Wie besessen kann ein Mann sein? Doku zu Pagani bei National Geographic

Pagani Huayra 2011 - National Geographic

Es gibt einige Menschen, die sind besessen von einer Idee. Sie suchen Perfektion und legen eine Passion an den Tag, die ihresgleichen sucht. Auch wenn die Hypercars von Pagani nie so richtig mein Fall waren, so bewundere ich doch den Mann hinter diesen exklusiven Sportwagen für seine Hingabe. Sein Name ist Horacio Pagani und er ist nicht etwa Italiener (was man Aufgrund des Firmenstandorts San Cesario sul Panaro nahe Modena vermuten könnte), sondern Argentinier.

Fahrbericht Mercedes-Benz A250 (2012 / W176): Wie Neugeboren

Mercedes-Benz A250 2013 Rot AMG Sport: Aussen, Teaser

So ist das heutzutage: Ein Mercedes hat rot zu sein. Zumindest ist der A250 bereits der dritte Sternenkreuzer in diesem auffälligen Rot – nach dem CLS 63 AMG und dem SLK 250 CDI, dem ich zwei Wochen Testbetrieb gegönnt habe. Hier kommt nun der Fahrbericht zum A250, in ein paar Wochen gibt es dann zum A250 Sport, den ich ebenfalls testen werde, den “storygetriebenen” Bericht.

Mercedes SLS Black Series und SLS Electric Drive exklusiv bei rad-ab

Mercedes-Benz SLS AMG Black Series und Electric Drive in Frankreich, 2013

An eines scheinen die Leute bei Mercedes respektive bei AMG bei der Farbwahl für den SLS AMG nicht gedacht zu haben: An Fotografen. Neongelb? Chromblau? Für die Nachbearbeitung ist das eine ziemliche Herausforderung. Aber darum geht es gar nicht: Vor kurzem war die Vorstellung des brandneuen Mercedes SLS AMG Black Series und des rein elektrischen “Electric Drive” in Südfrankreich. Und Jens von rad-ab war vor Ort.

Fahrevent: Mercedes-Benz E63 AMG – Barcelona, meine Teure

Mercedes E63 AMG S-Modell 4MATIC T-Modell 2013 - Grau - Barcelona: Teaser

DISCLOSURE:
Ich wurde von Mercedes-Benz nach Barcelona, Spanien, eingeladen, um die neue E-Klasse kennenzulernen. Anreise, Verpflegung und Unterkunft wurden von Mercedes übernommen.

Barcelona, meine Teure, ich möchte dir den neuen E63 AMG vorstellen. Sohn aus gutem Hause, wohlerzogen, sportlich. Genau der Richtige, um deinem Temperament etwas entgegenzusetzen. Nochmals leicht verfeinert als S-Modell (585PS) und erstmals mit Allradantrieb 4Matic. Ihr werdet euch lieben…

Fahrbericht Mercedes-Benz E 350 Coupé (C207): Rendezvous mit Klasse

Mercedes-Benz E 350 Coupé Weiss 2012: Teaser, Hinten Links

Es gibt einen Jahrestag zu feiern. Melegim und ich haben da so ein kleines Spielchen, das wir gerne bei solchen Anlässen spielen. Wir nennen es gerne “Neuentdecken”. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Rollenspiel. Das funktioniert so: Wir vereinbaren einen Treffpunkt und sobald wir uns finden, sind wir andere Personen als wir selbst. Wir überlegen uns Rollen, die wir spielen möchten und leben diese dann aus. Kann ich jedem Mal empfehlen, es passieren wirklich lustige Dinge dabei. Bei unserem letzten Date war ich ein Schauspiel-Student mit italienischen Wurzeln, der aber leider kein italienisch spricht und Melegim war eine Halbfranzösin. Ihren Job habe ich leider vergessen.

