Und wenn wir schon beim Thema “Kurzfilme” sind: Da hat Jaguar nun wirklich keine Kosten gescheut und präsentiert den Kurzfilm “Desire”. Ich hatte vor ein paar Monaten schon den Kurzfilm von Jaguar zum neuen F-Type angekündigt, nun ist er erschienen. Das Video und mehr Infos nach Klick auf “weiter”.
Es wurde in Nizza schon dunkel, als ich die Gelegenheit hatte, das neue Beetle Cabrio hinter mir zu lassen und mich in das Cockpit des Golf R Cabrios zu schmeißen. Ich bin nicht wirklich ein Golf-Freund (wie vermutlich die meisten Auto-Aficionados – außer GTI-Anhänger), aber der Type R hat mich ein wenig eines Besseren belehrt. Aber lest selbst…
GASTARTIKEL VON KOWALSKI Dies ist bereits der zweite Gastartikel von Kowalski auf meinem Blog. Diesmal lässt er uns an seinen Erfahrungen bei einem Drifttraining teilhaben. Ich sage dazu nur eines: Besser hätte ich nicht zum Ausdruck bringen können, welche Gefühle der perfekte Drift auslösen kann. Viel Spaß beim Lesen!
Winter in Berlin. Ich befreie den Platz vor meiner Garage eine geschlagene Stunde von Schnee und Eis. Aber – es ist endlich soweit: Like every winter geht es mit meinem Briten wieder in die Alpen aufs Eis!
Phase 1: Vorfreude
Schlüssel umdrehen und den V8 zum Leben erwachen lassen. Die Tour Berlin–Saalfelden (742 km) kann beginnen. Ab auf die Autobahn. Strecke machen. Der Wagen erscheint mir dabei wie eine Blase, die mich vor der Welt da draußen abschirmt. Hier drin gibt es kein Ankommen, hier gibt es nur das Unterwegssein. Alles ist ruhig – vor allem man selbst. Cruisen, viel aus dem Fenster schauen, nachdenken oder einfach nur fahren – und sein. Nirgendwo geht das besser als im Auto. So schön und unaufgeregt kann das Leben sein… Mal sehen, mit was die Audioanlage anzubieten hat: „Aloe Blacc – Good Things“ – Ja! Passt für einen Roadtrip!
Was verbindet man mit Nizza? Ganz klar: Schönes Wetter, Sonne, Strand, Meer, tolle Hotels. Cannes ist um die Ecke, genauso Monaco. Was aber passiert, wenn man dort ein Cabrio vorstellen will und ich vor Ort bin? Ganz klar: Regen, trübes, nasses Wetter, unter 10 Grad Aussentemperatur und auch das eine oder andere Flöckchen Schnee. Meine Ansage dazu: Challenge accepted!
Ach, das ist wieder so eine neverending story. Und ich bin es wirklich leid. Unser Z3 hat uns die letzten Jahre treue Dienste als Erstfahrzeug geleistet. Sommer und Winter, bei Regen, Dreck, Wind und Schnee. Dafür und für vieles andere lieben wir ihn. Er ist untrennbar mit unserem Kennenlernen und unserer Beziehung verwoben. Dafür und für vieles andere werden wir ihn niemals verkaufen. Und was er sich verdient hat ist, dass er in perfektem, makellosen Zustand im Trockenen stehen soll. Um für die wenigen Ausfahrten, die wir zu zweit noch machen können, bereit zu stehen. Das will ich für ihn. Wenn unser Sohn dann irgendwann alt genug ist, fahre ich oder fährt Melegim mit ihm durch die Landschaft. Ist das nicht schön?
Nur nehmen die Problemchen einfach kein Ende. Wir haben nunmal inzwischen ein kleines Kind und können nicht täglich mit ihm fahren. Genau das scheint er uns übel zu nehmen. Wir sind weit entfernt vom Zustand, dass er perfekt hergerichtet in der Tiefgarage steht.
