nicht hundertprozentig überzeugend. Würde ich nun das Geld ausgeben um einen Laguna zu kaufen? ….Das Coupé schafft es im Gegensatz zur Limousine ja sogar die Sportlichkeit über das ganze Fahrzeugdesign zu erhalten… Aber nein. Ich wüsste andere Möglichkeiten das Geld auszugeben.

Was haltet ihr vom Laguna 2.0?

 

Review: Audi Q5 2.0 TDI

Vor einer Woche hatte ich die Gelegenheit den Audi Q5 3 Tage zu fahren. Hier jetzt wie versprochen ein kleiner Bericht.

Es war ein Q5 mit dem 2 Liter Turbodiesel. Ich bin kein sonderlich großer Fan von Dieselmotoren, besonders den Klang kann ich gar nicht leiden. Der einzige wirklich beeindruckende Dieselmotor ist der aus dem BMW 330d. Ein unglaublicher Durchzug! Aber sonst hat mich noch kein Diesel vom Hocker gehauen. Anders ist es bei der 2 Liter Maschine im Audi auch nicht. Ja, er hat guten Durchzug aber wirklich beeindrucken kann er nicht. Dafür ist er schön leise und kaum als Diesel zu erkennen, wenn man selbst drinsitzt und fährt. Der Verbrauch spricht natürlich immer für einen Diesel, aber was Fahrspaß angeht… Um mir wirklich eine Meinung zu bilden müsste ich den Q5 Benziner fahren, aber so kann ich nur sagen: Die Fahrleistungen reichen, um gut im Verkehr mitzuschwimmen. Einmal Kickdown und man kann bedenkenlos die Spur wechseln. Ich würde es so sagen: Für das Auto genau der richtige Motor wenn man Langstrecke fährt oder pendelt. Er bereitet einem keine Sorgen aber ist auch nicht unbedingt der Höhepunkt an diesem Auto. Das ist eher der Innenraum, aber dazu später mehr.

Mehr nach dem Klick auf  “weiterlesen”…

Weiterlesen