Fahrbericht Mercedes-Benz SLK 250 CDI (R172): Das Streben nach Glück

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Teaser Außen Vorne

Neulich habe ich mich abends ins Bett gelegt und ein unglaubliches Gefühl von Glück verspürt. Kennt ihr das? Ich habe angefangen zu lächeln und habe es so sehr genossen einfach im Bett zu liegen, nach einem anstrengenden Tag. Beine ausstrecken, Arme ausbreiten. Da dachte ich mir: Wie wenig doch dazu nötig ist, glücklich zu sein. Trotzdem ist es manchmal so schwer einen solchen Moment zu erleben. Und da kam mir der Gedanke: Dieser SLK, der da vor meiner Tür steht. Der verkörpert genau dieses Gefühl.

Um das zu beweisen, suche ich mir einen Mitstreiter, an dem ich das austesten werde. Er fährt, ich beobachte seine Mundwinkel. Wenn sie sich nach oben bewegen, so ist meine These bestätigt.

“Hey, hast du Lust mit dem SLK ein wenig rumzukurven? Du fährst.”
“Na klar, warum nicht? Lass mich nur kurz meine coole Sonnenbrille holen.”

 

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Oben Vogelperspektive

Von mir selbst weiß ich, dass ich mit dem SLK (R172, ab 2011) viel Spaß habe. Endlich eine deutlich charakterstärkere Version des Roadsters aus Stuttgart. Kantig und sportlich. Ich fahre selbst Z3 und wollte einfach mal wissen, wie es sich mit Dieselmotor unter der langen, gestreckten Motorhaube, fährt. Ein Experiment sozusagen. Hat dieses Auto überhaupt eine Daseinsberechtigung?

Sieht man auf den Verbrauch und die dadurch entstehenden Kosten, besteht kein Zweifel. Genauso, wenn man sich die gewaltigen 500Nm Drehmoment des 4-Zylinder Diesels auf der Zunge zergehen lässt. Doch fährt man in der Stadt, ist es gut, dass die Start-Stop-Automatik an der Ampel den Motor abschaltet. Diesel klingt immernoch nach Diesel. Bei niedrigen Geschwindigkeiten ist auch die verbaute Harman/Kardon-Anlage ganz praktisch, um den Diesel zu übertünchen. Anders, wenn man auf der Landstraße Gas gibt. Ich weiss nicht, wie die Ingenieure das hinbekommen haben. Doch gibt man ordentlich Gas und schaltet spät, hört sich der Motor kernig an. Wirklich nicht so, wie man es von einem Diesel erwartet. Fazit hier also: Immer draufhalten, schnell fahren! Wegen dem geringen Verbrauch kann man sich genau das auch locker leisten. 6,8 Liter Diesel habe ich über mehr als 1500km im Schnitt verbraucht. Bei forscher Fahrweise. Mir persönlich wäre, gerade bei einem Roadster, ein Motor mit viel Drehzahl lieber. Wer jedoch einen sportlichen Zweisitzer will, um damit täglich offen zur Arbeit zu fahren, könnte hier durchaus goldrichtig liegen.

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Oben Links Hinten Heck Offen

Wir fahren quer durch Köln. Ohne Ziel, ohne Navi. Die Sonne scheint, es hat locker 26 Grad. Samstagsverkehr überall. Wenn es nicht weitergeht, biegen wir ab. Nur nicht im Stau landen!

“Ich muss sagen, ich bin echt begeistert. Der sitzt wie ein Handschuh. Was Materialien und Haptik angeht kann Mercedes echt niemand was vormachen.”

An jeder Ampel ist der SLK den anderen einen Schritt voraus. Etwas zuviel Gas und die Reifen quietschen. Nicht aus dem Stand, sondern ein paar Meter nach dem Anfahren. Es macht Spaß dieses “mit dem Kopf nach hinten nicken” beim Beschleunigen. Die Gangwechsel erfolgen schnell. So schnell, dass keine Kraftunterbrechung spürbar ist. Am sprichwörtlichen Gummiband.