Nach meinem Betonpfeilerkontakt vergangenes Jahr ist natürlich alles nur schlimmer geworden. Wir erinnern uns: Kotflügel, Fahrertür, Schweller, Aussenspiegel mussten getauscht werden. Es ist zwar alles auch wirklich in einer Fachwerkstatt eingestellt worden, aber die Fahrertür schließt nicht mehr so satt wie früher. Die Windgeräusche sind m.E. auch etwas lauter.
Als wir vergangenen Samstag endlich mal wieder die Gelegenheit hatten zu zweit bei schönem Wetter den Roadster auszufahren, da wollte er nicht anspringen. Selbst mit Starthilfe nicht. Das hatte ich schonmal und habe danach die Batterie neu geladen. Doch sie ist wieder tot – was ihr bei einem Alter von 10 Jahren ja auch echt niemand krumm nehmen kann. Also war die Ausfahrt (die erste nach mehreren Monaten) wieder gestorben.
Neue Batterie ist inzwischen gekauft und drin (Ein aufrichtig tolles Gefühl. Das hat er sich verdient!). Bremsen sind auch neu, nachdem vorher immernoch die Originalbremsen (!!) drin waren. Ganze 110.000km und 11 Jahre haben sie gehalten. Reifen hinten sind auch neu.
Inzwischen bin ich frustriert. Am liebsten hätte ich einen perfekt gepflegten Roadster in der Garage stehen. Doch dazu fehlt mir das Geld. Und die Mängel werden immer mehr: Vergangenen Dienstag sollte der TÜV neu gemacht werden. Alles anstandslos überstanden, doch ein kleines Loch im Auspuff gibt den Todesstoß bei den Abgaswerten. Als ich ihn abholen wollte fällt mir auf, dass die Fahrertür sich kaum entriegeln lässt. Sie ging schon nicht mehr über die ZV auf und zu, sondern nur manuell. Aber jetzt dreht sich das Schloss auch noch endlos weiter, bevor es irgendwann greift.
Ich sage zu Melegim immer: Eigentlich muss man genug Geld in die Hand nehmen und einfach mal alles machen. In meiner Vorstellung das komplette Fahrzeug auseinanderschrauben, alle Teile reinigen, Sichtprüfung und wieder zusammensetzen.
Aber so gut kenne ich mich mit der Materie dann doch wieder nicht aus. Es würde auch reichen die Fahrertür nochmal von Grund auf ordentlich einzustellen, das Schloss zu reparieren, neue Vorderreifen aufzuziehen, den Motor ordentlich zu reinigen, die Matte unter der Motorhaube zu erneuern, Schaltknauf zu erneuern, neue BOSI-Abgasanlage (findet man die überhaupt noch) drunterzusetzen. Alle kleinen Beulen und Kratzer haben wir ja schon genau aus dem Grund ausgebessert. Damit ein perfekter, kleiner Z3 – der sich übrigens inzwischen zu einer Wertanlage entwickelt – fahrbereit zur Verfügung steht. Ich wiederhole mich, nicht wahr?
Vielleicht muss es einfach zu einem Projekt werden, ohne Zeitdruck. Know-How verschaffen, Werkstatt besorgen und losschrauben. Denn eines steht fest: Als ich neulich mal wieder den Z3 gefahren bin, hat es sich verdammt gut angefühlt. Eine andere Welt des Fahrens im Vergleich mit aktuellen Fahrzeugen. Nah an der Straße, direkt, schwergängig, mechanisch. Mit einem Wort: Großartig!
Habt ihr auch so ein Fahrzeug? Eines das ihr liebt und das ihr in einen perfekten Zustand versetzen wollt aber ihr habt einfach nicht die Mittel dazu?
Neulich habe ich mich abends ins Bett gelegt und ein unglaubliches Gefühl von Glück verspürt. Kennt ihr das? Ich habe angefangen zu lächeln und habe es so sehr genossen einfach im Bett zu liegen, nach einem anstrengenden Tag. Beine ausstrecken, Arme ausbreiten. Da dachte ich mir: Wie wenig doch dazu nötig ist, glücklich zu sein. Trotzdem ist es manchmal so schwer einen solchen Moment zu erleben. Und da kam mir der Gedanke: Dieser SLK, der da vor meiner Tür steht. Der verkörpert genau dieses Gefühl.
