
Gibt es mal wieder etwas an einem meiner Autos zu reparieren verlasse ich mich für gewöhnlich auf “meine” Werkstatt. Die ist frei, sehr kompetent, bietet einen klasse Service und das zu einem angemessenen Preis. Ich will die Arbeit nicht missen und sie ist auch jeden Cent wert den ich zahlen muss.
Doch die Werkstatt ist auch ganze 60km von mir entfernt. Das ist aus zwei Gründen ein Problem:
1. Ich kann das Auto nicht hinbringen da ich arbeite
2. Ich komme ohne Leihwagen oder zweiten Fahrer nicht wieder zurück
Für größere Probleme oder Inspektionen nehme ich das gerne in Kauf. Doch manchmal muss eben nur etwas Kleines repariert oder geändert werden. Etwas was ich auch selbst machen könnte aber keine Zeit oder Lust habe. (Siehe Teaser-Foto :) )Für solche Fälle bieten sich Werkstattketten an. Wie A.T.U. oder Pit-Stop.
Der größte Unterschied zwischen beiden ist dieser: Während A.T.U. alle Arten von Reparaturen anbietet und meist auch noch einen Autoteile- und Autozubehör-Verkauf an die Werkstatt angeschlossen hat, beschränkt sich Pit-Stop auf die kleinen, schnellen Arbeiten. Bremsen, Stoßdämpfer, Reifen, Batterie, Autoscheiben, Verbrauchsteile (Ölwechsel etc.). Eigentlich genau die Sachen für die ich keine Fahrt in meine Werkstatt in Kauf nehmen würde.
Mit A.T.U. habe ich persönlich nur schlechte Erfahrung gemacht. Kleines Beispiel gefällig?
Mit dem Corsa unterwegs und auf der Autobahn den Auspuff verloren (what? genau!). Er hing noch drunter, also ganz so schlimm war’s nicht. An einer Raststätte unters Auto und Auspuff abmontiert. Da ich 700km von zuhause weg war und es kurz vor Wochenende war musste schnell ein passender Auspuff für die Rückfahrt her. A.T.U. hatte einen vorrätig. Der wurde druntergebaut, kurz vor Ladenschluss, der Corsa vor die Garage gestellt, die Tore geschlossen und ich soll währenddessen zahlen. Nach dem Zahlen ins Auto und Motor anlassen: Es knattert und scheppert wie verrückt. Ein Mitarbeiter war noch da, den konnte ich zwingen zu bleiben und widerwillig nochmal drunterzusehen: Die Manschetten waren verdreht und auch an anderen Stellen war der Auspuff einfach unsauber montiert und schlug gegen den Unterboden. Na super. Das kann ich auch. Zurück zuhause musste er dann auch nochmal in die Werkstatt. Der Auspuff war nicht dicht.
Bei Pit Stop verhält sich die Sache anders. Mir gefällt dass sie sich auf die schnellen Arbeiten beschränken und damit quasi die perfekte Ergänzung zur eigenen Lieblingswerkstatt bieten. Mein konkreter Fall: Wir haben nicht damit gerechnet dass unser Z3 so lange steht. Nun ist die Batterie leer (immernoch original von 2001) und ich befürchte sogar tiefentladen. Eine neue Batterie gibt’s natürlich auch im Internet aber mal ehrlich: Batterie bestellen, einsetzen und dann auch noch die alte entsorgen? Das ist mir irgendwie schon zu umständlich (der Entsorgen-Part). Dann lieber kurz zu Pit-Stop und das ganze Paket schnell und zu einem günstigen Preis. Genau das steht mir demnächst bevor. Dann werde ich euch auch hier von der Erfahrung berichten die ich mit Pit-Stop gemacht habe.
Bisher ist mein einziger Kontakt nämlich folgender gewesen: Mitten im tiefsten Winter vergangenen Jahres ist der Vorderreifen einer Freundin geplatzt, Ersatz musste her. Überall rumtelefoniert und natürlich gab’s nirgends mehr Reifen. Bei A.T.U. war die Aussage eines unfreundlichen kurz angebundenen Mitarbeiters am Telefon: “Der kann auch andere Reifen fahren, das passt dann schon”. Obwohl ich den Fahrzeugschein vor mir liegen hatte. Ergab eine hitzige Diskussion bei der ich Ihn auf seine Kompetenzen angesprochen habe. Denn: Er meinte sogar Reifen mit den Dimensionen sind total selten. Was nicht stimmt. Sehr seltsam alles. Insgesamt habe ich ohne Erfolg mit 4 ATU’s telefoniert an diesem Tag.
Bei Pit-Stop gab es keine passenden Reifen auf Lager aber sie meinten sie können Sie bis zum nächsten Tag organisieren und es sei auch kein Problem das Auto auf dem Hof stehen zu lassen falls wir es an dem Tag schon dorthin abschleppen lassen wollen (Ersatzreifen war nämlich nicht zur Hand. Es war ein uralter Fiesta und der hat das Ersatzrad hinten unter dem Auto. Das war alles hoffnungslos verrostet, auch der ADAC konnte da nicht helfen. Der Reifen wäre wohl sowieso unbrauchbar gewesen.). Sie würden es dann auch direkt morgens erledigen. So soll das laufen!
Pit Stop wurde letztes Jahr von der PV Automotive GmbH übernommen. Die will Pit-Stop in ein Franchise-Unternehmen umwandeln. Daher sollen Mitarbeiter in den Niederlassungen dazu bewegt werden Franchise-Nehmer zu werden. Die Argumentation: Wenn der Laden einem selbst gehört steckt man auch mehr Herzblut rein. Laut einem FAZ-Artikel war die Übernahme nicht ganz selbstlos: Pit-Stop war auch schon vorher ein “wichtiger Kunde des Großhändlers PV Automotive” (F.A.Z. vom 1.8.2010), daher ist das weitere Bestehen der Kette natürlich wichtig für den Essener Großhändler.
Übrigens: Am Montag, den 5.3.2012 um 21:15 Uhr ist der Geschäftsführer der Pit-Stop Systempartner GmbH, Stefan Kulas, in der Sendung “Undercover Boss” auf RTL zu sehen. Er versucht sich als Azubi in einer der Werkstätten.








Der Junge hat echt was aufm Kasten…