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Sonnenschein Nahaufnahme Vorderrad

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Front angeschnitten Ausfahrt Garage

Diese Kraft in einem wirklich kompakten Sportler. Ich liebe diese kleinen, offenen Flitzer. Passen viel besser zu mir, als die ganzen großen Fahrzeuge. Ein Wärter, der auf der Arbeit die einfahrenden Autos kontrollieren muss, meinte neulich zu mir: “Den erkenne ich immer wieder! Das schönste Auto in ganz Bad Godersberg! Gefällt mir richtig gut.”
“Finden Sie? Warum holen sie sich dann nicht einfach so einen?”
“Ach, wissen sie, dafür bin ich zu alt…”
“Ach kommen sie… eigentlich ist man nie zu alt, um das zu tun, worauf man Lust hat.”
“Da haben sie Recht.”
Er lächelte mich nur müde an und sah mir hinterher.
Ich weiss, erstens Bad Godesberg ist nur klein, und ich weiß zweitens, er wird sich möglicherweise den SLK nicht leisten können. Doch man weiß ja nie was der nächste Tag so bringt.

Kölns Straßen werden immer voller. Wann sollen die Leute auch sonst shoppen gehen. Dann sind auch noch überall Baustellen. Also am besten ein wenig raus aus der Stadt.

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Front Froschperspektive dynamisch

Ein wenig Autobahn müssen wir fahren, um rauszukommen. Jenseits der 140km/h ist die Beschleunigung natürlich nicht mehr so beeindruckend wie unten raus. Bei offener Fahrt formt sich ab 180km/h dann ein Orkan, der gehörig über das Auto fegt. Da empfiehlt es sich das Dach zu schließen, wenn man es mal eilig hat.

Bei geschlossenem Dach ist der Innenraum ähnlich ruhig wie in einem Coupé. Was soll man anderes von einem Stahlklappdach erwarten? Ein tolles Gimmick ist im SLK noch verbaut: Per Tastendruck lässt sich die im Dach eingebaute Scheibe von halbtransparent auf transparent schalten (Magic Sky Control nennt sich das). Der Unterschied, was die Helligkeit im Fahrzeuginneren angeht, ist gewaltig. Ein anderes Feature, das sich auch als Gimmick bezeichnen lässt, ist die unter der Kopfstütze angebrachte Lüftung, genannt Air-Scarf. In drei Stufen einstellbar beugt sie dem kalten Wind am Nacken vor. So lässt sich auch bei niedrigeren Temperaturen offen fahren. Im Zusammenspiel mit der Sitzheizung ist der SLK also voll wintertauglich – offen wohlgemerkt!

Runter von der Autobahn, Dach wieder auf – was aufgrund der Stahlkonstruktion nur im Stand funktioniert – und auf die Landstraße.

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Schulterblick Außenspiegel

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Fahrt in der Stadt mit Motorrad im Bild

Der SLK liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Das Lenkrad vermittelt auf sehr analoge und direkte Art zwischen der Fahrbahn und dem Fahrer. Die Schaltung schaltet im Sportmodus schön früh einen Gang zurück. Auch hier auf der Landstraße ist man schneller als alle anderen. Lange, extrem lange Kurven (wie oft bei Autobahnauffahrten) sind das Lieblingsspielzeug des SLK. Er demonstriert hier, dass er niemals loslässt, selbst bei sich zuziehenden Kurven noch genug Spielraum hat, um souverän und spielerisch seine Kreise zu ziehen, die Kurvenradien umzirkelt und durchaus noch eine Ecke schneller fahren könnte.

Ich hatte was das angeht sehr viel Spaß mit dem SLK, mein Probant auf dem Fahrersitz aber dem Anschein nach keinesfalls weniger.