Um das zu beweisen, suche ich mir einen Mitstreiter, an dem ich das austesten werde. Er fährt, ich beobachte seine Mundwinkel. Wenn sie sich nach oben bewegen, so ist meine These bestätigt.
“Hey, hast du Lust mit dem SLK ein wenig rumzukurven? Du fährst.” “Na klar, warum nicht? Lass mich nur kurz meine coole Sonnenbrille holen.”
Von mir selbst weiß ich, dass ich mit dem SLK (R172, ab 2011) viel Spaß habe. Endlich eine deutlich charakterstärkere Version des Roadsters aus Stuttgart. Kantig und sportlich. Ich fahre selbst Z3 und wollte einfach mal wissen, wie es sich mit Dieselmotor unter der langen, gestreckten Motorhaube, fährt. Ein Experiment sozusagen. Hat dieses Auto überhaupt eine Daseinsberechtigung?
Sieht man auf den Verbrauch und die dadurch entstehenden Kosten, besteht kein Zweifel. Genauso, wenn man sich die gewaltigen 500Nm Drehmoment des 4-Zylinder Diesels auf der Zunge zergehen lässt. Doch fährt man in der Stadt, ist es gut, dass die Start-Stop-Automatik an der Ampel den Motor abschaltet. Diesel klingt immernoch nach Diesel. Bei niedrigen Geschwindigkeiten ist auch die verbaute Harman/Kardon-Anlage ganz praktisch, um den Diesel zu übertünchen. Anders, wenn man auf der Landstraße Gas gibt. Ich weiss nicht, wie die Ingenieure das hinbekommen haben. Doch gibt man ordentlich Gas und schaltet spät, hört sich der Motor kernig an. Wirklich nicht so, wie man es von einem Diesel erwartet. Fazit hier also: Immer draufhalten, schnell fahren! Wegen dem geringen Verbrauch kann man sich genau das auch locker leisten. 6,8 Liter Diesel habe ich über mehr als 1500km im Schnitt verbraucht. Bei forscher Fahrweise. Mir persönlich wäre, gerade bei einem Roadster, ein Motor mit viel Drehzahl lieber. Wer jedoch einen sportlichen Zweisitzer will, um damit täglich offen zur Arbeit zu fahren, könnte hier durchaus goldrichtig liegen.
Wir fahren quer durch Köln. Ohne Ziel, ohne Navi. Die Sonne scheint, es hat locker 26 Grad. Samstagsverkehr überall. Wenn es nicht weitergeht, biegen wir ab. Nur nicht im Stau landen!
“Ich muss sagen, ich bin echt begeistert. Der sitzt wie ein Handschuh. Was Materialien und Haptik angeht kann Mercedes echt niemand was vormachen.”
An jeder Ampel ist der SLK den anderen einen Schritt voraus. Etwas zuviel Gas und die Reifen quietschen. Nicht aus dem Stand, sondern ein paar Meter nach dem Anfahren. Es macht Spaß dieses “mit dem Kopf nach hinten nicken” beim Beschleunigen. Die Gangwechsel erfolgen schnell. So schnell, dass keine Kraftunterbrechung spürbar ist. Am sprichwörtlichen Gummiband.
Diese Kraft in einem wirklich kompakten Sportler. Ich liebe diese kleinen, offenen Flitzer. Passen viel besser zu mir, als die ganzen großen Fahrzeuge. Ein Wärter, der auf der Arbeit die einfahrenden Autos kontrollieren muss, meinte neulich zu mir: “Den erkenne ich immer wieder! Das schönste Auto in ganz Bad Godersberg! Gefällt mir richtig gut.” “Finden Sie? Warum holen sie sich dann nicht einfach so einen?” “Ach, wissen sie, dafür bin ich zu alt…” “Ach kommen sie… eigentlich ist man nie zu alt, um das zu tun, worauf man Lust hat.” “Da haben sie Recht.” Er lächelte mich nur müde an und sah mir hinterher. Ich weiss, erstens Bad Godesberg ist nur klein, und ich weiß zweitens, er wird sich möglicherweise den SLK nicht leisten können. Doch man weiß ja nie was der nächste Tag so bringt.