 

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen dynamische Fahraufnahme Kurve

Die Kurven kommen von ganz alleine, Fahrer und Fahrzeug stimmen sich aufeinander ein. Vom Beifahrersitz aus lässt sich immer schön beobachten wie beide verschmelzen und die Lenkbewegungen zu einer flüssigen Bewegung werden. Ich ahne schon, dass bald der Moment kommen wird. Der Moment an dem feststeht, ob der SLK für dieses plötzliche Glücksgefühl steht.

Es ist meine aufrichtige Meinung: Der SLK sieht endlich erwachsen und richtig toll aus. Der eine oder andere SLS-Fahrer wird sich geärgert haben, als er das erste Mal den Innenraum des SLK gesehen hat. Der eine oder andere SL-Fahrer dürfte sich ärgern, weil der kleine Bruder von vorne so sehr zum verwechseln ähnlich aussieht. Den SLK Fahrer wird beides dagegen eher freuen. Er profitiert in beiden Fällen vom tollen Design. Und hat dafür deutlich weniger gezahlt. Noch etwas: Das Sport-Paket AMG ist ein absolutes Muss. Darauf könnte ich nicht verzichten. Die Felgen sind “totally gorgeous”, die roten Gurte sind sexy, die Kontrastnähte genauso, die Schürzen lassen den SLK nochmal tiefer, breiter und sportlicher aussehen – ohne zur Karikatur seiner selbst zu werden. Im “Basisdesign” sieht der SLK sehr viel zahmer aus.

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Dach geschlossen

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Außen Dach geschlossen dynamisch Vorbeifahrt

Wir fahren eine Allee lang, wunderschöne Bäume links und rechts, vor uns die Straße frei. Habe ich euch je gesagt, dass man Alleen immer offen fahren muss? Dieses Lichtspiel aus Sonne und Schatten, das Rauschen der Bäume über einem. Die kühle Luft. Ich blicke rüber zum Fahrer und da sehe ich es. Ein Lächeln umspielt seine Lippen. Er sitzt entspannt am Lenkrad, linker Ellenbogen auf der Tür und mit der linken Hand den Kopf stützend. Versunken in Gedanken oder den Moment genießend. Möglicherweise ist beides ja auch dasselbe. Er bemerkt, dass ich ihn beobachte. Sieht mich an. Wir blicken wieder nach vorne und fahren weiter. Bis die Luft kühler wird und die Zirkaden um uns herum immer spitzer schreien. Morgen muss ich den SLK wieder abgeben, zu schade.

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Innen Vordersitze

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Innen Fahrerplatz und Cockpit

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Innen Nahaufnahme Lüftungsdüsen

Mercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Innen Ambilight rotes Licht bei Nacht

Hier noch ein kleines Video von mir, welches das Öffnen und Schließen des Verdecks zeigt:

17-TesturteiMercedes SLK 250 CDI Sport-Paket AMG 2012 Rot: Reviewurteil, Testurteil, Bewertung

Weitere Artikel zum Mercedes SLK:

“Ersteindruck” Mercedes-Benz SLK 250 CDI

Mercedes SLK 250 CDI 2012 Rot AMG-Paket Ersteindruck Standaufnahme

Diesmal steht das Wörtchen “Ersteindruck” in Anführungsstrichen, da ich hier keinen Ersteindruck wie sonst üblich mitteilen werde. Der Grund ist schnell gesagt: Bereits dieses Wochenende muss der endgültige Fahrbericht fertig werden und für einen Ersteindruck fahre ich den SLK schon zu lange.

Vom Auto selbst bin ich mehr als positiv überrascht. Ich fahre ja selbst einen Z3 und weiß daher genau worauf ich bei einem Roadster achten muss. Bzw. was mir wichtig ist. Der SLK lässt sich ungemein spritzig und sportlich fahren. Von der ersten Sekunde an fühlt man sich erstens wohl am Arbeitsplatz und zweitens so, als ob man genau hier hin gehört.