Kölns Straßen werden immer voller. Wann sollen die Leute auch sonst shoppen gehen. Dann sind auch noch überall Baustellen. Also am besten ein wenig raus aus der Stadt.
Ein wenig Autobahn müssen wir fahren, um rauszukommen. Jenseits der 140km/h ist die Beschleunigung natürlich nicht mehr so beeindruckend wie unten raus. Bei offener Fahrt formt sich ab 180km/h dann ein Orkan, der gehörig über das Auto fegt. Da empfiehlt es sich das Dach zu schließen, wenn man es mal eilig hat.
Bei geschlossenem Dach ist der Innenraum ähnlich ruhig wie in einem Coupé. Was soll man anderes von einem Stahlklappdach erwarten? Ein tolles Gimmick ist im SLK noch verbaut: Per Tastendruck lässt sich die im Dach eingebaute Scheibe von halbtransparent auf transparent schalten (Magic Sky Control nennt sich das). Der Unterschied, was die Helligkeit im Fahrzeuginneren angeht, ist gewaltig. Ein anderes Feature, das sich auch als Gimmick bezeichnen lässt, ist die unter der Kopfstütze angebrachte Lüftung, genannt Air-Scarf. In drei Stufen einstellbar beugt sie dem kalten Wind am Nacken vor. So lässt sich auch bei niedrigeren Temperaturen offen fahren. Im Zusammenspiel mit der Sitzheizung ist der SLK also voll wintertauglich – offen wohlgemerkt!
Runter von der Autobahn, Dach wieder auf – was aufgrund der Stahlkonstruktion nur im Stand funktioniert – und auf die Landstraße.
Der SLK liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Das Lenkrad vermittelt auf sehr analoge und direkte Art zwischen der Fahrbahn und dem Fahrer. Die Schaltung schaltet im Sportmodus schön früh einen Gang zurück. Auch hier auf der Landstraße ist man schneller als alle anderen. Lange, extrem lange Kurven (wie oft bei Autobahnauffahrten) sind das Lieblingsspielzeug des SLK. Er demonstriert hier, dass er niemals loslässt, selbst bei sich zuziehenden Kurven noch genug Spielraum hat, um souverän und spielerisch seine Kreise zu ziehen, die Kurvenradien umzirkelt und durchaus noch eine Ecke schneller fahren könnte.
Ich hatte was das angeht sehr viel Spaß mit dem SLK, mein Probant auf dem Fahrersitz aber dem Anschein nach keinesfalls weniger.
Die Kurven kommen von ganz alleine, Fahrer und Fahrzeug stimmen sich aufeinander ein. Vom Beifahrersitz aus lässt sich immer schön beobachten wie beide verschmelzen und die Lenkbewegungen zu einer flüssigen Bewegung werden. Ich ahne schon, dass bald der Moment kommen wird. Der Moment an dem feststeht, ob der SLK für dieses plötzliche Glücksgefühl steht.
Es ist meine aufrichtige Meinung: Der SLK sieht endlich erwachsen und richtig toll aus. Der eine oder andere SLS-Fahrer wird sich geärgert haben, als er das erste Mal den Innenraum des SLK gesehen hat. Der eine oder andere SL-Fahrer dürfte sich ärgern, weil der kleine Bruder von vorne so sehr zum verwechseln ähnlich aussieht. Den SLK Fahrer wird beides dagegen eher freuen. Er profitiert in beiden Fällen vom tollen Design. Und hat dafür deutlich weniger gezahlt. Noch etwas: Das Sport-Paket AMG ist ein absolutes Muss. Darauf könnte ich nicht verzichten. Die Felgen sind “totally gorgeous”, die roten Gurte sind sexy, die Kontrastnähte genauso, die Schürzen lassen den SLK nochmal tiefer, breiter und sportlicher aussehen – ohne zur Karikatur seiner selbst zu werden. Im “Basisdesign” sieht der SLK sehr viel zahmer aus.
Wir fahren eine Allee lang, wunderschöne Bäume links und rechts, vor uns die Straße frei. Habe ich euch je gesagt, dass man Alleen immer offen fahren muss? Dieses Lichtspiel aus Sonne und Schatten, das Rauschen der Bäume über einem. Die kühle Luft. Ich blicke rüber zum Fahrer und da sehe ich es. Ein Lächeln umspielt seine Lippen. Er sitzt entspannt am Lenkrad, linker Ellenbogen auf der Tür und mit der linken Hand den Kopf stützend. Versunken in Gedanken oder den Moment genießend. Möglicherweise ist beides ja auch dasselbe. Er bemerkt, dass ich ihn beobachte. Sieht mich an. Wir blicken wieder nach vorne und fahren weiter. Bis die Luft kühler wird und die Zirkaden um uns herum immer spitzer schreien. Morgen muss ich den SLK wieder abgeben, zu schade.
Hier noch ein kleines Video von mir, welches das Öffnen und Schließen des Verdecks zeigt:
DISCLOSURE: Jaguar Deutschland hat Reisekosten, Verpflegung und Unterbringung übernommen.
Ich muss zugeben: Über den Titel musste ich lange nachdenken. Gerne hätte ich auch die Raubkatze untergebracht, die symbolisch an jeder Ecke eines Jaguars prangt. Doch die anderen Blogger-Kollegen haben das schon zur Genüge getan. Ob Cat-Content, Raubkatzen am Ring oder wilde Katzen aus feinem Hause. Den “fauchenden” konnte ich mir aber trotzdem nicht verkneifen.
Das hat auch einen Grund. Da fahre ich im normalen “D”-Modus die Straße lang, alles ganz gesittet, greife zum Drehregler für die Wahl der Fahrstufe und stelle diesen auf “S”, dieses “S”, das bei allen Herstellern immer für “Sport” steht. Sofort passiert etwas mit dem XK-R. Er wird giftig. Faucht und kreischt. Spuckt bei Gaswegnahme. Und klingt dabei tatsächlich wie eine Wildkatze. Da muss ein Akustik-Ingenieur schlaflose Nächte gehabt haben, bis dieses Resultat der Lohn seiner Arbeit war.
Ich bin schonmal einem Löwen in freier Wildbahn begegnet. Gut, ich war im Auto. Dazu stehe ich auch, ich hänge zu sehr an meinem Leben, als dass ich dem Löwen zu Fuss über den Weg laufen wollen würde. Worauf ich hinaus will: Sieht man diesen Löwen, wie er gelassen durch das Gras streift, hat man augenblicklich den größten Respekt vor diesem wundervollen, gigantischen, kraftvollen Tier. Ein Besuch im Zoo vermittelt das leider gar nicht. Nun handelt es sich beim XK um einen Jaguar und nicht um einen Löwen. Doch beide sind auf gleiche Art tödlich.
Diesen Respekt muss man auch vor dem XK-R haben. 5.0 Liter V8-Kompressor, 4.8 Sekunden 0-100 km/h, 510PS, 625 Nm. Das Auftreten des XK-R hat dabei auch noch Ähnlichkeit zur namensgebenden Katze. Er sieht verflucht elegant aus, verheimlicht seine Kraft ein wenig und deutet mit seinem sehnigen Auftreten die Muskeln nur unterschwellig an. Ein Kampfjet-Auftreten wie andere Supersportler braucht er nicht. Er weiß, was er kann.
Und was er kann, das deutet er dann doch mal am Heck an. Gigantische Hinterräder, die kaum Herr der Kraft sind. Vier Endrohre. Trotzdem zeitlos, elegant. So wie man es von Jaguar gewohnt ist.
Der sanft rot pulsierende Startknopf startet bei jedem Betreten des Fahrzeugs die Vorfreude auf diese Kraft. Liebe zum Detail. Was anderes erwartet man von den Briten auch nicht. Nach dem Betätigen des Startknopfes fährt der Drehregler für die Schaltstufen aus dem Armaturenbrett. Satt einrastend lässt sich die gewünschte Fahrstufe einstellen. Danach interessiert das üppig mit Leder bezogene Interieur nur noch wenig. Achja: Das Verdeck sollte man natürlich auch noch öffnen, Windschott hochklappen. Bei der Gelegenheit: Die hinteren Notsitze sind tatsächlich mit Isofix ausgestattet, allerdings passt da ein Kind, sobald es einmal Beine hat, nicht mehr rein. So lange es aber noch klein ist, wird es riesig Spaß haben.