Die Sache mit dem Diesel ist dann wieder so eine Sache. Ich muss zugeben, so ganz konnte mich der 250 CDI nicht davon überzeugen, dass ein Dieselmotor in einen Roadster passt. Der Klang im Stand. Wobei… wenn man beschleunigt, bei höheren Drehzahlen.. da verhält es sich wieder ganz anders. Dann noch die eingesparten Kosten…. ach, ich rede mal lieber nicht weiter. Im Fahrbericht werdet ihr alle Details dazu finden. Ich will ja nicht zuviel verraten ;)

Highlight übrigens: Das Sport-Paket AMG

Dieses Wochenende geht es an den Nürburgring zum AvD Oldtimer Grand Prix, dort werde ich vor Ort für Material sorgen und außerdem die gesamte Jaguar-Modellpalette durch die Eifel jagen. Wobei: Jagen ist das falsche Wort. Jaguar baut Automobile, die für Understatement stehen. Chauffieren ist das passendere Wort. Solltet ihr auch dort sein, schreib mir über Facebook eine Nachricht und man sieht sich!

Fahrbericht Mercedes-Benz CLS 63 AMG: Besser geht’s nicht

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Teaser Schloss Bensberg

 

Prolog

 

Eigentlich war alles völlig anders geplant. Mit dem knallroten CLS 63 AMG sollte ein Photoshooting stattfinden. Nachts, mit viel Brimborium und ohne Aufwand zu scheuen. Doch sollte das Wetter nicht mitspielen. Natürlich war es positiv dass in Köln am Wochenende das erste Mal 30 Grad erreicht wurden. Nachts – das Shooting ging um 0:00 Uhr los – führte das allerdings dazu, dass im Zusammenspiel mit der hohen Luftfeuchtigkeit ein feiner Nebel in der Luft lag. Die für die dazugehörige Fotostory nötige extreme Tiefe der Aufnahmen war somit nicht zu realisieren. Enttäuschend. Vor allem nachdem mich Mercedes bei der Aktion so vorbildlich unterstützt hat. Ändern kann man es nicht, die Fotostory kommt wann anders und in den nächsten Tagen bekommt ihr nochmal einen kleinen Teaser zu sehen der hoffentlich Lust auf mehr macht.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Nacht Vorne Rechts parkend

 

Die Konsequenz daraus ist: Ihr bekommt die Details zum CLS per “normalem” Fahrbericht. Los geht’s.

Lasset die Zahlen sprechen

 

Jeder der mir in dieser Woche Fragen zum CLS AMG gestellt hat hat von mir dieselbe Zahlenkolonne geliefert bekommen: 525 PS, 700Nm, 4,4 Sekunden für den Spurt von Null auf Hundert, 13 Liter Verbrauch, 130.000 Euro. Mehr braucht man eigentlich auch kaum zu sagen. Interessant finde ich, dass scheinbar jedem auffällt, dass das Auto etwas besonderes ist. Auch wenn ich es eigentlich – bis auf die knallrote Lackierug – als Wolf im Schafspelz bezeichnen würde. Ich denke nicht dass Leute die wenig Ahnung von Autos haben das Fahrzeug in Vergleich zu einem CLS Diesel richtig einordnen können. Das Tuning ist dezent und beschränkt sich auf gewaltige 20″-Felgen mit 285/30er Bereifung hinten und vier Endrohre. Wer Spoilerwerk sucht ist hier falsch. Zum Glück.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Heck Details

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Motorabdeckung Plakette

 Design

 

Denn der CLS ist meiner Meinung nach einer der schönsten, zeitlosesten Mercedes. Die erste Generation hat eine neue Fahrzeuggattung begründet und bei Mercedes den Wandel zu mehr Qualität eingeleutet nachdem man mit Problemen zu kämpfen hatte. Das erste viertürige Coupe. Das Auto wölbt sich über die Radhäuser, die Seitenfenster gleichen einem Schlitz, die Motorhaube ist riesig groß wie ein Zweipersonenbett, Bei 2 Metern Fahrzeugbreite entspricht es einem Kingsize wohlgemerkt, und das Heck knackig kurz mit einer hohen Abrisskante. Hat mich – besonders beim Vorgänger – an den Camaro aus den späten 60ern erinnert. Was das Heck angeht scheinen sich die Meinungen zu teilen. Manche meinten zu mir die Rückleuchten seien zu groß und würden an Fischaugen erinnern. Ich finde gerade beim AMG das Heck absolut stimmig, bei kleineren Motorisierungen jedoch stimme ich zu: Die Heckleuchten könnten einen Tick kleiner sein. Wie so oft ist das aber nörgeln auf hohem Niveau.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Frontansicht