Genaugenommen sind die Plätze vorne aber auch für Kinder geeignet. denn dazu mutiert man, sobald man den XK-R mal von der Leine lässt. Jeder gute Sportwagen hat genau diese Eigenschaft. Ihr wisst was ich meine? Das Kind im Manne. Dann denkt man wieder daran, dass man gerade einen Jaguar fährt, und will doch wieder mehr Gentleman als Kind sein. So kann man die ganze Fahrt zwischen den beiden Rollen hin- und herwechseln. Ein heiß-kaltes Bad der Gefühle.
Leider hatte ich viel zu wenig Zeit mit dem XK-R. Wir konnten nicht warm werden. Ich konnte ihm nicht in der Waschanlage mit dem Schwamm die Konturen, Sicken und Kurven langfahren. Nicht jede Taste mal drücken. Aber es war ein Erlebnis, wie immer, wenn man ein so konsequentes Fahrzeug bewegt. Und Klassiker-Tendenzen sage ich dem XK auch voraus.
Unterwegs war ich übrigens mit Mario-Roman Lambrecht, dem ich direkt mal eine Kameraperspektive geklaut habe. Er hatte sie beim Lamborghini Gallardo 570-4 eingesetzt. Gut, ein klein wenig anders, aber die Grundidee ist dieselbe. :)
Die Testfahrten mit dem XK, XJ und XF erfolgten im Rahmen des 40. AvD Oldtimer-GrandPrix am Nürburgring. Der war mir vorher kein Begriff. Er bietet großartige Rennen und Rennserienklassiker, von morgens bis abends. Pit-Lane zum anfassen, Fahrer zum anfassen. Mitten drin statt nur dabei, sozusagen. Der AvD Oldtimer Grandprix hat noch den Charme der alten Zeit. Außerdem bekommt man hier so ziemlich alles an Sportwagen zu sehen, was es gibt. Egal ob auf der Strecke oder auf der Straße. Der Besuch ist absolut zu empfehlen. Solltet ihr also nächstes Jahr in der Nähe sein…
Diesmal steht das Wörtchen “Ersteindruck” in Anführungsstrichen, da ich hier keinen Ersteindruck wie sonst üblich mitteilen werde. Der Grund ist schnell gesagt: Bereits dieses Wochenende muss der endgültige Fahrbericht fertig werden und für einen Ersteindruck fahre ich den SLK schon zu lange.
Vom Auto selbst bin ich mehr als positiv überrascht. Ich fahre ja selbst einen Z3 und weiß daher genau worauf ich bei einem Roadster achten muss. Bzw. was mir wichtig ist. Der SLK lässt sich ungemein spritzig und sportlich fahren. Von der ersten Sekunde an fühlt man sich erstens wohl am Arbeitsplatz und zweitens so, als ob man genau hier hin gehört.
Die Sache mit dem Diesel ist dann wieder so eine Sache. Ich muss zugeben, so ganz konnte mich der 250 CDI nicht davon überzeugen, dass ein Dieselmotor in einen Roadster passt. Der Klang im Stand. Wobei… wenn man beschleunigt, bei höheren Drehzahlen.. da verhält es sich wieder ganz anders. Dann noch die eingesparten Kosten…. ach, ich rede mal lieber nicht weiter. Im Fahrbericht werdet ihr alle Details dazu finden. Ich will ja nicht zuviel verraten ;)
Highlight übrigens: Das Sport-Paket AMG
Dieses Wochenende geht es an den Nürburgring zum AvD Oldtimer Grand Prix, dort werde ich vor Ort für Material sorgen und außerdem die gesamte Jaguar-Modellpalette durch die Eifel jagen. Wobei: Jagen ist das falsche Wort. Jaguar baut Automobile, die für Understatement stehen. Chauffieren ist das passendere Wort. Solltet ihr auch dort sein, schreib mir über Facebook eine Nachricht und man sieht sich!