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Hinten Links

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Seitenansicht

Der Innenraum ist längst meilenweit weg von den biederen, eher konservativen, Armaturen die man einst von der Marke mit dem Stern gewohnt war. Der CLS glänzt hier heutzutage durch edle Materialien und ganz in schwarz. Lederbezogenes Armaturenbrett, hochglanz-schwarze Zierleisten. Sportlich, zeitlos, elegant. Zu der analogen Uhr von IWC zwischen den Lüftungsdüsen hat jeder, ausnahmlos jeder, der mitgefahren ist einen Kommentar abgegeben. Die Geschmäcker scheiden sich an diesem Detail. Für was sich Designer manchmal rechtfertigen müssen…

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Innenraum Fahrerplatz Cockpit

Anlassen, bitte!

 

Ich weiss, ich spanne euch auf die Folter. Alles was ich bisher geschrieben habe interessiert euch nicht im geringsten. Ihr seid nur immernoch hier, weil ihr den V8-Motor er-”lesen” wollt. Nun gut:

Auto mit der Zentralverriegelung entsperren. Wie ein Kampfjet zischt der CLS kurz und entlässt einen Luftstoß aus dem Fahrwerk. Nach dem Einsteigen das erste was man machen sollte: Das Fahrerfenster einen Spalt runterlassen. Erst danach bitte den Zündschlüssel drehen. Der CLS blubbert sich wach, brabbelt Kauderwelsch welches sich als kraftvolles, unanständiges Grummeln aus tiefster Kehler beschreiben lässt. Erotik für die Sinne. Er klingt so wie ich als Kind immer klingen wollte wenn ich mit dem Mund Motorgeräusche gemacht habe. Diesen ersten Moment sollte man immer genießen. Hab ich auch gemacht. Denn nach ca. 15 Sekunden wird der Motor plötzlich leise. Ganz leise. Und ist nicht mehr hörbar. Schade, schade. Auch an der Ampel gibt es, ob mit oder ohne Start-Stopp-Automatik, kaum etwas zu hören.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Heck von Unten

 

Let’s cruise

 

Parkplatz verlassen (die Übersicht ist sehr gut, die Außenspiegel riesig und das PDC verlässlich) und auf die Straße. Schön langsam auf die erste Ampel zurollen. So.

3…

2…

1…

Gaspedal durchtreten, oder ein klein wenig mit den Zehen streicheln und der CLS schiebt an. So ordentlich dass man im Sitz versinkt, denkt aus dem Stand abheben zu können. Der V8 Motor wird lauter und lauter, die Räder quietschen und los geht’s. Zweiter Gang, wieder leicht von Reibungsverlust gequälte Reifen, ein kleiner Versatz des Hecks zur Seite und sofort weiter. Von jeder Unebenheit scheint der CLS mit Anlauf abzuspringen um gefühlte 100 Meter weiter wieder aufzukommen. Wie ein Puma. Tief am Boden. Nichts bringt ihn aus der Ruhe.

Das kann man den ganzen lieben langen Tag machen. Immer und immer wieder. Langweilig wird es nie, das verspreche ich euch an dieser Stelle hoch und heilig. Geht man irgendwann wieder vom Gas, wird der Motor wieder unhörbar, der Komfort steigt auf Oberklassen-Niveau und man fährt entspannt weiter. Ob man bei 130km/h oder bei 250km/h vom Gas geht macht was dieses Erlebnis angeht absolut keinen Unterschied. Beide Geschwindigkeiten fühlen sich gleich an, es ist nicht lauter oder hektischer im Auto. Jederzeit totale Kontrolle über die Technik. Dieses Auto macht einfach alles was man von ihm will, ohne Gegenfragen.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Nahaufnahmen

 

Es passt überall und immer

 

Im Zusammenspiel mit so viel Leistung ist das Wohlbefinden des Fahrers natürlich entscheidend. Umso mehr freut es mich dass selbst ich mit meiner, sagen wir, zierlichen Figur die breiten, massigen Sitze ideal einstellen konnte. Neben den normalen Verstellmöglichkeiten in alle Richtungen und Winkeln können über Drehregler an der Seitenwange des Sitzes einige Luftpolster verstellt werden. Neben der klassischen Variante für das Kreuz auch z.B. Die Seitenteile der Rückenlehne. Dadurch ist man mit dem Körper förmlich im Sitz gefangen und bleibt selbst in der engsten Kurve bombenfest am Platz. Bei hohen Querbeschleunigungen ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor wenn es darum geht das Gefühl zu vermitteln, der Fahrer habe die Kontrolle über das Fahrzeug. Natürlich spielt hier die direkte Lenkung auch rein.

 

Also fassen wir soweit mal zusammen: Verflucht viel Leistung, Sehr hoher Grip, kaum Nick- und Neigungsbewegungen, brachialer Sound, das Gefühl absoluter Kontrolle über die Elemente. Was fehlt noch?

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Scheinwerfer Xenon Linse LED Nahaufnahme

Bitte nicht…

 

Ihr wollt doch jetzt nicht wirklich etwas zum Kofferraumvolumen hören, oder? Mehr als folgendes sage ich nicht: Platz ist jede Menge im Kofferraum, es gibt Haken für Taschen und sowas. Ablagen gibts auch viele im Innenraum. Hinten hat man mehr als genug Beinfreiheit, die Kopffreiheit ist völlig ausreichend für Jedermann. Die Tankklappe ist rechts und die Radioantenne auf dem Dach. Zufrieden? Zurück zum Fahrspaß, bitte!

 

Gänge sortieren: Besser automatisch

 

Außer dem Motor ist ja das Getriebe ein wichtiger Faktor für den Fahrspaß. Der CLS 63 AMG verfügt über das SPEEDSHIFT MCT 7-Gang Getriebe von AMG. Auch im SLS vorzufinden, dann allerdings als DCT. Ich hatte schonmal beim SLS geschrieben wie toll ich es finde, wenn man Leuten die schonmal Automatik gefahren sind trotzdem sagen muss, dass sie für “Parken” die Taste drücken müssen und bitte NICHT den Hebel nach vorne bewegen. Da befindet sich nämlich der Rückwärtsgang. Das Design des gesamten Mitteltunnels ist verflucht technisch und kühl. Genau mein Ding – seht euch das Foto an:

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Mittelkonsole Mitteltunnel Schalthebel

Neben dem Hebel zum Auswählen der Fahrtrichtung befindet sich ein Drehregler zur Auswahl des Getriebeprogramms (Comfort, Sport, Sport+, Manual und Race – dazu gibts gleich mehr), eine Taste zur Veränderung des Fahrwerks (Comfort, Sportlich, Brachial), eine Taste zum Einschalten der Sportabstimmung der elektrischen Helferlein und eine Taste die den selbstbewussten Aufdruck “AMG” trägt und mit der sich eine bestimmte Kombination der zuvor genannten Funktionen speichern und direkt abrufen lässt.

Ich vermute auch für euch ist das meiste selbsterklärend. Zwei Dinge möchte ich anmerken: Der manuelle Modus ist immernoch nix für mich. Einfach mal bei 50km/h in den 7. Gang schalten? Nix da. Zu früh zurückschalten? Nix da. Klar, beides ist suboptimal für das Auto, doch bei einem manuellen Getriebe kann man tun und lassen was man will. So soll es auch sein. Immerhin: Von alleine hochschalten tut er auch nicht. Zieht man nicht am Paddel hinter dem Lenkrad bleibt der CLS schön im Drehzahlbegrenzer hängen, bis man ihn erlöst. Alles in allem hatte ich zu oft das Gefühl dass er einfach nicht in dem Gang ist in dem ich ihn gerade gerne hätte. Immer musste ich auf das Display sehen um zu sehen welcher Gang denn nun anliegt. Andererseits: Typisch Musclecar ist sowieso eine Automatik. Besser lässt es sich anders nicht cruisen.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Flanke Rechts Aussenspiegel

Die andere Sache die ich erwähnen möchte: Der Drehregler zur Auswahl des Getriebeprogramms verfügt auf der 6-Uhr-Stellung über den Modus “RS”. Steht für Race-Start. Die Frage in die Runde: Wie kommt man da hin? Einfach hindrehen ist nicht. Kombinationen mit den anderen Tasten? Auch nix. Hmm, gleich mal googlen. Siehe da:

Maximale Dynamik verspricht die RACE START-Funktion: Der Fahrer muss bei stehendem Fahrzeug die ESP-Sportfunktion aktivieren und mit dem linken Fuß das Bremspedal betätigen. Nach vorgewählter RACE START-Logik am Drehschalter erfolgt eine Sicherheitsabfrage im AMG Zentral-Display. Nun muss der Fahrer durch einmaliges Ziehen am Schaltpaddle „Up“ eine Bestätigung für die RACE START-Funktion vornehmen, das Gaspedal ganz durchtreten und die Bremse lösen. Die optimale Anfahrdrehzahl wird vollautomatisch eingeregelt und die Beschleunigung – auf Wunsch auch bis zur Höchstgeschwindigkeit – erfolgt mit perfekter Traktion. Der Fahrer braucht nicht manuell zu schalten, das AMG Getriebe wechselt die Gänge mithilfe kürzester Schaltzeiten.

Quelle: Mercedes-Benz Passion

Also. Das ist zu viel. Ich möchte euch mal sagen was ich zu diesen “Superstart”-Funktionen denke: Sie wurden nur eingeführt damit auch der 08/15-Sportwagenfahrer behaupten kann, dass er dieselbe Beschleunigungszeit von 0 auf 100 hinbekommt wie auf dem Datenblatt versprochen. Früher stand da sowas wie 5 Sekunden im Autoquartett, aber man musste Profi sein um eine Zeit unter 7 Sekunden zu erreichen. Perfekt schalten, perfekte Anfangsdrehzahl, perfekte Reifentemperatur usw.

Dass diese Fünf-Schritt-Aktivierungen ziemlich realitätsfremd sind ist klar. Wer will schon die Bedienungsanleitung studieren bevor er Vollgas gibt?

Solltet ihr den CLS 63 AMG fahren könnt ihr diese Funktion schlicht ignorieren. Einfach auf S+ schalten und ihr bekommt mehr als genug Beschleunigung.

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Mode Model Frau

“Das ist ja wie Achterbahn fahren”

 

Was dieses Überauto bewirken kann lässt sich mit einem Beispiel einfachen belegen:

Personen die vorher zu mir meinten: “Einfach zum Spaß Auto fahren? Ist doch voll blöd! Ihr seid ja irre.” (Wörtliches Zitat) stehen plötzlich vor mir und sagen “Wow! Das macht total Spaß. Danach könnte ich ja nicht mehr zu meinem Kleinwagen wechseln.” und sehen sich euphorisch die Konfigurationsmöglichkeiten für den CLS im Internet an. Träumen darf eben doch jeder.

 

Mercedes-Benz CLS 63 AMG 2012 rot Fahrbericht: Testurteil Zusammenfassung

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Model: Merry